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Polaris

Storie von: arne, am 09.11.2017 ]

An Qualität mangelt es der australischen MetalCore-Szene wahrlich nicht. Mit POLARIS schickt sich bereits die nächste Gruppe an, sich international zu positionieren und einen Platz im internationalen Genre-Zirkus zu erobern. Passgenau wird die Veröffentlichung des Debüts „The Mortal Coil“ durch eine Teilnahme an der diesjährigen „Never Say Die! Tour“ an der Seite von Emmure, Deez Nuts, Chelsea Grin, Kublai Khan und Sworn In flankiert.

 
Dass Fans nach der vielbeachteten Einstands-MCD „The Guilt & The Grief“ vergleichsweise lange auf den ersten Longplayer warten mussten, hat nach Auskunft von Gitarrist Rick Scheider banale Gründe: „Wir sind ziemlich langsame Songwriter, so dass es für uns eine große Herausforderung war, unser erstes Album umzusetzen. Zu Beginn des Prozesses hatten wir nicht einmal einen Proberaum und trafen uns nicht oft genug, um echte Fortschritte zu erzielen. Ungefähr ein Jahr bevor wir aufnehmen wollten, ist meine Schwester aus unserem Elternhaus ausgezogen. Ihr Schlafzimmer haben wir kurzerhand in einen Arbeitsraum verwandelt. Dort fand fast das gesamte Schreiben statt, und wir sind endlich voran gekommen. Wenn ich die Songs jetzt höre, gilt mein Interesse vor allem den instrumentalen Aspekten, da sie fast ausschließlich von mir geschrieben wurden. Aber auch die fertigen Songs in ihrer Gesamtheit mit Gesang und Effekten können sich hören lassen, finde ich. So schwierig das Schreiben auch war; im Prozess haben wir eine Menge über die Arbeit als Band gelernt. Diese Lektion wird uns beim nächsten Album helfen.“

Basis-Demokratie und Konsens-Streben sind weitere Gründe dafür, dass die Australier bisweilen etwas mehr Zeit benötigen: „Wir haben eine Weile gebraucht, uns auf den Namen POLARIS festzulegen,“ erzählt der Gitarrist. „Die Geschichte selbst ist aber nicht spannend. Die Schwierigkeit bestand darin, einen Namen zu finden, den man nach Möglichkeit niemals hassen wird. Bei allen Vorschlägen haben einzelne von uns direkt interveniert. POLARIS war der erste, auf den wir uns alle einigen konnten und den wir nach einer Testphase von zwei Wochen immer noch nutzen wollten. Dem demokratischen Ansatz bei der Entscheidungsfindung verdanken wir alles. Deshalb wenden wir ihn in allen Fragen und Angelegenheiten an. Unsere Band mit ihrer Stimme und Vision soll niemals nur die Minderheit ihrer Mitglieder repräsentieren. Im Ergebnis streben wir entweder eine einmütige Entscheidung an oder eine Lösung, mit der die Mehrheit von uns gut leben kann.“

Blendet man mögliche Stimmenthaltungen aus, sind in der Konstellation des Quintetts klare Mehrheitsverhältnisse garantiert. Im kreativen Bereich ziehen die Musiker an einem Strang und freuen sich über den Zuspruch auf die Vorab-Auskopplungen: „Mit der Resonanz auf die beiden Singles ,Consume‘ und ,The Remedy‘ sind wir sehr zufrieden,“ so Rick. „Unsere Erwartungen sowohl bei den Online-Reaktionen als auch Live-Shows sind deutlich übertroffen


worden. Beide Songs liegen hinsichtlich Stil und Sound weit auseinander. Es ist beruhigend zu sehen, dass die Leute so etwas akzeptieren und sogar begierig sind, bald den Rest des Albums zu hören. Während ,Consume‘ nicht allzu viel über Jamie‘s Schrei-Stimme hinaus geht, zeigen die ersten Vocals in ,The Remedy‘ das Wachstum in seinem Können, wie es auch andere Songs auf dem Album tun. Wir wollten Jamie‘s Stimmumfang erweitern, uns aber vor allem auf das konzentrieren, was er am besten kann.“ Dass mit „The Mortal Coil“ eine von ihrer Attitüde her heftige Platte erscheint, ist kein Zufall, wie der Gitarrist bestätigt:

„Ich habe versucht, mich auf eine härtere Stimmung einzustellen, ohne die melodischen Aspekte aufzugeben. Kontrast ist ein perfektes Wort dafür. Bands, die non-stop heavy unterwegs ist, wirken schnell monoton; dadurch weniger aufdringlich und aggressiv. Da wir uns als Heavy-Kombo betrachten, geht es also darum, eine stimmige Balance zu finden, um Brutalität mit einem melodischen Hook zu kombinieren, der nicht fehl am Platz wirkt und den Song nicht unterhöhlt. Im Vergleich zu unserem bisherigen Material geht das Album noch einen Schritt weiter in die heftige Richtung. Wir haben verschiedene Stile und Ideen miteinander vermischt, um diese Songs zu kreieren. Es ist aber bei weitem nicht so abgefahren wie bei Twelve Foot Ninja. Dennoch finde ich, dass jeder Song einen frischen Sound aufweist und dass kein Stück auf dem Album als Kopie eines anderen zu sehen ist.“ Hierbei erweist es sich von Vorteil, dass sich POLARIS beständig fordern: „Ich versuche nicht, Erwartungen zu entsprechen. Wenn ich es täte und einfach weitermachte, würde ich dieselben Songs immer wieder veröffentlichen und wäre schnell gelangweilt sowie kreativ unerfüllt. Es würde nicht lange dauern, bis die Leute uns dafür kritisieren.“

Die Verortung im MetalCore geht für Rick Scheider ebenfalls in Ordnung: „Bands, die versuchen, einem bestimmten Genre-Label zu entkommen, machen sich das Leben nur selbst schwer und überschätzen zudem ihre Möglichkeiten. Am Ende des Tages entscheidet man nicht selbst, wie die Leute deine Musik wahrnehmen. Was mich betrifft, habe ich mit MetalCore keine Probleme. Das Genre kann man vielleicht als abgespielt bezeichnen, doch es gibt immer noch Bands, die ihm neues Leben einhauchen wie August Burns Red oder Counterparts. Mir ist es egal, welches Label oder Genre uns gegeben wird, solange die Leute die Musik für das genießen, was sie ist.“

 
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