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Aversions Crown

Storie von: arne, am 20.01.2017 ]

Im Feld zwischen Deathcore und modernem Extrem-Metal dürfen AVERSIONS CROWN als Export-Schlager aus Down Under gelten. Die Band aus Brisbane zeigt international Präsenz und hat zuletzt 2014 mit ihrem Nuclear Blast-Einstand „Tyrant“ für Furore gesorgt. Nun legen die Australier ihr Drittwerk „Xenocide“ vor. Mark Poida gibt sein gelungenes Album-Debüt als Frontmann, während musikalisch die animierende Verbindung aus technischer Brutalität und einem spannungsgeladenen Songwriting überzeugt.

 
„Nach dem Erscheinen von „Tyrant“ sind wir unglaublich viel getourt. Von den vier Europa-Touren haben wir sogar eine als Headliner gespielt. In Australien sind es gefühlt unendlich viele Shows gewesen,“ erinnert sich Gitarrist Mick Jeffery an die vergangenen zwei Jahre. Im Deathcore-Umfeld sind AVERSIONS CROWN längst als eingeführte Größe anzusehen, die Beachtung und Zuspruch erfährt: „Für mich sind wir eine Death Metal-Band, auch wenn ich die Ansätze nachvollziehen kann, warum wir für viele Leute in den Deathcore-Bereich fallen,“ erwidert der Musiker. „Die Vielzahl der Einflüsse in unserem Spiel ermöglicht es uns, mit ganz unterschiedlich gelagerten Bands zu touren. Nicht allein auf eine Sub-Szene eingeschränkt zu sein, verstehe ich als klaren Vorteil, denn so bieten sich uns viele Möglichkeiten. Da ich selbst ein großer Fan bin, freut es mich, dass dieser Tage so viele gute Bands im Bereich des technischen Metal unterwegs sind.“

Gerade mit Blick auf das Drittwerk sieht der Gitarrist AVERSIONS CROWN auf einem neuen Qualitätsniveau: „Unser Spiel weist zweifellos viele technische Elemente auf. Beim Songwriting für „Xenocide“ stand allerdings im Vordergrund, einprägsame Songs zu schaffen anstatt so technisch wie möglich aufzuspielen. Das komplexe Riffing hat natürlich weiterhin seinen Platz und Jayden Mason hat sein Schlagzeug-Spiel nochmals beachtlich verbessert. Insgesamt legen wir aber reif arrangierte Tracks vor, die starke Hooks und Grooves besitzen und bei denen die Vocal-Linien überlegt gesetzt sind. „Xenocide“ ist unser erstes Album mit Mark Poida als neuem Frontmann, was der offensichtliche Unterschied zur letzten Platte ist. Mark verfügt über einen großen Stimmumfang, womit er uns schon im Songwriting viele neue Möglichkeiten eröffnet hat. Wir klingen immer noch nach AVERSIONS CROWN, jedoch bedrohlicher und mächtiger.“

Die Gruppe mit Landsleuten wie Thy Art Is Murder, Make Them Suffer, Boris The Blade oder A Night In Texas zu assoziieren, liegt dabei weiterhin nahe: „Die Art und Weise unseres Spiels ist herausfordernd, das will ich gar nicht abstreiten,“ stimmt Mick zu. „Gerade für Leute, die mit einem solchen Sound nicht vertraut sind, klingen die Vocals und das Schlagzeug wohl nur extrem. Doch unter der Oberfläche finden sich bei uns aber auch viele Melodien und jede Menge Dynamik. Man muss sie nur entdecken.“ Die Musiker tun das ihnen Mögliche, in Kontakt mit potenziellen Hörern zu kommen. Als Extrem-Act aus Down Under bleibt ihnen auch keine andere


Wahl: „Geht es um das Segment des extremen Metal, gibt es in meinen Augen keine Abkürzungen und keinen schnellen Weg zum Erfolg,“ meint der Gitarrist. „Es ist aber etwas dran, wenn man sagt, dass es australische Bands schwerer haben, Aufmerksamkeit zu erregen und es mit lokal oder regional verankerten Gruppen aufzunehmen. Man muss immer mehr geben und härter arbeiten. Europa und die USA sind für extreme Musik die beiden besten Landstrichte zum Touren. Für uns Australier ist das allerdings richtig teuer. Missen möchte ich es dennoch nicht. Die ganzen Online-Plattformen helfen nur bedingt, von sich Reden zu machen, sind aber natürlich schon hilfreich.“

AVERSIONS CROWN sind fest davon überzeugt, gerade auf Konzerten ihre volle Qualität unter Beweis zu stellen. Mit dem Material von „Xenocide“ haben sie für anstehende Touren nun noch mehr gewaltige Tracks in der Hinterhand: „Wir haben verstanden, dass die Songs an sich stark und mitreißend sein müssen,“ äußert der Musiker einsichtig. „Nach einer gewissen Anzahl an Shows erkannt man, dass die Stücke, die am besten ankommen, nicht unbedingt diejenigen sind, in denen technisch am meisten geschieht. Als Folge dieser Einsicht haben wir besondere Anstrengung auf die Melodien und Hooklines innerhalb des brutalen Rahmens verwendet.“ Ausgangspunkt sind die Erfahrungen und der Arbeitsprozess von „Tyrant“ gewesen:

„Wir fühlten, dass wir einige Dinge hätten anders machen müssen,“ gibt Mick Jeffery zu. „Deshalb haben wir umso mehr Augenmerk darauf gelegt, bestmöglich vorbereitet in die Studio-Arbeit für den Nachfolger zu gehen. Wir haben auch darauf geachtet, an einem Ort aufzunehmen, an dem wir uns wohl fühlen, um das Maximale aus uns heraus zu kitzeln. Schon beim ersten Durchhören des Mixes wussten wir, dass etwas entstanden ist, auf das wir sehr stolz sein können. „Xenocide“ bedeutet für uns einen enormen Entwicklungsschritt. Unter anderem sind die schwergewichtigsten Grooves und das verspielteste Drumming zu hören, das wir bislang abgeliefert haben. Dabei stellt das alles für mich eine natürliche Evolution dar. Wir haben nichts erzwungen oder mit technischen Tricks forciert, sondern an jedem Stück so lange gearbeitet, bis es rund und spannend klang.“ Auch textlich bieten AVERSIONS CROWN auf ihrem Drittwerk einiges. Frontmann Mark Poida erzählt eine Geschichte rund um den Ursprung jenseitiger Wesen, den Zusammenbruch ihrer alten Hierarchie, die Schöpfung der Menschheit und weitere Aspekte dieser Gemengelage.

 
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