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Rings Of Saturn

Storie von: arne, am 25.09.2017 ]

Was RINGS OF SATURN selbst Aliencore taufen, meint die Verbindung von Tech-Death, Deathcore und Sci-Fi-Konzepten. Mit „Ultu Ulla“ erscheint der vierte Longplayer der Kalifornier. Die wahnwitzige Extrem-Kost zwischen Poly-Rhythmik und Unmengen an Blastbeats weist ebenso obskure Experimente und lässige Anspielungen auf.

 
Schlagzeuger Aaron Stechauner weiß um die Verantwortung, der die Bay Area-Kombo gerecht werden muss: „Mit unseren Veröffentlichungen haben wir die Erwartung geweckt, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln und den innovativen Wert unserer Musik beständig steigern. Das schreckt mich nicht ab, sondern fordert mich heraus. Was immer ich tue, erfolgt mit vollem Einsatz und ganzer Leidenschaft. Es gefällt mir, dass ich ein immer besserer Musiker werde und ich hoffe, die Leute nehmen davon Notiz.“ Gitarrist Miles Dimitri Baker schlägt in eine ähnliche Kerbe und legt nach: „Ich bin davon überzeugt, dass die Leute uns für das neue Album noch größere Achtung entgegenbringen werden. Unser Sound besitzt noch mehr Dynamik, ist aber nicht allein etwas für Verrückte. Das ist ohnehin nur ein Klischee, denn wir sind nicht ausschließlich Frickler.“

Wer mit der Gruppe aus San Francisco bereits Bekanntschaft geschlossen hat, dürfte diese als enorm verbreakt und immens fordernd kennengelernt haben: „Ich kann nicht behaupten, dass wir es bewusst darauf anlegen, möglichst abgefahren oder krass aufzuspielen,“ entgegnet Aaron. „Doch wer sich mit unseren Songs beschäftigt oder sich sogar die Mühe macht, sie nachzuspielen, wird sicherlich seinen musikalischen Horizont öffnen und seine Fertigkeiten erweitern. Das ist jedoch nichts, was wir forcieren wollen oder beeinflussen können.“ Wichtig ist, dass RINGS OF SATURN selbst Spaß an der Herausforderung haben: „Ich schätze all die chaotischen, schnellen und bisweilen schockierenden Passagen,“ gibt Miles zu. „Den Hörern geht es sicherlich nicht anders. Gerade deshalb scheinen sich viele Leute für uns zu interessieren. Sie schätzen extreme Dinge, die einen Schock-Effekt besitzen.“

Der kreative Arbeitsprozess ist allerdings kein Selbstläufer, wie der Gitarrist offenlegt: „Am Songwriting habe ich viel Spaß, doch auf gute Einfälle zu kommen, kann hart sein. Sobald die erste Idee da ist, entwickelt sich der Rest des Liedes meistens von selbst. Für das neue Album habe ich mich verstärkt auf die Strukturen, Melodien, harmonischen Entwicklungsstränge und vor allem das Zusammenwirken von Kompositionstechniken konzentriert. Themen und Variation sind wichtig, um Motive in einem Lied zu entwickeln. Erst das macht einen guten Song aus. Kleine Variationen sind es, die mich nicht loslassen und faszinieren. Davon gibt es auf „Ultu Ulla“ jede Menge.“ Was nicht in den Kontext des Aliencore passt, nutzen die Musiker für andere Projekte, wie Aaron verrät: „Manche Ideen können wir nicht in vollem Umfang umsetzen oder verwenden


sie am Ende gleich für Interloper oder Brazen Tide. Das hängt auch damit zusammen, dass wir im Songwriting einer RINGS OF SATURN-Geisteshaltung gerecht werden wollen. Wenn wir Material für diese Band schreiben, versuchen wir stets, uns in diese Mentalität zu versetzen.“

Der Schlagzeuger, der an der Entstehung von „Lugal Ki En“ noch nicht beteiligt gewesen ist, hat schnell verstanden, worum es geht: „Für „Ultu Ulla“ war es unser Ziel, den Sound der Band weiter zu schärfen und einen Reifeprozess unter Beweis zu stellen, ohne stark von dem abzuweichen, was RINGS OF STAURN auszeichnet. Das haben wir vollbracht, indem wir keine Zweitverwertung des letzten Albums betrieben, sondern etwas Neues auf die Beine gestellt haben.“ Die Weiterentwicklung betrifft für Aaron vor allem die Qualität des Songwritings: „Als technischer Band ist es uns wichtig, bestimmte Elemente in unseren Songs als wiederkehrende Motive zu transportieren. So bemühen wir uns, mehr Menschen anzusprechen, ohne dabei das aufzugeben, was die Fans von uns gewohnt sind.“ Auf unerwartete Ausreißer und progressive Vorstöße muss man also weiterhin gefasst sein:

„Die Überraschungen setzen wir absichtlich,“ gibt Aaron zu. „Wir konzentrieren uns darauf, uns unsere Aufmerksamkeit zu bewahren und Hörer immer dann unvorbereitet zu treffen, wenn sie meinen, zu wissen, was als Nächstes geschieht. Damit provozieren wir die Hörer und sichern uns unsere Kontrolle im Chaos.“ Gitarrist Miles stimmt dem Schlagzeuger zu und ergänzt: „Musik muss überraschen, denn sonst wird sie schnell langweilig. Mit jedem Song, den ich schreibe, entscheide ich mich für eine bestimmte Richtung. Mit diesen Entscheidungen schlage ich mich regelmäßig lange herum. Schließlich gibt es eine Million verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Lied ausgestalten und entwickeln kann. Es geht darum, die Lösung zu finden, die einen am meisten reizt und von der der Song am meisten profitiert. Das macht es so hart.“

Die neue bzw. klarer hervortretende Ausgewogenheit im Spiel von RINGS OF STAURN ist dabei kein Zufall: „Im Bereich der technischen Musik geht es immer um zwei Dinge – die Technik an sich und um Zugänglichkeit,“ so Miles. „Diese beiden Facetten gilt es so zu kombinieren, dass sie in einem guten Mischungsverhältnis zusammen kommen. Nur das hält Lieder am Laufen und fesselt Zuhörer. Wenn beide Aspekte in einem Lied interagieren, ist es wunderbar. Krass technisch und unter Einbindung einer starken Melodie aufzuspielen und dabei noch eine harmonische Progression auszuarbeiten, ist das Beste, was man tun kann.“

 
 Links:
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