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The Charm The Fury

Storie von: arne, am 13.03.2017 ]

Auf seinem Zweitwerk bricht das Quintett aus Amsterdam deutlich mit dem Stil des erfolgreichen Vorgängers „A Shade Of My Former Self“. Im Ergebnis präsentieren sich THE CHARM THE FURY auf „The Sick, Dumb & Happy“ jedoch genauso durchschlagend und zwingend. Anstelle von MetalCore, bestimmt nun ein variabler Modern-Metal das Geschehen.

 
„Nach der Veröffentlichung unseres Debüts sind wir eine Menge getourt,“ äußert Frontfrau Caroline Westendorp rückblickend. „Mit Heart Of A Coward und Upon A Burning Body haben wir uns mehrmals durch Großbritannien gespielt. Im übrigen Europa sind uns vor allem die Support-Shows für Papa Roach, Marilyn Manson und We Came As Romans, aber auch die Auftritte auf renommierten Festivals wie Download, Graspop, Fortarock oder Groezrock, in guter Erinnerung. Diese Festivals haben wir viele Jahre als Fans besucht. Heute dort spielen zu dürfen, ist ein wahr gewordener Traum; vor allem beim Groezrock. Dort geht es sehr familiär zu, so dass die Eindrücke, die man mitnimmt, umso intensiver sind.“ Den ersten Erfolgen und dem Zuspruch zum Trotz wagen die Niederländer eine stilistische Kurskorrektur, was gerade im Abgleich mit dem Einstand offenbar wird:

„Beim ersten Album ist alles am Einfachsten,“ meint die Sängerin. „Kaum jemand kennt dich oder erwartet etwas von dir. Den Druck erzeugt man sich allenfalls selbst, weil man einen phänomenalen Einstand hinlegen möchte. Wir haben die Songs gefühlt endlos überarbeitet und so lange an ihnen gefeilt, bis es nicht mehr besser ging. Die kreative Freiheit, die damit einher ging, erinnere ich als sehr hilfreich. Wenn ich „A Shade Of My Former Self“ heute höre, bemerke ich aber mehr als alles andere, dass wir jung, unerfahren und voll in unserer MetalCore-Phase gewesen sind. Seitdem ist eine Menge passiert und wir sind musikalisch gereift.“ Obwohl sich die Ausgangslage nicht gravierend verändert, setzen THE CHARM THE FURY inzwischen andere Prioritäten: „Uns treibt vor allem die Liebe zur Musik an,“ stellt Caroline klar. „Letztlich kann es gar nichts anders sein, ganz egal, was Musiker sonst noch anführen mögen. Zunächst sind wir allein uns selbst verpflichtet. Die neuen Songs rufen bisher ein zweigeteiltes Echo hervor, doch das stört uns nicht. Wir bleiben unseren Einflüssen gegenüber treu. Dieses Mal hört man nur deutlicher heraus, dass wir durch Gruppen wie Metallica, Pantera oder Slipknot geprägt sind. Ihr Einfluss auf die Metal-Sparte und uns ist immens. Sie haben unglaublich viele Türen für verschiedene Sub-Genres geöffnet und ihr Ding durchgezogen. Wir halten uns an ihr Vorbild, indem auch wir die Musik spielen, die sich für uns richtig anfühlt. Ganz egal, was die Leute über uns sagen und wie sie urteilen.“

Auf den neuen Longplayer sind die Niederländer berechtigterweise stolz: „„The Sick, Dumb & Happy“ ist unser zweites Baby, um es so zu formulieren. Das Album ist das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen. Wenn einige Leute nicht verstehen,


worauf wir aus sind und die Songs kritisieren, akzeptieren wir das, auch wenn es frustrierend ist. Doch jedem steht seine persönliche Meinung zu. Wir stellen unseren Musik-Geschmack vor und wollen unseren Blick auf die Metal-Welt mit unseren Fans teilen.“ Mit Blick auf den Entstehungsprozess des Zweitwerks gibt die Sängerin unumwunden zu, dass THE CHARM THE FURY Angst vor der eigenen Courage hatten: „Um ehrlich zu sein, haben wir uns von externen Erwartungen ein gutes Stück weit einschüchtern lassen. Es wäre uns ein Leichtes gewesen, dem MetalCore-Pfad weiter zu folgen und es unseren Fans so Recht zu machen. Dann hätten wir jedoch billigend in Kauf genommen, dass wir uns auf ein Genre festgelegt hätten, dass für uns zu klein geworden ist. Wir haben nächtelang diskutiert, wer wir als Gruppe sind und was wir darstellen wollen. In dieser Zeit sind einige Songs entstanden, die weit davon entfernt waren, uns in Euphorie zu versetzen. Es ist sehr hart, einen Weg zwischen dem zu finden, was die Leute fordern und was man selbst spielen will. Zumindest für uns ist das ein schwieriger Prozess gewesen. Es hat seine Zeit gebraucht, bis wir uns getraut haben, wirklich das Album umzusetzen, das uns vorschwebte.“

Das Ergebnis spricht für sich und belegt, dass die Amsterdamer die richtige Entscheidung getroffen haben: „Wir haben es bewusst darauf angelegt, unseren Sound neu zu definieren und neu zu erfinden,“ verrät Caroline Westendorp. „Deshalb haben wir lange geprobt und uns ausprobiert, bis wir dieses Ziel tatsächlich erreicht hatten. Es war ein mühsamer Prozess, doch wir haben uns durchgekämpft, bis wir die Riffs und Grooves gefunden haben, die für uns funktionieren. Als wir unseren Rhythmus gefunden hatten, ist der Rest des Albums innerhalb kürzester Zeit fertig geworden. Die einzelnen Stücke von „The Sick, Dumb & Happy“ decken eine beachtliche Breite des Metal-Spektrums ab. Einige Tracks beschwören den Groove von Pantera, andere strotzen nur so vor Kraft und Slam-Riffs im Stil von Slipknot. All unsere Einflüsse kommen in einer THE CHARM THE FURY-Auslegung zusammen, wobei wir neben der Härte niemals die Melodien aus dem Blick verlieren. Leichte Lösungsmuster haben wir während des Songwritings sogleich wieder verworfen und uns insgesamt nicht mit dem erstbesten Ergebnis zufrieden gegeben. Ohne es auf der technischen Seite zu übertreiben, sind auf diese Art und Weise Songs entstanden, die für sich selbst stehen und eine Geschichte erzählen.“ Die Aufstellung im breiter gefassten Modern-Metal mit Core-Anklängen steht den Niederländern gut zu Gesicht. Ihr Mut zahlt sich aus.

 
 Links:
  thecharmthefury.com
 
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