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Dead By April

Storie von: arne, am 08.04.2017 ]

POP-METAL VORAUS. Die Schweden von DEAD BY APRIL gehen seit Jahren dorthin, wo die maximale Hörer-Breite zwischen MeloDeath, Elektro/Rave und Pop zu finden ist. Das tut das Quartett überaus konsequent und ohne jegliche Berührungsängste. „Worlds Collide“ heißt das vierte Album der Göteborger, das wiederum Ohrwürmer am Fließband bietet und neuerlich die Geister scheiden wird.

 
„Bei uns passiert dieser Tage wieder eine Menge,“ freut sich Pontus Hjelm, der für Gitarre, Keyboard, Klargesang und die Produktion verantwortlich zeichnet: „Das neue Album ist nur das Offensichtliche, doch auch daneben stellen wir die Weichen für unsere Zukunft. So haben wir gerade unsere App „DEAD BY APRIL“ auf den Markt gebracht, die man im App Store und bei Google Play herunter laden kann. Erst kürzlich haben wir Verhandlungen mit dem CEO der Universal Music Group geführt, um unsere Musik künftig auch über deadbyapril.com in Form von Downloads verkaufen zu können. Das klingt dem Grundsatz nach einfacher, als es sich in der Umsetzung erwiesen hat. Doch wir haben unser Ziel erreicht und können ab sofort vielfältiges exklusives Material anbieten, das es sonst nirgendwo gibt. Und weil das alles noch nicht genug ist, sind wir gerade dabei, ein Spiel zu entwickeln, dass von DEAD BY APRIL inspiriert ist. Darüber kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht viel verraten. Hier müssen sich unsere Fans noch einige Monate gedulden. Mit all dem sind wir noch nicht einmal am Ende. Wir haben viele weitere Ideen, die wir gerade darauf abklopfen, ob sie umsetzbar sind. Im Mittelpunkt unseres Interesses steht aber natürlich zunächst unser Anspruch, gute Musik abzuliefern, mit der wir uns anschließend auf Touren und Festivals präsentieren. Anders formuliert – wir blicken unserer Zukunft erwartungsfroh entgegen.“

Dass Kritiker den Pop-Metal der Göteborger als übertrieben und zu zugespitzt geißeln, nimmt Pontus locker: „Auch im Kontext von DEAD BY APRIL besitzt eine einfache Weisheit uneingeschränkte Gültigkeit, und die teilen wir alle: „Ein guter Song ist ein guter Song – unabhängig vom jeweiligen Genre.“ In unserer Musik drücken sich ganz klassisch die unterschiedlichen Vorlieben der involvierten Musiker aus. Was die Rezeption bei den Hörern anbelangt, freuen wir uns über jede Reaktion, die unsere Songs hervor rufen; unabhängig davon, wie sie ausfällt.“ Angesichts der ansehnlichen Erfolge, die das Quartett bereits eingefahren hat, ist das Selbstbewusstsein nachvollziehbar. Wichtig ist dabei, dass die Musiker in ihrem poppigen Vortrag authentisch wirken und ihren eigenen Weg gehen: „Die Leute haben ihre Gründe, uns mit dem einen oder anderen Genre in Verbindung zu bringen oder uns als Crossover zu begreifen,“ zeigt sich der Multi-Instrumentalist und Sänger verständnisvoll. „Das steht ihnen allemal zu, denn wir selbst geben nichts vor. Natürlich verstehen wir es, dass Label jede Band in eine Schublade stecken wollen, um sie gut zu vermarkten. Diese Lektion haben wir bereits 2009 im Nachgang unseres ersten Plattenvertrags gelernt. Für uns ist ein solches Vorgehen jedoch irrelevant. Davon lassen wir uns nicht beeinflussen. Letztlich läuft es immer auf die Frage hinaus, ob die Leute die Songs mögen oder


nicht. Das muss und kann man nicht steuern oder mit der Wahl eines Genre-Labels beeinflussen.“

Auf „Worlds Collide“ verfeinern die Schweden ihren Ansatz in Detail-Fragen: „Vor allem habe ich viel Zeit und Energie auf meine cleanen Vocals verwendet,“ erzählt Pontus Hjelm. „Da ich das Album selbst produziert habe, stand es mir frei, so lange mit meinem Klargesang zu experimentieren, bis ich vollends zufrieden war. Wenn man das Ergebnis nun hört, bemerkt man sicherlich, dass die cleanen Vocals bisweilen auch herb klingen. Genau so wollte ich es haben. Auch in der Gruppe hatten wir uns darauf verständigt, in diese Richtung zu gehen, da wir überzeugt waren, dass dies den Gesamt-Sound bereichern würde. Nicht weniger delikat verhält es sich mit dem Einsatz der Synthesizer-Klänge. Bei DEAD BY APRIL ist das bekanntermaßen immer eine heiße Kiste. „Worlds Collide“ stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar.“ Auffällig ist dabei, dass der vierte Longplayer der Schweden noch einen Tick zugänglicher und animierender als seine Vorgänger ausfällt: „Ich empfinde es auch so, dass sich auf dem neuen Album mehr positive Stimmungen und Schwingungen finden,“ stimmt der Band-Kopf zu. „Um ehrlich zu sein, kann ich aber nicht auflösen, ob das das Ergebnis eines bewussten Vorgehens oder Zufall ist. Wahrscheinlich hat uns unser Unterbewusstsein in diese Richtung weiterarbeiten lassen. Das korrespondiert damit, dass wir uns künftig noch offensiver in diese Richtung hinein begeben werden.“

Weiß man, wer den Schweden maßgeblich beeinflusst, überrascht die skizzierte Entwicklungsrichtung nicht: „Es ist kein Geheimnis, wer meine größte Inspiration für das Songwriting ist – MICHAEL JACKSON. Seine Philosophie habe ich tief verinnerlicht. Nicht der Musiker schreibt demnach den Song, sondern der Song schreibt sich von ganz allein. Als Künstler ist man das Mittel zum Zweck. Viele Leute sehen wahrscheinlich nicht, worauf das hinaus läuft, doch für mich ergibt das Sinn. Deshalb zweifle ich nicht daran, dass es auch weiterhin neue Sounds von uns geben wird, die irgendwann das Licht der Welt erblicken werden. Darauf bin ich im Kontext von DEAD BY APRIL ohnehin aus. Das ist mein Anspruch als Songwriter. Im Streben nach Innovation darf man es aber nicht übertreiben, sonst steht man am Ende vor dem Nichts. Es geht vielmehr darum, mit Spaß und Lockerheit vorzugehen, anstatt sich in irgendetwas zu verbeißen.“

Entsprechend ausgeprägte Identifikationsmöglichkeiten bietet „Worlds Collide“: „Viele Hörer finden zu DEAD BY APRIL, weil sie die Melodien und Chöre schätzen lernen. Andere fühlen sich von den heftigeren Passagen mit Growls angesprochen. Wieder andere interessieren sich für die tiefgründigen Texte. Das Spektrum, das wir zu bieten haben und das wir beständig weiter entwickeln, ist breit und bietet für jeden etwas.“

 
 Links:
  deadbyapril.com
 
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