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Kublai Khan

Storie von: arne, am 17.11.2017 ]

Die beiden ersten Platten der Metal-Hardcore-Kapelle sind auf Artery Recordings erschienen. „Nomad“ heißt der Einstand von KUBLAI KHAN für Rise Records. Am tough-brutalen Spiel ändert die Band aus Sherman nichts. Die Texaner teilen heftig aus – musikalisch und textlich. Der rohe, direkte Sound des Quartetts und die markigen Worte sprechen für sich.

 
Nach einer Headliner-Tour durch die Staaten gemeinsam mit No Zodiac, Left Behind, I Am und Great American Ghost stehen für die Musiker zum Jahresende dann Europa und Australien auf dem Programm. Die Kooperation mit dem neuen Label geht für Frontmann Matt Honeycutt und seine Mitstreiter gut an. Für die Band ändert sich dem Grunde nach aber nichts: „Wir halten uns an die Leute, die etwas mit uns anzufangen wissen und uns unterstützen. Der Hardcore-Community bringen wir viel Sympathie entgegen, doch nach zehnjährigem Band-Dasein haben wir gelernt, dass es in dieser Szene ein beständiges Kommen und Gehen gibt. Der verschworene Kern ist kleiner, als man gemeinhin denkt. Ihm fühlen wir uns eng verbunden, denn wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir eine Underground-Band sind und das auch bleiben werden. Selbst wenn wir riesige Bühnen oder ausverkaufte Konzerte spielen, ändert das nichts an dem, was und wer wir sind. Sich dem Underground zugehörig zu fühlen, ist für mich eine Einstellungsfrage. Wer das beherzigt und respektiert, wird nie vergessen, woher er kommt und worauf es ankommt – unabhängig von der Frage, was man alles erreicht.“

Die eigene Attitüde fasst der Shouter wie folgt in Worte: „Als KUBLAI KHAN verfolgen und verkörpern wir haargenau die Überzeugungen und Ansichten, die uns auch als Individuen prägen. Das sind die Mentalität und Ideale, die unserer Gruppe zugrunde liegen und die wir niemals verlieren werden. Unsere Wut entspringt all dem, was uns in der Realität begegnet. Damit meine ich die Realität, die wir alle erleben. Geschichtlich ist die Welt von jeher durch die eine oder andere Form von Chaos geprägt. Die Band bietet uns die Chance, einen Teil des Chaos zu fassen und in strukturierte, positive Bahnen zu lenken. Die Musik ist für uns eine Maschine, die wir mit Songs betanken.“ Genau das tun Matt Honeycutt & Co. auf „Nomad“. Die Texaner werden mit ihrem Drittwerk intensiv touren, auch wenn sie das Treiben etlicher Kollegen kritisch betrachten: „Die Szene mit ihren vielen Ausprägungen ist vital und lebendig. Der Zuspruch zu einzelnen Sub-Genres unterliegt einer gewissen Fluktuation, doch die Musik an sich bleibt stets stark. Dennoch erlebe ich es immer wieder, dass ich von fehlender Originalität und dem Ausbleiben frischer Ideen gelangweilt bin. Meiner Auffassung nach beschränken sich zu viele Künstler damit, das nachzuahmen, was sie privat mögen und vernachlässigen deshalb ihre Kreativität. Doch Musik kann sich nur weiterentwickeln, wenn es neue Ideen und


Sounds gibt.“

KUBLAI KHAN setzen auf einen traditionellen Metal-Hardcore, den sie um deftige Beatdown-Einschläge erweitern. Die Songs der Gruppe aus Sherman fallen vor allem brutal, roh und direkt aus: „Wir sind klassisch als Garagen-Band ohne Absichten oder weiterreichende Ambitionen gestartet. Mit der Zeit haben wir es gelernt, uns über unsere Songs auszudrücken und auszuleben. Das wollen wir seither nicht mehr missen. Wir tun, wonach uns ist. Wem das nicht passt, der muss uns ja nicht hören. Es bringt nichts, sich beim kreativen Arbeiten von anderen in die Suppe spucken zu lassen.“ Erdung zu wahren und Themen aufzugreifen, die auch andere Leute bewegen, fällt den Texanern nicht schwer: „Es ist wichtig, in einen Bezugsrahmen zwischen Familie und umgebender Gemeinschaft eingebunden zu sein,“ weiß Matt. „Sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein, ist ein kleiner Baustein, der zu großen Veränderungen führen kann. Auch die Musik verstehe ich als solchen Baustein, mit dem man neue Gedanken und Veränderungswillen adressieren kann.“ Die Gefahr, allein zu Gleichgesinnten zu sprechen, sieht der Frontmann nicht:

„Man darf nicht vergessen, dass es ständig neue interessierte Hörer gibt. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt trifft man auf Leute, die bestimmte Stile oder Sounds gerade erst für sich entdecken oder die mit bestimmten Ansichten zuvor noch nicht in Berührung gekommen sind. In unserem Fall sollte es jedem Hörer leicht fallen, sich bei uns wieder zu finden. Meine Texte sind durch den Alltag inspiriert und beschreiben die Realität, die wir mit unseren Hörern teilen.“ Über die Jahre haben sich KUBLAI KHAN so eine treue Anhängerschaft erarbeitet:

„Die Leute, die unseren Werdegang verfolgen, wissen, was sie an uns haben und können sich mit uns identifizieren. Das liegt an unserer Beständigkeit und den klaren Botschaften, aber auch daran, dass Musik und Texte für sich selbst sprechen. Es hat etwas Surreales und Verrücktes, wenn man die eigenen Ideen in Musik überführt und hautnah miterlebt, was daraus entsteht und wie sie auf andere wirken. Um ehrlich zu sein, klingen unsere Alben immer besser, als ich es vorab zu träumen gewagt habe.“ Auch die Eindrücke auf Konzerten verlieren für den Texaner niemals ihren Reiz: „Jedes Mal, wenn wir auftreten, werde ich an die Schönheit der Musik und die Erfüllung des kreativen Schaffensprozesses erinnert. Es würde mich freuen, wenn es einigen Hörern ebenso geht und wir mit unseren Songs den einen oder anderen Fan gewinnen.“

 
 Links:
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