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Loathe

Storie von: arne, am 18.04.2017 ]

Die Briten nutzen Versatzstücke aus den Bereichen Deathcore, Mathrock, NuMetal, Industrial und elektronischem Noise, um ihre eigene Vision destruktiver, düsterer Heavy-Sounds umzusetzen. Mit „The Cold Sun“ legen LOATHE ein Album vor, das ungemein bedrohlich klingt und das ängstigt. Das Quintett spekuliert auf diese Wirkung und setzt seinen Ansatz nicht ohne Hintergedanken experimentell und verstörend um.

 
„Unsere Ideale sind während der gesamten Zeit unseres Bestehens konstant geblieben und haben sich nicht verändert,“ geben Kadeem, Erik, Shayne, Connor und Sean gemeinschaftlich zu Protokoll. „Sie sind uns heute sogar wichtiger als jemals zuvor. Wir kanalisieren die Negativität, die in uns ist, und verwenden sie, um etwas Positives zu erschaffen, indem wir sie auf konstruktive und progressive Art und Weise in Musik verwandeln.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass „The Cold Sun“ optimistisch oder friedfertig klingen würde. Das genaue Gegenteil ist der Fall: „Seit der Gründung von LOATHE schätzen wir die Freiheit, die sich uns in der kreativen Arbeit bietet. Das ist einer der Gründe, weshalb wir die Band überhaupt gestartet haben,“ so die Briten. „Erwartungen und Druck, sofern es sie überhaupt gibt, verkehren wir in ihr Gegenteil und nutzen sie zu unserem Vorteil. Im Arbeitsprozess geht es uns darum, dass wir uns selbst überzeugen und mit voller Leidenschaft an den Stücken arbeiten. Wenn wir dann etwas veröffentlichen, sind wir vom Ergebnis vollends überzeugt. Das Warten bis zum Erscheinungstermin ist eine vergleichsweise einfache Aufgabe, auch wenn wir natürlich wissen wollen, wie neue Songs bei unseren Hörern ankommen.“

Leicht fällt die Auseinandersetzung mit den Tracks der Band nicht, obwohl die Musiker darauf verweisen, dass sie schlicht ihre Emotionen in Musik überführen: „Klanglich steht LOATHE für die Entsprechung unserer Gefühlslagen oder dessen, was und wie wir uns ausdrücken wollen. Das wir uns von Song zu Song und Release zu Release verändern, liegt in der Natur der Sache. Wer „Prepare Consume Proceed“ mochte, wird auch das neue Album verstehen und schätzen lernen.“ Berechenbar ist das Spiel des Quintetts jedoch zu keiner Zeit. Aus diesem Umstand resultiert ein guter Teil des Reizes, den „The Cold Sun“ verströmt: „Unsere Einflüsse sind vielfältig und unsere Interessen breit gelagert,“ relativieren Kadeem, Erik, Shayne, Connor und Sean. „Das betrifft sowohl die Musik, die wir hören, als auch die Musik, die wir selbst schreiben. Unser Stil spiegelt das deutlich wider. Ebenso offensichtlich drückt es sich im visuellen Auftritt von LOATHE und dem Gesamteindruck, den wir hinterlassen, aus.“

Der Sänger absolviert die Auftritte zumeist mit Maske. Die Profile in den einschlägigen Internet-Plattformen geben kaum Informationen über die Beteiligten preis. Distanz scheint den Briten wichtig zu sein, resultiert aber vielleicht aus der empfundenen exponierten Alleinstellung: „Der


britische Underground hat viele tolle Bands hervorgebracht, mit denen wir uns verbunden fühlen oder die wir respektieren. Jeder von uns bringt seine eigenen Vorlieben und Prägungen mit ein, so dass beim Zusammentreffen innerhalb unserer Gruppe etwas entstehen kann, das größer als die Summe der einzelnen Einflüsse ist. Deshalb ist uns die Kollektiv-Arbeit so wichtig. Wir schätzen Bitter Youth, Holding Abscence und Blood Youth, aber auch die nicht aus Großbritannien stammenden Darke Complex und Afterlife. Hier im UK gibt es aber keine Bands, die so aufspielen, wie wir es tun. Wir sehen uns allein auf weiter Flur. Was andere treiben, interessiert uns deshalb nicht. Wir fühlen uns keiner Sub-Szene verpflichtet und sind bestrebt, unserem Weg eigenständig treu zu bleiben. Indem wir das tun, denken wir, Eindruck auf andere ausüben zu können und aufzufallen. Vielleicht beeinflussen wir auch den einen oder anderen Hörer.“

Das Album „The Cold Sun“ zeigt auf, welchen Interessen die Band im März 2016 nachgegangen ist. Aufgrund des experimentellen, unsteten Band-Ansatzes dürften LOATHE inzwischen schon wieder anders klingen: „Einen einzelnen Song fertig zu stellen, bedeutet uns nicht mehr, als ein weiteres Puzzle-Teil gefunden zu haben. Solange wir nicht alle Teile beisammen haben, ist das Bild unvollständig und rätselhaft. Dass jede unserer Veröffentlichungen ein anderes Konzept verfolgt, macht es nicht einfacher. Es bereitet uns innere Befriedigung, auf die Komplettierung unseres Projektes hinzuarbeiten. Doch bis wir unsere Vorstellungen tatsächlich umgesetzt haben, wird noch viel Zeit vergehen.“

Die Briten können nur näherungsweise umreißen, wohin die Reise gehen soll: „Wir überführen das in Musik, was in unseren Köpfen ist. Beim Songwriting versuchen wir uns in die Lage der Hörer zu versetzen. Schließlich dürfen wir die Dinge weder übermäßig verkomplizieren noch unsere Vision und Inspiration verlieren, indem wir uns verzetteln. In dieser Hinsicht ist es von Vorteil, dass wir gemeinschaftlich als Gruppe arbeiten und uns gegenseitig überprüfen. Unsere Vision verändert sich von Song zu Song – abhängig von der konkreten Situation, dem jeweiligen Umfeld und unserem Gefühlszustand in Moment des Arbeitens. Übergeordnet verfolgen wir den Anspruch, die Grenzen heftiger Musik zu verschieben, indem wir klanglich und visuell Spannung erzeugen.“

Die Stoßrichtung der heftigen Düster-Sounds und textlichen Botschaften erfolgt dabei im Gleichklang: „Apokalypse, Tragödie und Transzendenz.“

 
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