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Emil Bulls

Storie von: arne, am 05.11.2017 ]

Die Münchener legen ihren neunten Longplayer vor. „Kill Your Demons“ präsentiert die EMIL BULLS einen Tick heftiger und brachialer. Insgesamt bestimmt aber weiterhin der Trademark-Crossover zwischen MetalCore, Alternative-Metal, MetalCore und modernem Heavy-Rock das Geschehen.

 
Kurz vor der Finalisierung der neuen Platte sind die Süddeutschen beim größten und wichtigsten Metal-Festival aufgetreten und haben für den Endspurt Motivation getankt: „Wacken war für uns wirklich etwas Besonderes,“ bestätigt Gitarrist Andy Bock. „Nicht nur, weil wir trotz unserer langen Bandgeschichte dort dieses Jahr zum ersten Mal aufgetreten sind. Sondern auch, weil dieses Festival ein ganz besonderes Ambiente hat. Da wird der Heavy Metal einfach gefeiert, in allen erdenklichen Stilistiken und mit Menschen aus der ganzen Welt. Man fühlt sich sofort sehr aufgehoben. Dass unsere Show zudem noch super besucht war und die Leute, obwohl es der letzte Tag war, richtig Gas gegeben haben, macht die Erfahrung Wacken auf jeden Fall zu einem einzigartigen Erlebnis für uns. Neue Songs hatten wir leider noch nicht mit im Gepäck, da wurde noch bis zur letzten Sekunde daran gefeilt.“

Inzwischen ist die Arbeit beendet. Auf die Ersteindrücke angesprochen, erwidert Andy: „Grundsätzlich würde ich sagen, dass „Kill Your Demons“ sehr treibend geworden ist und einen kompromisslosen Drive nach vorne hat. Zudem sind wir sehr glücklich darüber, wie sich unsere Musik auf diesem Album weiterentwickelt hat. Düsterer als den Vorgänger empfinde ich es tatsächlich. Ob es unbedingt härter geworden ist, sollen andere entscheiden. Langweilig wird’s auf jeden Fall nicht.“ Das Quintett zeigt sich in der Wahl seiner Mittel neuerlich frei und mutig, definiert die Zusammensetzung seiner Stücke jedes Mal neu: „Das einzige Rezept, das wir haben, ist im Endeffekt, dass es am Schluss nach EMIL BULLS klingen muss. Wie Du schon erkannt hast, ist es nicht immer einfach, aus unseren vielen verschiedenen musikalischen Einflüssen die richtige Balance zu finden. Im Prinzip läuft das bei uns so, dass jeder erst einmal für sich Ideen sammelt. Anschließend setzen wir uns zusammen und sortieren gnadenlos aus. Aus dem restlichen Material schreiben wir dann gemeinsam Songs. Das ist oft ein sehr anstrengender Prozess, jedoch haben wir das Gefühl, so zu dem besten Ergebnis zu kommen.“

Hinsichtlich der Rezeption erscheint mit „Kill Your Demons“ ein für die Süddeutschen typisches Album. Die Brutalität bleibt zumeist den Strophen vorbehalten, während die Refrains melodiös und mit Clean-Gesang versehen werden. Die Attitüde des Materials ist offen und zugänglich, doch unter der Oberfläche lauert Substanz und Tiefe, die entdeckt werden wollen: „Das kann ich gut nachvollziehen,“ stimmt der Gitarrist zu. „Als Widerspruch sehe ich das allerdings nicht, eher


als Kompliment. Es ist schön, dass der Hörer einen schnellen Zugang zu unserer Musik bekommt. Allerdings legen wir auch sehr viel Wert auf Musikalität und darauf, uns künstlerisch weiterzuentwickeln. Deswegen bemerkt man beim wiederholten Hören dann doch noch das ein oder andere Detail oder ändert seinen Blickwinkel auf die Songs generell.“

Für die Musiker selbst ändern sich Wahrnehmung und Zugang zu den Stücken während der kreativen Arbeit: „Wie ein EMIL BULLS-Album vom Wesen her klingt, kristallisiert sich immer erst während des Prozesses heraus,“ so Andy. „Eine Platte ist gut, wenn man Lust darauf hat, sie immer wieder zu hören, wenn man in die Musik eintauchen kann und sie Emotionen bei einem weckt. Die Verschiebungen zwischen den Stilen resultieren tastsächlich daraus, dass wir eine Band sind, die immer bis zum letzten Moment am Album arbeitet. Oft ist es nicht einfach für uns, fertig zu werden.“ Beschäftigt man sich mit „Kill Your Demons“ bemerkt man vor allem die Ausgewogenheit zwischen Aggressivität und Heaviness sowie die geschickten Verschiebungen zwischen rockigen und metallischen Klängen, wie man sie bereits von den früheren Veröffentlichungen her kennt:

„Ich denke, dass man das getrost so sagen kann,“ freut sich der Gitarrist. „Für dieBand ist zuerst einmal der Wiedererkennungswert wichtig. Natürlich gehört zu unserem Sound ganz entscheidend die Heaviness. Das sind unsere persönlichen Wurzeln. Obwohl wir versuchen, eingängig zu sein, resultiert unser Sound zum Großteil aus harten Tönen. Diese Kontraste zeichnen uns aus und verleihen uns eine gewisse Eigenständigkeit, gerade was Genre-Definitionen angeht.“ Die Crossover-Aufstellung der EMIL BULLS ist kein Zufall, bestätigt Andy: „Festlegen wollen wir uns gar nicht. Es ist Segen und Fluch zugleich, wenn man stilistisch aus dem Vollen schöpfen kann. Ein großer Vorteil ist, dass man sich relativ einfach weiterentwickeln kann, ohne eine Szene-Polizei auf den Plan zu rufen. Im Laufe der Zeit ändern sich die Einflüsse und man genießt die kreative Freiheit, diese in die eigene Musik einfließen lassen zu können.“ Im Songwriting fügt sich bei den Bayern alles ganz von selbst zusammen: „Da wir mittlerweile eine gestandene Band sind, wissen wir ziemlich genau, welche Knöpfe wir drücken müssen, um das Skelett für einen EMILBULLS-Song zu gestalten. Dass sich immer wieder Neuerfinden fällt dann ganz klar unter die Kategorie Bauchgefühl. Ein guter Song muss vor allem ein Gefühl vermitteln und das lässt sich nicht wirklich gut konstruieren.“

 
 Links:
  facebook.com/EmilBullsOfficial
 
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