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Passenger

Storie von: arne, am 06.07.2003 ]

Passenger sind weit mehr als nur eine weitere schwedische Band, in deren Line-Up man altbekannte Größen der melodischen Death Metal Szene findet. Formiert um Anders Friden (In Flames) und Niclas Engelin (Gardenian) war dem jungen Quartett zwar von Beginn an größere Aufmerksamkeit garantiert, doch eine Band mit solch durchschlagendem Sound hätte sich in jedem Fall durchgesetzt.

 
Passenger spielen modernen Metal-Sound, der vor allem von vielen Melodien und catchigen Chorus-Linien geprägt ist. Hin und wieder werden leichte Industrial-Elemente zwanglos integriert, doch zumeist präsentiert sich das Quartett als rockige Metal-Band mit einem unnachahmlichem Gespür für einfach schöne und nicht minder anspruchsvolle Songs. Das hat zur Folge, dass man das selbstbetitelte Debüt der Band, Ende April auf Century Media erschienen, nicht wieder aus dem eigenen CD-Player nehmen mag und die elf Songs immer und immer wieder hört. Das Material hat deutliche Hit-Qualitäten und das überdeutlich.

„Wir haben unseren Sound sehr schnell gefunden.“ fässt mir Sänger Anders im Gespräch die musikalische Entwicklung der Band zusammen: „Natürlich war unser erstes Demo noch nicht so gut wie jetzt das Album, aber wir haben uns dennoch schnell entwickelt. Aus diesem Grund haben wir auch Songs unseres Demos mit auf das Album genommen. Sie waren einfach zu gut, sie nicht zu veröffentlichen. Alles lief von Beginn an sehr geradlinig, denn unsere Vision war schnell klar. Wir wussten, wohin wir wollten und wie Passenger klingen sollten, nichts anderes haben wir mit unserem Album umgesetzt.“

Rudimentär bereits 1995 als Projekt gegründet, hatten die Schweden kleinere Anlaufschwierigkeiten zu überwinden. 1997 stieß Sänger Anders zur Band und erst drei weitere Jahre später, 2000, erkannten die beteiligten Musiker, wie groß das Potenzial ihrer Zusammenarbeit tatsächlich war. Passenger erreichten schließlich den Status einer Band und alle nahmen ihre Arbeit ernster. Die In Flames-Tour-Pause führte dann zu den finalen Arbeitsschritten am Passenger-Album und auch live will die Band im Sommer/ Herbst unterwegs sein. Dabei scheint Passenger fasst ein Selbstläufer zu sein, denn Sound und Album werden von allen Seiten mit Lob überschüttet. Zurecht, doch damit haben die Musiker eigentlich nicht gerechnet, war ihr


Anspruch doch, die eigene Kreativität auf anderem Wege als mit den jeweiligen Hauptbands auszuleben: „Wir lieben die gleiche Art Musik und hatten die gleiche Vorstellung dessen, was wir machen wollten. Passenger ist eine Band aus Spaß an der Sache und genießen das sehr. Es lässt uns mehr Freiheiten.“

...und die nutzen die Musiker auch aus. Zumal Anders ja auch sein Phlat Planet Studio am Laufen hat: „Wir haben noch während der Aufnahmen zum Album gejamt, mit Beats experimentiert und an den Riffs gearbeitet. Wir waren immer im Studio und konnten, wann immer wir wollten, an den Songs gearbeitet. Ziel war es die uns bestmöglichen Songs zu schaffen und das haben wir auch erreicht.“

Der Weg ins Studio Fredman (befindet sich im gleichen Haus) war am Ende kein weiter und im Ergebnis steht ein unbeschwert modernes und unglaublich breites Metal-Album: „Von Depeche Mode zu Massive Attack, über die Deftones, Perfect Circle zu Handsome oder auch den neueren Entombed-Alben, unsere Einflüsse sind sehr vielfältig und das hört man auch. Ich mag auch die frühen Pearl Jam-Sachen und sicherlich haben diese auch ihren Einfluss hinterlassen.“ Mit den eigenen Songs haben Passenger dann elf Mal ihre klar nachvollziehbaren Anforderungen an gute Musik umgesetzt: „Ein einprägsamer Chor und gute Melodien sind für einen guten Song sehr wichtig. Ein Song ohne Melodie ist einfach langweilig, man kann nicht nur allein mit Rhythmen arbeiten, man muss Melodien und Rhythmen kombinieren. Das haben wir mit Passenger getan.“ Das klingt fast zu einfach und doch ist das Werk anspruchsvoll wie nachhaltig:

„Im schlechtesten Fall kann man als Musiker keine Reaktion im Hörer auslösen. Hinterlässt man keinen Eindruck, hat man etwas falsch gemacht. Natürlich ist jegliches Empfinden individuell, aber dennoch kann man etwas wenigstens mögen oder komplett ablehnen. Ich möchte die Leute bewegen. Deshalb mache ich schließlich Musik.“

 
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