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Good Tiger

Storie von: arne, am 01.02.2018 ]

Wenn sich frühere Mitglieder von Tesseract, The Safety Fire, The Faceless und Architects auf der Spielwiese zwischen Prog, Djent sowie Post-Metal und -Rock austoben, kann dabei nur etwas Großartiges entstehen. GOOD TIGER akzentuieren ihren Ansatz auf „We Will All Be Gone“ klar und deutlich. Entlang abgefahrener Ideen, eindrücklicher Gesänge und facettenreicher Stücke finden sie zu einem spannenden Zweitwerk.

 
„Gerade beim neuen Material geht es darum, dem Song zu dienen und das zu tun, was für ihn das Beste ist,“ gibt sich Gitarrist Derya „Dez“ Nagle bescheiden. „Wir haben vielseitige Einflüsse. Das spiegelt sich in unseren Songs wider, die teilweise sehr unterschiedlich ausfallen. Jeder Zuhörer erlebt eine einzigartige Erfahrung, die durch seinen Geschmack und seine Prägung kreiert wird. Das gilt selbstverständlich für alle Hörlebnisse und geht mir selbst genauso, wenn ich neue Musik höre. Letztlich ist doch nur entscheidend, dass sich eine Beziehung zwischen der Musik und den Hörern herausbildet.“ Und das ist bei der Auseinandersetzung mit dem zweiten Longplayer von GOOD TIGER der Fall, der zugänglicher und nachvollziehbarer als das Debüt ausfällt: „Ich bin mir nicht sicher, ob sich ein Künstler jemals völlig verstanden fühlen kann,“ erwidert Dez. „Mir ist klar, dass die Musik, die wir schreiben, nicht so leicht verdaulich ist wie die anderer Bands. Man kann uns schlecht in eine bestimmte Szene einzuordnen, aber das hindert mich nicht daran, die Leute aufzufordern, zuzuhören und sich mit uns zu beschäftigen. Selbst die größten Künstler der Welt werden niemals von allen Hörern abgefeiert. Es fällt mir ohnehin enorm schwer, den Sound von GOOD TIGER zu klassifizieren. Das ist der Grund, warum ich uns als „eine Art von Rock“ bezeichne. Ich denke nicht, dass wir das Rad notwendigerweise neu erfinden. Ich kann aber auch keine Künstler anführen, die dabei helfen würden, einzuordnen, was wir tun.“

Mit der qualitativen Weiterentwicklung, die zu „We Will All Be Gone“ geführt hat, zeigt sich der Gitarrist zufrieden: „Das neue Album repräsentiert in vielerlei Hinsicht die wahre Identität der Band. Das Debüt musste so schnell fertiggestellt werden, dass wir weder unsere Findungsphase abgeschlossen noch unseren Sound gefunden hatten. Erst als wir anfingen, zu touren und Shows mit den unterschiedlichsten Bands zu spielen, hat sich für uns herauskristallisiert, was wir als Band wirklich darstellen wollen. Jetzt beim zweiten Album haben wir von dieser Erkenntnis profitiert. Außerdem hat sich eine Gemeinschaft herausgebildet, in der wir uns auf das Songwriting sowie die Stimmungen und Ideen konzentriert haben, die unser Ziel am besten unterstützen.“ Abgeschlossen ist die Findungsphase aber noch nicht: „Es ist ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess,“ weiß der Künstler. „Ich bin davon überzeugt, dass wir ständig neue Dinge über uns selbst und darüber lernen, wie wir musikalisch interagieren. Wäre das nicht der Fall, würden wir stagnieren


und den Prozess nicht genießen können. Es ist schwer zu sagen, wie sich die Dinge weiter verändern, doch während des anstehenden Tour-Zyklus, wenn wir mit dem Schreiben des dritten Albums beginnen, werden die Dinge klarer.“

Das Zweitwerk profitiert von dem Umstand, dass die Musiker zusammen gerückt sind: „Der Schreibprozess für „We Will All Be Gone“ ist gemeinschaftlich passiert. Wir haben mehr Zeit miteinander verbracht und unsere Ideen gemeinsam erforscht. Das ist produktiver, als Dateien über das Internet hin und her zu schicken. Wenn man sich im selben Raum befindet, arbeitet man ganz anders. Das Schreiben selbst ist uns nicht schwer gefallen. Schnell haben sich Aufregung und Neugier eingestellt. Erst nach der Fertigstellung des Albums haben wir durchgeatmet und uns die Frage gestellt, was unsere Fans wohl denken werden. Ich hoffe, sie bleiben Teil unserer musikalischen Reise.“ Derya Nagle weiß, welche Wirkung er mit seinen Kompositionen zu erreichen sucht:

„Es gibt Songs, die ich seit Jahren höre und bei denen ich nach all der Zeit immer noch neue Facetten entdecke, die mir in der Vergangenheit nicht aufgefallen sind. Das ist etwas, was wir an anderen Künstlern schätzen und was wir selbst mit unseren Songs auch zu erschaffen suchen. Insofern passiert es nicht zufällig, dass es in unseren Stücken viele Wendungen und Überraschungen gibt. Das ist vielmehr der Ausdruck unserer Kreativität. Natürlich sind einige unserer Songs von bestimmten Genres oder Bands inspiriert. Wie nah wir aber tatsächlich an unsere Inspirationsquellen heran kommen, steht auf einem anderen Blatt. Denn natürlich wollen wir unsere eigenen Ideen umsetzen. Ein gutes Beispiel dafür ist ,Blueshift‘, mit dem ich ein modernen Elektro-R’n’B-Pop-Feeling schaffen wollte – allerdings unter Nutzung von Gitarren und Schlagzeug. Ob das andere so empfinden, weiß ich nicht. Ich würde nicht einmal meine Hand dafür ins Feuer legen, dass das innerhalb unserer Band so verstanden wird.“

Mit dem divers inszenierten „We Will All Be Gone“ ist Dez in jedem Fall glücklich: „Das Album spiegelt unsere Absichten wider und vermittelt ein gutes Gefühl dafür, was wir als GOOD TIGER darstellen wollen. Ob unsere Entwicklung nun stoppt oder wir weiter in den Kaninchenbau kriechen, werden wir bald wissen. Bis wir das dritte Album fertig gestellt haben, müssen wir uns aber noch gedulden. Uns stehen alle Wege offen. Die Interaktion unserer Musik mit den Zuhörern entscheidet letztlich darüber, ob es uns gelingt, als eigenständig und wertig wahrgenommen zu werden oder nicht.“

 
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