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Alazka

Storie von: arne, am 06.09.2017 ]

Den eigenen Namen zu wechseln, sollte man sich reiflich überlegen. Zumindest dann, wenn man bereits erste Aufmerksamkeit erregt hat. Aufgrund personeller und stilistischer Veränderungen hat sich das Quintett aus Recklinghausen dennoch für diesen Schritt entschieden. Burning Down Alaska heißen nunmehr ALAZKA und legen mit „Phoenix“ ihr erstes Album vor.

 
„Ich würde nicht sagen, dass der Schritt „nötig“ war, doch wir haben die Entscheidung bewusst getroffen,“ äußert Bassist Julian auf die Umbenennung angesprochen. „Wir waren mit dem alten Namen schon lange nicht mehr zufrieden. Während wir überlegt haben, wie wir stattdessen heißen könnten, wurde uns bewusst, warum wir diesen Schritt vollziehen wollen. Mit unserem neuen Sänger Kassim haben wir uns endlich vollkommen gefühlt und bemerkt, dass die Band, die wir sein wollen, nicht die ist, die damals als Burning Down Alaska gegründet worden ist. Den neuen Namen nutzen wir schon seit der Headliner-Tour letztes Jahr. Wir wollten nie eine Band sein, die nur einer Szene zuzuordnen ist und waren uns stets bewusst, dass sich unsere Musik mit der Zeit verändern wird. Denn wir selbst reifen und finden ständig neue Einflüsse, die uns inspirieren. Zudem verstehen wir uns nicht als Szene-Band. Der Name ALAZKA drückt für uns genau das aus, was wir sind. Ein an sich simpler Name, der immer noch an unsere Vergangenheit erinnert, aber auch zeigt, dass etwas neu ist. Außerdem war uns wichtig, dass der Name leicht zu merken und schwer zu vergessen ist. Das haben wir geschafft, finde ich. Vor allem, wenn man daran denkt, wie viele Leute sich dazu gemeldet haben, nur um zu sagen, dass sie ihn scheiße finden.“

Musikalisch wirkt sich die breitere Integration eines Sängers merklich auf die Wirkung des Sounds zwischen Post-Hardcore und dosiert heftigeren Momenten aus. Darüber hinaus verdeutlicht „Phoenix“ sehr eindrucksvoll, dass die fünf Musiker richtig Bock haben und ihren Neustart erwartungsfroh ausfüllen: „Wir sind genauso motiviert wie immer, wenn nicht noch mehr,“ bestätigt Julian. „Wir alle haben der Band unser Leben gewidmet und stehen komplett hinter dem, was wir tun. Kassim ist ja mittlerweile auch schon über ein Jahr dabei und für uns passt einfach alles. Für uns als Band ist die musikalische Veränderung gar nicht gravierend. Natürlich sind die Clean-Vocals relativ neu, aber die sind auch die größte Veränderung. Am Ende entscheidet jeder Hörer für sich, wie stark wir uns seiner Meinung nach verändert haben. Der Namenswechsel spielt dabei keine große Rolle. Wir hatten das schon sehr lange vor, insofern war es für uns am Ende keine krasse Veränderung. Es steht nur was Anderes drauf, wir sind immer noch dieselben wie vorher. Wir wollen Musik machen, die wir selbst feiern und, wenn es klappt, damit rumreisen und sie möglichst vielen Leuten präsentieren.“

Die neuen Möglichkeiten,


die sich aus der neuen Besetzung mit Kassim ergeben, schätzen ALAZKA bereits sehr: „Für uns war es aufregend, dieses neue Element in unserem Songwriting verwenden zu können,“ freut sich der Bassist. „Natürlich funktioniert sowas nicht auf Anhieb, aber wir haben uns schnell aneinander gewöhnt und so lief es beim Songwriting bald richtig gut. Unsere Arbeitsweise ist grundsätzlich die gleiche geblieben. Die Gitarristen Marvin und Dario schreiben das Instrumentale und ich arbeite die Lyrics aus. Diesmal war es allerdings deutlich weniger strikt getrennt als noch auf „Values & Virtues“. Ich habe viel mit Kassim und Tobi ausprobiert, was Gesangsmelodien und Rhythmen sowie die Instrumentals angeht. Jeder hat seinen kleinen eigenen Fingerabdruck hinterlassen.“ Die Arbeit an „Phoenix“ war also fast ein Selbstläufer: „Wir haben das ganze Album innerhalb von drei Monaten geschrieben und sind dann nach England ins Studio gefahren. Das war eine richtig intensive Zeit, in der wir herausfinden konnten, wie wir beim Songwriting am besten harmonieren. Der ganze Schaffensprozess des Albums war für uns extrem wichtig, um uns als Band weiter zu entwickeln.“

Die Musiker aus Recklinghausen betonen das eingängige Potenzial ihrer Songs, achten aber auch auf kontrastschaffende Härte: „Für mich sind das keine Gegensätze,“ erwidert Julian. „Als aggressiv würde ich unsere Platte nicht bezeichnen, aber wir haben jetzt nicht das eine zugunsten des anderen aufgegeben. Wir haben versucht, eine abwechslungsreiche Scheibe zu produzieren, die aber trotzdem in sich stimmig ist. Mit Kontrasten arbeiten wir deshalb natürlich schon. Der auffälligste ist dabei der stimmliche zwischen Kassim und Tobi. Hier haben wir einfach geguckt, dass wir eine gute Mischung hinbekommen, die nicht auf Kosten der Qualität geht. Wenn ein bestimmter Part für Shouts besser als für Gesang geeignet war oder andersrum, dann haben wir das so umgesetzt. Unsere Musik möchte ich vor allem als emotional beschreiben. Kontraste sind für uns ein super Mittel, um verschiedene Emotionen rüber zu bringen.“

Als über Gebühr zugänglich verstehen ALAZKA ihr Spiel dabei nicht: „Wir selbst haben nicht das Gefühl, die poppige Schiene durchzuziehen,“ so der Bassist. „Wir machen Musik, die wir selber feiern. Vielleicht fühlt es sich für manche poppig an, doch das kann ich nicht beurteilen. Die Songs, die wir schreiben, wirken für uns natürlich und passend. Wenn das am Ende den Leuten gefällt, freut uns das umso mehr.“

 
 Links:
  facebook.com/alazkaofficial
 
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