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Wolfpack

Storie von: arne, am 12.04.2018 ]

WER WAGT, GEWINNT. Um ihre Band zu etablieren, nehmen die Franzosen von WOLFPACK bewusst Unwägbarkeiten in Kauf. Und damit ist das Metal-Hardcore-Quintett aus Paris bislang gut gefahren. Nach dem Debüt auf dem US-Label Eulogy erscheint das Zweitwerk „Loathe“ nun auf BDHW.

 
„Bei „Nove Above/None Equal“ haben sich die Dinge am Ende aufgrund der bevorstehenden Tour mit LIONHEART, DESOLATED und FALLBRAWL überstürzt,“ erinnert sich Bassist Kevin. „Daraus haben wir gelernt und uns dieses Mal die nötige Zeit gelassen. Wir können es kaum erwarten, die neuen Tracks auf die Bühne zu bringen. Sie sind das Ergebnis eines arbeitsreichen Jahres. Während des Komponierens und Aufnehmens haben wir nicht aufgehört, Konzerte zu spielen; jedoch Tempo heraus genommen. Nun können wir wieder zu unserem normalen Tour-Rhythmus zurückzukehren.“ Sich wieder voll und ganz auf die Shows zu konzentrieren, ist der Lohn dafür, eine schwierige, entbehrungsreiche Phase erfolgreich gemeistert zu haben:

„Es war ziemlich nervig,“ bestätigt der Bassist. „Zunächst verließ uns kurz vor dem Schreiben des Albums der Schlagzeuger. Also haben wir alles ohne Schlagzeug komponiert. Anschließend haben wir Romain (HIGHTOWER, ex-PROVIDENCE) gefragt, ob er Schlagzeug-Parts beisteuern und das ganze Album einspielen kann. Er akzeptierte sofort und vollbrachte eine erstaunliche Leistung. Das Material haben wir gerade einmal einen Monat vor der Aufnahme in England das erste Mal geprobt. Dann ging alles sehr schnell. Wir haben alles investiert, was wir hatten, um die Aufnahme zu finanzieren und hin und zurück zu reisen. Wir waren drei Wochen im Studio eingesperrt, ohne Geld zu haben; nicht einmal genug, um herumzufahren oder irgendetwas zu besichtigen. Psychologisch war das nicht einfach, doch es hat sich ausgezahlt. Schon die Zeit des Songwritings zuvor war hart, sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher Ebene. Die negative Atmosphäre der Entstehungsphase hat dem Album seine Farbe verliehen. Die Texte thematisieren die Probleme und Fragen, die unseren Shouter Hadrien damals bewegten. Zusammen gefasst ist es ein Album, das sich mit zwanghaften Ängsten, Depressionen, usw. auseinander setzt.“

Musikalisch bohren WOLFPACK ebenfalls ein dickes Brett und ruhen sich nicht auf Erreichtem aus: „Wir wollten das Beste aus uns herausholen und sind deshalb Risiken eingegangen,“ stellt Kevin heraus. „Denn wir wollten nicht zwei identische Alben produzieren, sondern das weiter verfolgen, was wir auf dem Debüt begonnen haben. Es ging uns darum, mehr zu riskieren, um uns selbst wirklich zufrieden zu stellen. Ein Song wie ,Hover Above Me‘ unterscheidet sich deutlich von dem, was wir normalerweise spielen. Es ist einer der herausstechenden Songs des Albums. Cédric von HANGMAN'S CHAIR hat bei seinem Feature einen tollen Job abgeliefert. Es ist ein Feature, das wir schon lange umsetzen wollten. Es zeigt, dass wir bereit sind, unerwartete Wege einzuschlagen. Der Einsatz einer Akustik-Gitarre auf einem Beatdown-Album beweist es ebenfalls. Wir mussten das einfach probieren, und die Stoßrichtung von „Loathe“ wird dadurch nicht verwässert.“ Mit dem Ergebnis sind die Franzosen zufrieden:

„Was uns sehr zusagt, ist der Groove der Songs. Das neue Schlagzeug


-Spiel verleiht ihnen eine besondere Dimension. Romain hat zunächst für sich selbst gearbeitet, ohne uns einzuweihen. Bei der Zusammenstellung der Schlagzeug-Parts hatte er völlige Freiheit. Erst bei den Proben kurz vor den Aufnahmen hat er uns seine Ideen vorgespielt. Er bringt einen Stil ein, der an die Hardcore-Bands der frühen 2000er Jahre angelehnt ist. Das hat unsere Songs komplett verändert.“ Was dabei aber nun genau herausgekommen ist, vermag Bassist Kevin nicht in Worte zu fassen:

„Dieses „klingt wie Band X“ mögen wir nicht. Zumal es uns selbst schwer fällt, unseren Sound zu greifen. Wir sind eine Metal-Hardcore-Band, was so ziemlich nichts oder alles bedeutet. In der Gruppe diskutieren wir häufig über diese Frage, kommen aber auf keinen Nenner. Bei uns gibt es eine Menge Metal, MetalCore und auch Beatdown-Einflüsse. Letztlich haben wir aber unser eigenes Ding und klingen wie WOLFPACK. Meistens finden wir, dass die Einflüsse, die uns die Leute zuschreiben, zutreffen. Manchmal wird aber ziemlich übertrieben. So sind wir etwa mit FIVE FINGER DEATH PUNCH verglichen worden, doch diesen Link kann ich nun überhaupt nicht herstellen. Als „Nove Above/None Equal“ rauskam, hätten einige Hörer es vorgezogen, dass wir uns strikt an den Beatdown halten. Andere hätten lieber ein Metal-Album mit mehr Hardcore-Färbung aufgesetzt, und wieder andere wollten, dass wir mehr Metal integrieren. Ich glaube, die Leute haben verstanden, dass sie bei uns alles erwarten müssen. Schließlich haben wir Spaß daran, das Gegenteil von dem zu tun, was sie von uns erwarten.“

Für jede Band ist es schwierig, eine objektive Sichtweise auf das eigene Werk herzustellen. Kevin unternimmt einen zweiten Anlauf: „Natürlich ist uns bewusst, dass die Verbindung von Metal-, Hardcore- und Mosh-Parts, die mit dem gegenwärtig angesagten MetalCore flirten, durchaus trendy ist. In dieser Hinsicht folgen wir aber nur etwas Bekanntem, ohne auf aktuelle Trends zu achten – auch wenn es vielleicht so wirkt. Uns geht es vor allem darum, dass wir unsere Persönlichkeit beibehalten, indem wir mit den Codes spielen, die wir kennen und die uns in die Lage versetzen, unsere Botschaft so zu verbreiten, wie wir sie fühlen. Mit „Loathe“ haben wir etwas erschaffen, das nach uns klingt und unsere Emotionen repräsentiert.“ Hinsichtlich der verwendeten Stil-Elemente treffen die Musiker aus Paris dabei nur indirekt eine freie Wahl:

„Wir versuchen, jedem Track das mitzugeben, was wir selbst gerne hören,“ nähert sich der Bassist an. „Da wir innerhalb der Band nicht die gleichen Einflüsse haben, führt das unweigerlich zu unterschiedlichen Songs. Einig sind wir uns nur bezüglich unserer Wertschätzung für MACHINE HEAD, SLIPKNOT, HATEBREED, ARKANGEL und KICKBACK. Einige von uns können mehr auf Hardcore und Punk, andere auf Black Metal oder Hip-Hop. Wir sind ziemlich heterogen, was die Musikgeschmäcker angeht und versuchen deshalb nicht, uns unnötig zu beschränken.“

 
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