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Oni

Storie von: arne, am 12.12.2016 ]

Bezieht sich eine debütierende Band selbstbewusst und vehement auf The Human Abstract, Protest The Hero und Between The Buried And Me, muss man sie daran auch messen. ONI bereitet es keinerlei Schwierigkeiten, den genannten Größen gerecht zu werden. Der technisch-progressive Metal der Kanadier überzeugt. „Ironshore“ ist geprägt durch sprunghafte Kreativität und virtuose Fingerfertigkeiten, aber auch übergeordnet starke Wirkungsstränge. Und dann ist da noch das markante Xylosynth, dessen Klang ONI einen enormen Wiedererkennungswert beschert.

 
„Mit unserem Songwriting versuchen wir, Klanglandschaften zu kreieren, die Stimmungen transportieren,“ erzählt Bassist Chase. „Wir wollen unsere Hörer an Orte führen, die man im Metal nicht so häufig besucht. Für mich steht es außer Frage, dass wir eine progressiv eingestellte Gruppe sind. Das ist weder gut noch schlecht, sondern ein Fakt und nichts, worüber ich groß nachdenke oder worauf ich herumreiten muss. Wir lassen unsere Musik sprechen.“ Frontmann Jake greift den Faden auf und ergänzt:

„Vom kreativen Standpunkt her ist alles bereits bekannt und in der einen oder anderen Form gespielt worden. Der Zugang zu extremer, fordernder Musik ist heute allerdings viel leichter möglich. Zudem sind die Metalheads endlich auch bereit, sich mit verrückten Ideen auseinander zu setzen, weil es in Summe viel mehr talentierte progressive Musiker als früher gibt. Dazu kommt, dass die Leute schnell gelangweilt sind und deshalb nach Musik suchen, die neuartig ist oder sich häufig verändert. Das ist im experimentellen Feld, das wir besetzten, der Fall.“ Das Debüt der Kanadier lässt durchaus auf kurze Aufmerksamkeitsspannen und häufige Kreativschübe im Line-Up schließen. Für interessierte Hörer ist das eine spannende Ausgangslage: „Ich würde es mit dem Belegen eines Sandwiches vergleichen,“ fasst es Chase bildhaft. „Jeder hat sein eigenes Vorgehen und wählt den Belag, auf den er Hunger hat. Wer mutig ist, wagt sich an ungewöhnliche Zutaten und erfährt erst beim Zubeißen, wie es schmeckt. Sogar wenn man dieselben Zutaten zusammen bringt, sind Überraschungen nicht ausgeschlossen. Selbst Erdnuss-Butter


mit Sriracha-Sauce stellt für manche Leute eine leckere Kombination dar.“

Ob die auf „Ironshore“ gebotenen Stil-Kombinationen neuartig und ungewöhnlich sind oder nicht, liegt also im Auge des Betrachters. Die Musiker wissen selbst noch nicht, wohin sich ihre Band entwickelt: „Auf mehreren Ebenen sind wir noch dabei, unseren Sound zu finden und zu definieren,“ ordnet Sänger Jake ein. „Deshalb erscheint mit unserem Debüt ein solch experimentelles Werk, auf dem wir die unterschiedlichsten Dinge ausprobieren. Dabei ist es aber ohne Frage das Xylosynth, dass unseren Sound auszeichnet.“ Bassist Chase sieht die Sache etwas nüchterner:

„Um ehrlich zu sein, denken die Leute immer, dass wir aufgrund des Xylosynth anders klingen würden. Wir mögen die einzige Metal-Band sein, die dieses Instrument einsetzt, doch es gibt etliche Gruppen, die grundsätzlich ähnlich klingen. Der Unterschied liegt für mich eher in der Herangehensweise an die Musik an sich, nicht in der Instrumentierung.“ Die freigeistige Einstellung, auf der das Songwriting basiert, und kreative Unabhängigkeit tragen einen guten Teil zum Gelingen bei:

„Da wir nicht irgendeiner Szene angehören, interessieren uns Trends absolut nicht und wir tun, wonach uns ist“, so Frontmann Jake. „Es brächte ohnehin nichts, sich bewusst einzuschränken, um irgendwelchen Mustern oder Erwartungen zu entsprechen. Ganz am Anfang unseres Weges haben wir uns darauf verständigt, was wir tun wollen und das setzen wir seither um und entwickeln es weiter. Welches Biest dabei entstehen würde, haben wir aber nicht einmal im Ansatz geahnt.“

 
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