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The Sword

Storie von: arne, am 16.04.2018 ]

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? THE SWORD verlieren sich erst gar nicht in Tagträumen oder Vermutungen, sondern gestalten sie selbst. Mit „Used Future“ erscheint der sechste Longplayer zwischen Tradition und Moderne. Das Quartett bewegt sich in den (Un-)Tiefen zwischen Metal und Rock und erschafft ganzheitliche Heavy-Tracks.

 
Aufgrund regelmäßiger Kurskorrekturen und neuer Standortbestimmungen, haben es Fans der US-Kombo nicht leicht. Doch wer sich erst einmal in den Klang-Kosmos der Band hineingehört hat, kommt nicht wieder los von ihr: „Wenn Dinge anders sind, bedarf es immer einiger Zeit, bis sich die Leute daran gewöhnen und sie verstehen,“ zeigt sich Bassist Bryan Richie verständnisvoll. „Das ist zwar irgendwie erschreckend, doch in jedem Fall nachvollziehbar. Um ehrlich zu sein, hätte ich es auch gar nicht anders gewollt. Es wäre ja langweilig, wenn jeder unsere Mysterien direkt entschlüsseln würde und versteht, worum es uns geht. Ich liebe das, was wir tun und wie wir in den letzten 14 Jahren als Band gewachsen sind. Damit, wie wir ankommen, bin ich ebenfalls zufrieden.“ THE SWORD liegen damit ganz Linie mit denjenigen, die Bryan als interessant und ähnlich orientiert benennt:

„Mich begeistern Gruppen wie Unknown Mortal Orchestra, Tame Impala, Once and Future Band oder Yelle. Das sind durchweg Bands, die großartige melodische Strukturen mit fesselnden Rhythmen verbinden. Das ist genau die Art von Musik, die ich spannend finde und selbst zu erschaffen suche. Mir geht es einzig und allein darum, mir selbst gegenüber treu zu sein und nicht bloß das nachzuahmen, was jemand anderes schon tut. Das hätte doch keinen Reiz. Als Künstler muss man seine eigene Vision entwickeln. Je öfter die Leute dann damit in Kontakt gelangen und sich damit auseinander setzen, desto höher ist die Chance, dass sie dich verstehen und erkennen, dass du wirkliche Originalität an den Tag legst.“

Das neue Album „Used Future“ ist in Teilen wieder härter gehalten, weist zugleich aber auch einen aufgeschlossenen Charakter auf. Planung und Bauchsteuerung sind im Arbeitsprozess ergebnissteigert zusammen geflossen, wie der Bassist erzählt: „In der Improvisation gibt es keine falschen Noten. So etwas gibt es nur in der Komposition, wo man sich festlegt und damit seine Freiheit einschränkt. Als Musiker muss man nur wissen, wo man die Grenze zu ziehen hat. Gerade mit diesem Album sind wir noch einmal viel lockerer geworden als in früheren Zeiten. Rückblickend scheint mir, dass gerade dieser Umstand dem Prozess viel positive Energie verliehen hat. Ein Stück weit versuchen wir, mit dem Schritt zu halten, was aktuell oder neuartig ist. Doch wir haben auch viel Spaß daran, in der Vergangenheit nach Dingen zu graben, die durch die Ritzen geglitten und unbemerkt geblieben sind. Wenn wir so etwas entdecken, empfinden wir die Pflicht, ihnen die ihnen zustehende Beachtung zuteilwerden zu lassen.“

Erlaubt ist bei THE SWORD


ohnehin, was den Musikern gefällt: „Ich fühle mich ziemlich gut dabei, immer genau das zu machen, wonach mir ist,“ freut sich Bryan. „Warum sollten wir auf andere Rücksicht nehmen? Wenn uns danach ist, shredden wir hemmungslos, setzen ein schier endloses Solo oder setzen einen eigentlich schwergewichtigen Song als Akustik-Track um. Zumeist aber rocken wir einfach. Unabhängig davon, dass sich unser Sound im Laufe der Zeit offenkundig verändert hat, ist mein Blick auf das Spiel von THE SWORD derselbe geblieben. Wir klingen heavy, funky und radikal. Ich hoffe, unsere Zuhörer teilen diese Einschätzung.“ Gleichfalls halten die Musiker am Konzept von Alben fest, denen Hörer Zeit und Konzentration widmen müssen. Zwischen Metal und Doom sowie Stoner-, Prog-, Blues-, Psychedelic- und Classic-Rock spannt sich ein weiter Klangraum auf, der von der Band gefüllt wird:

„Es ist Teil unserer DNA, das wir in Alben und nicht in einzelnen Songs denken. Ich glaube nicht, dass wir es anders machen könnten. Wir sind mit Platten aufgewachsen und haben sie als ganze Einheit und nicht als einzelne Tracks verdaut. Für uns fängt erst auf Album-Länge die Kunst an. Und wir verstehen uns als Künstler.“ Ihre Musik erschaffen THE SWORD auf jeder Platte neu. Früher dominierte die Metal-Kante, seit einiger Zeit nun eine Fokussierung auf den Rock. Spannend ist das Spiel der Band in jeder Gewichtung:

„Das ist anderen gegenüber nicht abwertet gemeint, doch am Ende kommt es auf die vier Kerle im Proberaum an,“ so Bryan. „Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Es lässt sich auf diese einfache Wahrheit herunter brechen. Ich fühle mich sehr glücklich, von so kreativen, visionären Musikern umgeben zu sein. Das ist aber nichts, worüber wir intensiv nachdenken oder worüber wir uns austauschen würden. Wir haben es einfach drauf.“ Mit einem Augenzwinkern bezeichnet der Bassist das eigene Spiel als „Warp Riders Rock Opera“. Als Leitthema und zentrale Botschaft von „Used Future“ gibt der Musiker Hörern „Die Liebe siegt.“ mit auf den Weg, ohne das weiter zu vertiefen. Nur so viel ist Bryan Richie noch zu entlocken:

„Man kann sich neuen Stücken auf unterschiedliche Art und Weise nähern. Man kann schlicht Noten notieren und sie herunter spielen. So etwas ist mir jedoch nicht genug. Ich habe mich jedem Stück des neuen Albums mit der Frage genähert, was ich persönlich aus ihm ziehen kann. Dabei war mir wichtig, dass die Idee, die ich identifiziert habe, auch nach vielen Wiederholungen immer noch Bestand hat. Da das der Fall ist, bin ich davon überzeugt, dass unser Album Substanz und Klasse aufweist.“

 
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