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Underoath

Storie von: arne, am 22.05.2018 ]

Die Band aus Tampa, Florida spielt schon geraume Zeit wieder Shows. Die Rückkehr ist seit einigen Jahren offiziell verkündet. Auf den Nachfolger des 2010er Albums „Ø (Disambiguation)“ mussten Fans jedoch geduldig warten. Nun präsentieren UNDEROATH mit „Erase Me“ ihre Vision der eigenen Zukunft.

 
„Ehrlich gesagt, bin ich einfach nur super aufgeregt,“ äußert Frontmann Spencer Chamberlain gleich zu Beginn. „Noch nie in meinem Leben war ich so stolz auf mich und meine Freunde und kann die Veröffentlichung eines neuen Albums gar nicht abwarten. Zum ersten Mal überhaupt haben wir eine wirklich tolle Platte gemacht, von der alle restlos überzeugt sind. Wir haben intensiv zusammen gearbeitet und uns prächtig verstanden. Die innere Anspannung und die Genugtuung zeigen mir, dass alles gut ausgegangen ist und wir wirklich wieder bereit sind, in die Welt hinaus zu gehen.“ Das Hochgefühl lässt sich nachvollziehen. Als Spencer gemeinsam mit einem früheren Weggefährten die Arbeit wieder aufnahm, war das Comeback noch längst nicht gesichert: „Anfangs wussten wir nicht, wie die anderen zu unserem Vorhaben stehen und ob sie uns unterstützen würden,“ so der Sänger. „

Als Aaron (Schlagzeug/Gesang) und ich mit dem Songwriting begannen, wussten wir noch gar nicht, ob die Stücke wirklich für UNDEROATH sein würden. Das ist unsere Hoffnung gewesen, doch sicher konnten wir uns dessen nicht sein. Glücklicherweise haben sich die Dinge zum Positiven gewendet und wirklich alle hatten Interesse daran, UNDEROATH wieder Leben einzuhauen. Kurz nachdem alle an Bord waren, ist das neue Album auch schon fertiggestellt gewesen.“ In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über bandinterne Streitereien. Aktuell sieht Spencer diese Probleme nicht wieder aufflammen: „Ich möchte es wie folgt ausdrücken: diese Band ist das, was wir kennen und die längste Zeit unseres Lebens getan haben. Auch wenn es nicht immer leicht war, empfinde ich im Rückblick überhaupt kein Bedauern oder gar Groll. Und auch jetzt ist UNDEROATH zu 100 Prozent das, was wir tun sollten und tun werden.“ Dem Frontmann zufolge hat sich im zwischenmenschlichen Bereich vieles zum Besseren gewendet: „Ehrlich gesagt, fühlt es sich derzeit völlig anders als früher an. Die meiste Zeit unserer Karriere haben wir uns nicht sonderlich gut verstanden. Innerhalb von zehn Jahren haben wir uns etwa fünf Mal getrennt, zuletzt für einen recht langen Zeitraum. Das hat uns geholfen, uns zu hinterfragen und unsere Prioritäten zu sortieren. Aktuell ist es wirklich das erste Mal, dass wir alle auf derselben Seite stehen. Wir sind super kritisch mit dieser Platte umgegangen, so dass jetzt jeder damit zufrieden ist. Das hat es in dieser Konsequenz noch nie gegeben, also ist der Geist innerhalb der Gruppe definitiv positiv.“

Die Musiker aus Florida haben davon profitiert, dass sie in Ruhe arbeiten konnten: „Niemand hat mit uns gerechnet und Erwartungen an uns


gerichtet,“ bestätigt Spencer. „Deshalb haben wir uns allein um uns selbst gekümmert und so lange geschrieben, bis uns das, was aus den Lautsprechern kam, wirklich umgehauen hat. Damit wir uns vollends auf die Platte und uns selbst konzentrieren konnten, haben wir heimlich gearbeitet und niemandem erzählt, dass es eine nächste Platte von UNDEROATH geben wird. Dass allein schon aus dem Grund, weil wir wussten, dass die Songs anders werden würden. Schließlich sind seit dem letzten Album viele Jahre vergangen. Deshalb war es uns umso wichtiger, uns nicht durch unsere Vergangenheit einzuschränken, sondern so kreativ wie möglich zu sein.“ Dem Grunde nach findet sich auf „Erase Me“ weiterhin ein Mix aus Post-Hardcore, Emo/Screamo, MetalCore, Elektro und rockiger Zuspitzung. Die mitschwingende vorwärts gerichtete Attitüde sorgt für den Unterschied: „Es gibt kein großes Geheimnis,“ bestätigt der Frontmann. „Wir kennen uns und unsere Ansprüche gut genug, um zu wissen, wann wir ein gutes Lied erschaffen haben, das uns gerecht wird und allen gefällt. Kunst bedeutet für uns von jeher kreative Freiheit. Ich bin einfach nur froh, wieder mit meinen besten Freunden zu schreiben. Diese Chemie, wie sie sich während der Arbeit am neuen Album herausgebildet hat, hatten wir zuvor noch nie.“

Die düstere Aura der Stücke und die Bitterkeit in den Texten spiegeln die harte Zeit wider, die Spencer Chamberlain und seine Mitstreiter durchlebt haben: „Nach der Trennung von UNDEROATH habe ich die schlimmsten Jahre meines Lebens gehabt,“ holt der Sänger aus. „All die Empfindungen jener Zeit sind in die neuen Songs geflossen. Ich schreibe immer nur das, was ich fühle und hoffe, dass die Leute sich damit in Verbindung setzten können. Und natürlich erzähle ich von meinem Kampf gegen meine Drogensucht. Das Album symbolisiert meine Abkehr von den Drogen. Zum ersten Mal seit 2005 bin ich wieder clean und selbstbestimmt. All das Deprimierende und der Schmerz, der mit dem Entzug zusammen hängt, sind in diese Songs eingeflossen. Für mich ist es deshalb eine sehr reale und therapeutische Platte.“

…die auch anderen Kraft und Zuversicht spenden kann: „Ich würde mir wünschen, dass die Leute vorurteilsfrei und offen zuhören. Das Album steht für die Zukunft von UNDEROATH. Wir werden nie wieder das sein, was wir in der Vergangenheit gewesen sind und immer versuchen, Fortschritte zu machen und Grenzen zu überschreiten. Wenn sich die Leute etwas aus den Texten herausholen können, so wie ich es tue, wenn ich etwas höre, würde mich das freuen. Uns offene Ohren und Interesse entgegen zu bringen, ist alles, worum ich bitte.“

 
 Links:
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