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Primal Age

Storie von: arne, am 26.06.2017 ]

Klassischer Metal-Hardcore im Stil der 1990er Jahre besitzt heutzutage Seltenheitswert. Da PRIMAL AGE genau auf diesen Sound setzen, fallen sie auf. Die Mischung aus Hardcore-Elementen im Sinne von Breakdowns, Mosh-Parts und herben Screams wird mit Slayer-Riffing kombiniert. Fertig ist „A Silent Wound“, mit dem die Franzosen eine mehrjährige Veröffentlichungspause beenden.

 
„Wie bei einem alten Baum reichen unsere Wurzeln tief, so dass es uns keine Probleme bereitet, dem Sturm zu widerstehen und am Leben zu bleiben. Die Musik ist einer beständigen Evolution unterworfen. Wir sind ein kleines Puzzle-Stück, das eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und Zukunft schafft. Das zeigt sich bereits in unserem Line-Up. Wir treten mit einem 49 Jahre alten Frontmann an, haben aber auch junge Mitglieder, die erst kürzlich im Alter von gerade einmal 18 Jahren zu uns gestoßen sind.“ Das Quintett lebt seinen Crossover-Ansatz demnach auf mehreren Ebenen: „Wir haben immer schon verschiedene Einflüsse miteinander kombiniert, um den Sound zu erschaffen, der unsere musikalische Identität darstellt. In der letzten Dekade haben wir uns dabei mehr mit dem Metal beschäftigt und den Hardcore etwas vernachlässigt. Die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit mit der Beatdown-Fixierung sind nichts für uns. Dennoch werden wir auf Metal-Konzerten stets als Grenzgänger eingeordnet. Für uns passt das, solange uns Respekt entgegen gebracht wird und wir unseren Spaß haben.“

Diese Aussage ist bemerkenswert, wenn man sich vor Augen führt, welchem Background die Stammbesetzung von PRIMAL AGE entstammt: „Wir sind mit dem Hardcore und Bands wie Sick Of It All, Agnostic Front, Youth Of Today, Suicidal Tendencies, Bad Brains, Biohazard, etc. aufgewachsen. Aus dieser Ecke kommen wir. Vor zwanzig Jahren waren wir auch spielerisch noch nicht in der Lage, Metal-Tracks umzusetzen. Dazu waren wir zu schlechte Musiker. Doch wir sind auch lange schon große Fans von Slayer und Sepultura, so dass wir alles daran gesetzt haben, auch Metal-Songs spielen zu können. In der Normandie, aus der wir stammen, ist es nicht einfach, fünf motivierte Musiker zusammen zu bekommen, die bereit sind, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Zum Glück haben wir es am Ende immer hinbekommen und konnten deshalb aktiv bleiben. Auch für unsere Zukunft bin ich positiv gestimmt, dass es weiter gehen wird. Das Feuer in uns brennt noch immer.“ Auf der neuen MCD zollen die Franzosen dem verstorbenen Slayer-Gitarristen Jeff Hanneman mit einem Medley Tribut, was anständig funktioniert:

„„A Silent Wound“ ist schon etwas Besonderes, denn es ist die erste Veröffentlichung mit unseren beiden neuen Gitarristen. Wir wollten eine aggressive MCD erschaffen und das haben wir erreicht. Bei der Umsetzung hat uns das frühere xAbsonex-Mitglied Sylvian, mit dem wir eng befreundet sind, als dritter Gitarrist geholfen. Mit seiner Unterstützung haben wir für uns typische Stücke umgesetzt, aber


auch unseren metallischen Einflüssen Ehre erweisen können.“ Im Spiel von PRIMAL AGE wird deutlich, dass Hardcore-Musiker zugange sind, die auch dem Thrash viel abgewinnen können: „Ich verstehe unseren Ansatz als atypisch. Zumindest, wenn ich es auf die französische Szene beziehe, die ich überblicken kann. Ein großer Unterschied zu anderen Gruppen besteht für mich darin, dass wir auf der Bühne stets mit voller Energie aufspielen und geradezu explodieren. Viele Metal-Bands aus unserem Umfeld tun das nicht. Wir geben immer all das, was wir haben.“

Im Songwriting tut das Quintett nichts anderes: „Wir fühlen unsere Musik. Das Handwerk, das nötig ist, um unsere Ansprüche umzusetzen, haben wir uns über die Jahre angeeignet. Die Energie unserer Stücke entspringt dem Zusammenspiel von fünf Musikern, die ihre Ideen zusammen werfen und mit Leidenschaft umsetzen. Auf unseren Konzerten kommt zudem der Kommunikation mit dem Publikum eine wichtige Rolle zu. Wir haben vor allem dann Spaß, wenn die Leute abgehen. Das versuchen wir, zu forcieren. Deshalb stehen wir ja auf der Bühne. Wir sind mit ganzem Herzen bei der Sache und das spürt man. Gegenüber Metal-Gruppen profitieren wir sicherlich von unserer Vergangenheit im Hardcore und den dort gelebten Werten, die wir verinnerlicht haben. Die Motivation und Intensität, mit der wir unsere Musik leben, setzt uns von anderen ab. Die direkte Ansprache des Publikums, mit dem wir uns verbrüdern wollen, wann immer wir aufspielen, ist dabei nur ein Aspekt unter mehreren.“ Aufgrund der Aufstellung zwischen Hardcore und Metal besitzt das Spiel von PRIMAL AGE einen ausgeprägten Identifikationswert:

„Jeder, der aufrichtige, harte Musik schätzt, sollte von unserer MCD angesprochen werden. Bildhaft möchte ich von einer Dampfwalze sprechen, die alles und jeden nieder walzt. Ich freue mich besonders für unsere Fans, dass wir endlich wieder etwas veröffentlichen. Das letzte Album ist 2010 erschienen, was doch schon etwas her ist.“ Die Zersplitterung der Band dürfte daran nicht ganz unbeteiligt sein: „Wir leben in verschiedenen Städten und sehen uns eigentlich nur bei den Shows oder wenn wir aktiv an neuem Material arbeiten. Proben tut jeder für sich. Doch wann immer wir zusammen kommen, weiß jeder, was er zu tun hat, so dass wir effizient arbeiten können. Hierbei ist es hilfreich, dass wir dasselbe Ziel verfolgen und darauf eingeschworen sind. Letztlich ist unser Anspruch allein, Songs zu erschaffen, die alle von uns überzeugen. Dass wir das nicht immer erreichen, ist klar, doch ohne Ausschuss geht es nun einmal nicht.“

 
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