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Nightrage

Storie von: arne, am 12.04.2017 ]

Die griechisch-schwedischen NIGHTRAGE um Gitarrist Marios Iliopoulos zeigen sich unermüdlich. Mit „The Venomous“ erscheint der siebte Longplayer der MeloDeath-Kapelle, der es wiederum gelingt, einen frischen, unverkrampften Blick auf die eigene Spielwiese an den Tag zu legen. Treibende Härte und melodische Zugänglichkeit treffen in unterhaltsamer Balance aufeinander, und kleine Überraschungen gibt es noch dazu.

 
„Was uns im NIGHTRAGE-Camp antreibt, sind Leidenschaft und Herzblut,“ bekräftigt Marios. „Wir spielen exakt die Songs, die wir als Metal-Fans gerne hören möchten. An diesem Ansatz hat sich über die Jahre und wechselnden Besetzungen nichts geändert. Deshalb ist es für mich keine Überraschung, dass „The Venomous“ vor allem das beinhaltet und repräsentiert, was wir als Musiker drauf haben. Natürlich ist es auch ein Ziel, die Dinge immer ein bisschen anders anzugehen, doch mehr noch geht es uns um unverkrampfte Natürlichkeit. Mit den Metal-Klischees geben wir uns erst gar nicht ab, sondern vertrauen einzig auf unser Gefühl. Welchem Stil wir verfallen sind, stellt jedes einzelne Stück heraus. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht auch zu Experimenten bereit sind oder im Songwriting auf Abenteuerlust verzichten.“ Das Quintett spielt mit ungebrochener Motivation auf und entwickelt seinen Stil schlüssig weiter:

„Ich bin nach wie vor hungrig und spüre in mir das Feuer, weiter zu arbeiten und meine Inspiration auszuleben,“ verdeutlicht der Kreativkopf. „Unser letztes Album „The Puritan“ stellt für mich den Auftakt einer neuen Ära von NIGHTRAGE dar. „The Venomous“ nimmt den Faden nun genau dort auf. Das Ergebnis fällt noch interessanter aus. Im Entstehungsprozess ist „The Puritan“ ein hartes Stück Arbeit gewesen. Es ist ein Test gewesen, den wir erfolgreich gemeistert haben. Das ist genau die Identität dieser Band – wir sind eingeschworene Kämpfer, die sich durchboxen.“ Zumindest überwiegend, denn mit Magnus Söderman als zweitem Gitarristen und Schlazeuger Lawrence Dinamarca stellen sich wiederum Neuzugänge im Line-Up vor. Auch dank der Mitarbeitet dieser talentierten Musiker setzt sich die Entwicklung der Gruppe evolutionär fort: „Es gibt immer neue Ansätze oder Vorgehensweisen, die es lohnen, ausprobiert zu werden,“ weiß Marios. „Solange man aufgeschlossen und interessiert bleibt, findet man immer zu Ideen, die neuartig klingen. „The Venomous“ besitzt eine aufrichtige Unschuldigkeit, wie man sie im aktuellen Metal-Umfeld nur selten vorfindet. Uns geht es nicht darum, kommerziellen Anklang oder Erfolg in der Breite zu erzielen, sondern darum, gute Songs zu schreiben, die uns erfüllen. Das neue Album bietet eine andere Sichtweise auf den Sound von NIGHTRAGE, ohne sich anzubiedern oder in der Umsetzung übertrieben zu sein.“

Der umtriebige Gitarrist profitiert vom Zutun seiner Mitstreiter: „Mir war


es wichtig, stilistisch noch breiter aufgestellt zu sein und dadurch neue Möglichkeiten im Songwriting zu nutzen. Hier äußert sich der Einfluss von Magnus. Wir haben eine ähnliche Prägung, was den Metal betrifft. Doch seine Einstellung ist Thrash-iger. Die Art und Weise, wie er Melodien schreibt, unterscheidet sich von meiner. Die Kombination unserer Arbeitsweisen prägt „The Venomous“.“ Der siebte Longplayer der griechisch-schwedischen Formation wirkt zugespitzt, kompakt und couragiert: „Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie NIGHTRAGE klingen sollen,“ erklärt Marios Iliopoulos. „Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Veränderungen geben darf. „The Venomous“ ist der beste Beweis dafür, dass wir immer noch kreatives Neuland betreten, ohne unsere Identität dafür aufzugeben. Man hört und liest häufig vom lebenslangen Lernen. Mit der Band setze ich genau das um. Meine Entdeckungsfreude hält mich jung.“ Den handwerklichen Aspekt bewerten die Musiker indes nicht über – aus gutem Grund: „Ich bin davon überzeugt, dass Hörer ein feines Gespür dafür haben, was sie wollen und was nicht,“ so der Gitarrist. „Zu viel Technik kommt nicht gut an, denn man erreicht schnell die Grenze, dass Hörer es nicht mehr nachvollziehen können. Für mich ist es ohnehin anspruchsvoller, effektive Melodien und Riffs zu spielen, die ineinander greifen und das Ergebnis heben. So, wie auf „The Venomous“. Im Songwriting müssen wir uns von Zeit zu Zeit zurück nehmen und daran erinnern, dass es nichts bringt, all das in Tracks zu packen, was wir handwerklich drauf haben. Wirkungsstarke Einfachheit ist eine viel gefährlichere Waffe.“

Gekoppelt mit belastbarer Eigenständigkeit dürfte dem Siegeszug von NIGHTRAGE eigentlich nichts im Weg stehen. Doch auch wenn die Band gefühlt schon eine Ewigkeit besteht, zieht sie bescheidene Bahnen. Marios stört das nicht, denn ihm ist etwas anderes wichtig: „Sich selbst treu zu bleiben, ist keine Selbstverständlichkeit. Als Band erlebt man die tollsten Sachen und sieht sich vielerlei Mist ausgesetzt. Man muss eine Menge einstecken und Standhaftigkeit beweisen. Ich habe gelernt, dass ich allein meinem Herzen folge, um sicher zu stellen, dass ich meiner Musik mit Würde, Anstand und ohne Kompromisse hinsichtlich der Qualität nachgehen kann. Ich bin stolz darauf, dass es NIGHTRAGE nach wie vor gibt und wir bis heute einzig und allein dem Feuer und der Leidenschaft in unseren Herzen folgen.“

 
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