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Twitching Tongues

Storie von: arne, am 29.03.2018 ]

TWITCHING TONGUES setzen auf ihrem vierten Album „Gaining Purpose Through Passionate Hatred“ auf dunkle Heaviness und organischen Hardcore. Textlich arbeitet sich Frontmann Colin Young am Scheitern in unterschiedlichen Facetten ab.

 
„Als ich meine Texte geschrieben habe, bin ich immer wieder an zwei Wörtern hängen geblieben – Scheitern und Fehler. Mein Gehirn hat mich bei jedem Stück an diesen Punkt manövriert. Schnell wusste ich, dass genau das das Thema des gesamten Albums sein würde. Der Titel „Gaining Purpose Through Passionate Hatred“ greift dies auf und ist mal mehr, mal weniger offensichtlich in jedem Song präsent.“ In der Bewertung der eigenen Arbeit lässt Colin Young kein Zögern und keine Zweifel erkennen. TWITCHING TONGUES haben das umgesetzt, was sie sich vorgenommen haben: „Der Prozess zwischen Schreiben, Aufnehmen und Warten auf die Veröffentlichung ist so lang, dass man viel zu viel Zeit hat, sich die Köpfe darüber zu zerbrechen, ob man alles richtig gemacht hat und wie all das wohl ankommen wird. Doch dieses Mal zweifle ich nicht, denn wir sind verdammt stolz auf das, was wir geschaffen haben.“

Der Frontmann sieht die diversen Inspirationsquellen seiner Musik, die sich im Schaffen von Bands wie Only Living Witness, Life Of Agony, Cro-Mags, Sam Black Church und Type O Negative finden lassen dürften, zielführend repräsentiert: „Mein Bruder Taylor und ich haben die Band vor mehr als acht Jahren gegründet. Von Anfang an war es unser Ziel, unsere Einflüsse nicht zu verheimlichen und gleichzeitig unser Bestes zu geben, um den Leuten etwas zu bieten, das sie zuvor noch nicht gehört haben. Heute gilt das mehr denn je, denn wir haben vier Longplayer benötigt, um für uns selbst herauszufinden, wer und was wir musikalisch vollbringen wollen.“ Die von den Kaliforniern bemühte Mischung zwischen Metal, Hardcore und Düster-Rock erklingt auf „Gaining Purpose Through Passionate Hatred“ wuchtig, düster und ausbalanciert:

„Ich denke, dass wir unbewusst schon beim Arbeitsprozesses für „Disharmony“ diese neue Identität angestrebt haben. Damals haben wir das noch nicht konsequent verfolgt, doch für einige Leute unserer Fangemeinde war es schon zu viel. Das hat uns überrascht, weil es sich für uns selbst weder anders noch irgendwie extrem anfühlte. Vielleicht haben wir es auch einfach nicht bemerkt, weil wir die Platte über Monate geschrieben haben. Mit „Gaining Purpose...“ wollten wir nun andere Dinge ausprobieren und uns weiterentwickeln, haben letztlich aber das zu Ende geführt, was wir mit „Disharmony“ begonnen hatten.“ Dass zwischen den einzelnen Veröffentlichungen von TWITCHING TONGUES vergleichsweise viel Zeit vergeht, stellt für Colin kein Problem dar:

„Wir haben uns extra viel Zeit genommen, um dieses Album zu schreiben – zweieinhalb


Jahren. Ob sich die ganze Arbeit auszahlt, wird sich zeigen. Gemeinsam mit Gitarrist Sean Martin haben wir erstmals einen festen Kern von drei Leuten gebildet, der die Songs geschrieben hat. Sean ist das Puzzleteil, das meinem Bruder und mir in der Vergangenheit gefehlt hat. Wir wollten ein zusammenhängendes, dynamisches Hörerlebnis schaffen. Dieses Ziel haben wir uns gesetzt, und wir wussten, dass es Zeit brauchen würde, es zu erreichen. Im Ergebnis greift alles schlüssig ineinander. Wir haben unsere Hardcore-Elemente beibehalten und die Metal-Elemente auf eine Art und Weise hinzugefügt, die die Songs verbessert, ohne etwas zu erzwingen.“ Verbindung zwischen den Stücken schafft auf „Gaining Purpose Through Passionate Hatred“ die dunkle Stimmung: „Emotionalität war definitiv das Ziel,“ bestätigt der Shouter. „Die Lyrics von „Disharmony“ bedeuten mir persönlich viel, sind aber eher vage gehalten. Dieses Mal sind alle Texte stark emotional angelegt und können deshalb besser verstanden werden. Aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit hoffe ich, dass es für jeden Hörer Anknüpfungspunkte gibt.“

Colin Young selbst entdeckt bei jedem Hören neue Ansätze, das Spiel von TWITCHING TONGUES weiterzuentwickeln. Daran ändert auch der lange Entstehungsprozess der Stücke nichts: „Für mich sind Wiederholungen von großer Bedeutung. Ich spiele neue Tracks immer und immer und immer wieder. Bevor wir Stücke aufnehmen, spielen wir sie wirklich oft und ändern jedes Mal irgendetwas. Denn bei jedem Durchlauf fällt uns etwas auf. Ich scherze immer, dass unsere Platten niemals wirklich fertig sind, es ihnen lediglich gelingt, zu entkommen. Wenn es möglich wäre, könnte ich jahrelange an einzelnen Liedern arbeiten.“

Fans werden sich darüber freuen, dass auf „Gaining Purpose Through Passionate Hatred“ neue Tracks enthalten sind, die noch dazu mit gesteigerter Ausgewogenheit und klarer heraus gearbeiteten Kontrasten auffallen: „In der Vergangenheit hatten wir das Problem, das es unserem Spiel mitunter an Melodien und Abgrenzung fehlte. Dieses Mal haben wir dafür gesorgt, dass wir bei bestimmten Parts Verschnaufpausen einlegen und gelegentlich auch der Gesang die Songs tragen kann.“ In vielerlei Hinsicht fällt auf, dass sich TWITCHING TONGUES mit ihren Stärken und Schwächen beschäftigt haben und ihr Spiel auf dem Viertwerk nun sowohl differenzierter als auch effektiver in Szene setzen: „Das ist meine Lieblingsbeschäftigung mit der Band,“ stimmt Colin zu. „Wir sammeln einen Vorrat an Ideen und versuchen, sie auszuführen und besser zu werden.“

 
 Links:
  facebook.com/twitchingtongues
 
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