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Brutality Will Prevail

Storie von: arne, am 30.03.2017 ]

HARTE PROBEN. Schon der Titel lässt keine Zweifel aufkommen. BRUTALITY WILL PREVAIL halten auf ihrem fünften Longplayer an düsteren, drückenden Heavy-Sounds fest. „In Dark Places“ ist einmal mehr durch einen Kraft zehrenden, existenziellen Mix aus Hardcore, Heavy-Death und Sludge bestimmt. So kennt und schätzt man die fünfköpfige Band aus Cardiff. Atmosphäre Ambient-Klänge runden das Spektrum ab.

 
Frontmann Louis Gauthier (ex-BREAKING POINT) hat seinen Veröffentlichungseinstand auf dem 2014er „Suspension Of Consciousness“ gegeben, war aber schon zuvor einige Zeit lang live mit den Walisern unterwegs: „Wir schlagen uns durch den Alltag und spielen in verschiedenen Bands, um uns die Zeit zu vertreiben,“ äußert der Musiker auf die Aktivitäten der Gruppe in den letzten Monaten angesprochen. „Die Arbeit am neuen Album, das Schreiben und Aufnahmen, haben sich über einen längeren Zeitraum gezogen, als es geplant gewesen ist. All die Anstrengungen und Unwägbarkeiten der Entstehungsphase lassen sich meiner Auffassung nach gut nachvollziehen, wenn man nun das Ergebnis hört.“ Die geerdete, zurückhaltende Äußerung ist Ausdruck des bescheidenen, ehrlichen Selbstverständnisses, das BRUTALITY WILL PREVAIL an den Tag legen: „Wir verfolgen keinen abgehobenen Ansatz, sondern halten uns als Band allein an das, was sich gut anfühlt und zu uns passt,“ so Louis. „Es bringt nichts, sich irgendwelchen Regeln zu unterwerfen, die nicht zu einem passen. Das tun schon genug andere Gruppen. Wir brauchen das nicht. Solange wir uns selbst gegenüber aufrichtig bleiben, gibt es keinen Grund, nicht mit dem weiter zu machen, was diese Band seit Jahren auszeichnet. Wir tun, was immer wir wollen. Unsere Motivation ist ungebrochen, denn wir sind am Leben. Wer im Alltag nicht alsbald auf Dinge stößt, die ihn frustrieren oder aufregen, hat entweder bereits resigniert und mit allem abgeschlossen oder ist in einer akzeptierten Langeweile gefangen. Auf uns trifft beides nicht zu. Wir stellen uns den Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens. Unsere Musik reflektiert das.“

Anders als es zunächst scheint, sind die Musiker aus Cardiff nicht ausschließlich destruktiv und ernüchtert unterwegs: „Wir arbeiten häufig mit düsteren Bildern,“ stimmt der Sänger einleitend zu. „Ein Thema, dass wir immer wieder aufgreifen, hängt mit der einzigen Gewissheit zusammen, die wir alle als gegeben ansehen. Wir wissen, dass wir zum einen oder anderen Zeitpunkt unseres Lebensweges auf harte Proben gestellt und leiden werden und dass wir irgendwann alle sterben. Davon lassen wir uns jedoch nicht abschrecken oder fürchten das unausweichliche Ende. Stattdessen versuchen wir, den Moment zu leben und uns nicht davon abhalten zu lassen, das zu tun, was wir lieben.“

Bei genauerer Betrachtung transportiert „In Dark Places“ tatsächlich ein animierendes Moment und – mehr noch – einen starken Durchhaltewillen: „Wir stecken viel Herzblut und Zeit in die Band,“ bekräftigt es der Frontmann. „Daran hat sich in all den Jahren nichts verändert. Die Gruppe bietet uns die Chance, herum zu reisen, verrückte Abenteuer zu erleben und uns auszuleben. All unsere Erlebnisse und die Tatsache, dass wir die Musik spielen, die wir lieben, tragen ihren Teil dazu bei, dass wir uns beständig weiter entwickeln. Deshalb bin ich zu jeder Zeit ungemein stolz auf das, was


wir tun.“ Dass die Waliser als verschworene Einheit antreten und fokussiert vorgehen, versteht sich von selbst: „Wir wissen inzwischen, was für die Band funktioniert und wie wir in unseren Arbeitsmodus finden. Nick und Mophead schreiben gemeinsam Songs, seit sie zwölf Jahre alt sind. Mit Ausnahme von „Suspension Of Consciousness“ zeichnen sie für alle Stücke seit dem Debüt „Forgotten Soul“ verantwortlich. Ihr markanter Arbeitsstil ist die Grundlage des Sounds, der typisch für BRUTALITY WILL PREVAIL ist.“

Die sphärischen Ambient-Flächen zwischen den heftigen Sludge-Hardcore-Brechern betonen das heftige Moment im Spiel der Gruppe aus Cardiff noch deutlicher. Hinsichtlich der kreierten Extreme bietet der fünfte Longplayer mehr als seine Vorgänger. Dahinter steckt jedoch kein Kalkül, sondern der Wunsch, mit „In Dark Places“ ein ganzheitliches, organisches Album vorzulegen: „Erfolg ist keine Kategorie, mit der wir uns befassen oder die für uns eine Bedeutung besitzt,“ stellt Louis Gauthier klar. „Jede Band, die sich nach dieser Zielgröße ausrichtet, ist Fake. Wir spielen allein Songs, auf die wir stolz sind und touren, weil wir es wollen. Für meine Bands habe ich viele Zugeständnisse gemacht und auf vieles verzichtet – weil mir die Musik so viel bedeutet. Auch wenn wir nicht so erfolgreich wie einige unserer Freunde es mit ihren Gruppen sind, schätzen wir uns dennoch glücklich darüber, so viele Gelegenheiten geboten zu bekommen. Unsere Motivation ist glücklicherweise nicht von anderen oder externen Einflüssen abhängig.“

Der Sänger ist mit dem Verbreitungsradius seiner Band vollends zufrieden: „Ohne jeglichen Neid kann ich sagen, dass ich mich für die Musiker freue, die auf ihrem Level erfolgreich sind und Beachtung finden. Etlichen unserer Freunde geht das so und das ist toll. Warum sollte man Chancen, die sich einem bieten, nicht ergreifen. Dass Musiker dafür angefeindet werden, verstehe ich nicht. Im UK existieren aktuell einige vielversprechende Bands, die es noch weit bringen können. Ich bin dankbar dafür, all das miterleben zu dürfen und so nah dran zu sein.“ Die walisische Gruppe besteht seit 2005 und ist längst nicht mehr als Newcomer einzuordnen. Dem Hardcore-Underground halten BRUTALITY WILL PREVAIL unverändert die Treue: „Die Prioritäten und Interessen vieler Leute ändern sich. In der Hardcore-Szene gibt es von jeher ein beständiges Kommen und Gehen,“ weiß der Shouter. „Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich nach wie vor mit Motivation und Leidenschaft bei der Sache bin und das, was wir tun, liebe. Das ist Basis, die alle Mitglieder unserer Band teilen. Geht uns das eines Tages verloren, ist das der Zeitpunkt, an dem die Gruppe ihr Ende findet. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Phasen, in denen man die Musik als nicht mehr so aufregend empfindet. Doch wann immer ich mich im aktuellen Hardcore-Umfeld umschaue, sind das Feuer und die Aufregung sofort wieder da.“

 
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