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Northlane

Storie von: arne, am 23.05.2017 ]

Vor der Entwicklung von NORTHLANE kann man nur den Hut ziehen. Das Quintett aus Sydney steigert sich mit jeder Veröffentlichung. Das vierte Album „Mesmer“ ist ein neuerlicher Höhepunkt. Die Band verbindet verspielte Variabilität mit nachhaltiger Eingängigkeit und effektvoller Härte. Den Australiern bereitet es keine Probleme, eigene Ansätze und spannende Lösungsmuster zwischen MetalCore, Post-Hardcore, sphärischen Post-Rock-Momenten und füllender Düster-Elektronik zu setzen, die auffallen.

 
„Schon zu einem sehr frühen Stadium, so nach drei bis sechs Monaten, haben wir den Entschluss gefasst, dieses Projekt ernsthaft und mit voller Energie aufzubauen, um es so weit wie möglich zu bringen,“ äußert Gitarrist Josh Smith. „Dass wir unglaublich viel Zeit in die Gruppe und ihre Etablierung gesteckt haben, ist uns in der Folge nicht schwer gefallen. Dafür haben wir uns aktiv entschieden. Das Risiko, das wir eingegangen sind und die harte Startphase zahlen sich inzwischen aus. Heute befinden wir uns in der komfortablen Situation, dass wir unserer Leidenschaft als Job nachgehen können. Mit unserer Musik knüpfen wir ein emotionales Band zwischen uns und dem Publikum.“

Mit Einsatzbereitschaft und Hartnäckigkeit haben sich NORTHLANE etabliert. Identifikation zum gefühlsbetonten Spiel des Fünfers ist schnell hergestellt: „Wir schätzen uns glücklich, die Plattform unserer Band zu haben, mit der wir ein breites Publikum ansprechen,“ greift der Gitarrist den Faden auf. „Mit diesem Geschenk geht für mich eine enorme Verantwortung einher. Das ist der Grund dafür, dass wir ganz bewusst positiv aufgeladene Texte verfassen. Es ist uns wichtig, die Leute zu motivieren, an sich zu glauben und positive Veränderungen einzuleiten – ob nun bei sich selbst, im engsten persönlichen Umfeld oder in einem größeren Rahmen. Der vertonte Optimismus wird von vielen als wertvoll und aufgeschlossen wahrgenommen, und etwas Vergleichbares spiegelt sich auch in unserer Musik wider. Unsere Grundhaltung zum Leben und der Musik ist positiv und das ist bemerkbar. Die für uns größere Herausforderung ist es, die Songs zu erschaffen, die noch niemand vor uns geschrieben hat. Wir versuchen, einen möglichst geringen Anteil an konventionellen Strukturen zu nutzen und unsere Stücke dennoch bekömmlich und eingängig anzulegen.“

Für die eigene Kreativarbeit lässt sich Josh Smith vom Schaffen großer Namen inspirieren, ohne dass NORTHLANE auffällig mit ihnen vergleichbar wären: „Was die grundlegende Agenda anbelangt, sind viele Musiker auf einer Wellenlänge mit uns. Meine großen Idole sind Pink Floyd und Tool, doch auch bahnbrechende Bands wie Flume und Cloudkicker haben es mir angetan. Wenn die Weltsicht und das kulturelle Umfeld vergleichbar sind, erarbeitet man sich auch das Feld der Musik auf ähnliche Art und Weise. Deshalb überrascht es mich nicht, dass viele meiner engen Freunde Architects und Stray From The Path abfeiern, wie ich es selbst auch tue. Auch wir werden von vielen gemocht. Einer der Vorteile, wenn man einen diversen, vielschichtigen


Sound pflegt, ist es, dass er von vielen Hörergruppen verstanden und gemocht wird. Man ist nicht nur auf das Genre beschränkt, dem man gemeinhin zugeordnet wird. Zwar schließt man vielleicht Hörer aus, die nur nach einem spezifischen Sound suchen, doch das ist im Zweifel das kleinere Übel. Es ist klar, dass wir niemals so heftig aufspielen werden wie Meshuggah und auch nicht so stark in den Ambient abdriften, wie es Sigur Ros tun. Wer sich uns mit offenen Ohren nähert, wird aber Elemente aus diesen und ähnlichen Richtungen bemerken.“

Weiter einordnen kann und möchte Josh die Ausrichtung und Leistung von NORTHLANE nicht einordnen: „Meine Perspektive ist immer die eines Gitarristen, der auch Texte schreibt. Für mich sind wir vor allem eine Band, in deren Songs heftige Gitarren, Ambient und unterschiedliche Klangwelten in fließenden Übergängen miteinander synchronisiert sind. Die anderen Mitglieder würden mit großer Sicherheit eine andere Einschätzung liefern. Und auch sonst scheint es mir so zu sein, dass jeder etwas anderes bei uns mitnimmt und uns aus unterschiedlichen Gründen mag. Solange Hörer eine wie auch immer geartete Verbindung zu unserem Spiel finden, bin ich zufrieden. Ob das über die Musik, die Texte oder die transportierten Stimmungen passiert, ist mir nicht wichtig.“ Die Australier versprühen mit „Mesmer“ Zuversicht und Selbstvertrauen. Das Album repräsentiert, was die Musiker in der Entstehungszeit des Materials bewegt und umgetrieben hat:

„Meiner Überzeugung nach befinden sich Künstler in einem fortwährenden Entwicklungsprozess. Zumindest dann, wenn sie bereit sind, Herausforderungen anzunehmen und sie sich trauen, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Es gibt immer noch neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken, in jedem Genre. Wann immer wir ein Album fertig gestellt haben, analysieren wir das Ergebnis eingehend. Wir leiten ab, was uns gut oder schlecht gelungen ist und überlegen, was wir ausgehend von den neu gewonnenen Erfahrungen und Einsichten verändern können, um noch besser zu werden und welche ergänzenden Ideen dazu beitragen. Manchmal braucht es auch Monate des Tourens, bis es Click macht und uns gute neue Einfälle kommen. Hier ist es von Vorteil, dass aufgezeichnete Musik stets nur eine Momentaufnahme darstellt. Selbst, wenn man ähnliche Elemente zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgreift, wird das Ergebnis anders klingen, weil man sich zwischenzeitlich als Mensch und Musiker weiter entwickelt hat. Auch NORTHLANE stehen niemals still, sondern verändern sich fortlaufend.“

 
 Links:
  facebook.com/northlane
 
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