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Walking Dead On Broadway

Storie von: arne, am 14.11.2016 ]

Auf in die zweite Runde: WALKING DEAD ON BROADWAY setzen mit „Slaves“ nach und bestätigen den guten Eindruck, den sie mit ihrem Debüt „Aeshma“ sowie auf Tour mit Suicide Silence, Whitechapel oder Carnifex hinterlassen haben. Das Leipziger Quintett setzt dabei weiterhin vorbehaltlos auf kompakt-rabiaten Deathcore.

 
Die Veröffentlichung des Debüts ist knapp zwei Jahre her. Für Gitarrist Michael und die übrigen Mitglieder der Band aus Sachsen ist die Zeit wie im Flug vergangen, da ein Highlight auf das andere gefolgt ist: „Es gibt viele tolle Momente, auf die wir zurückblicken können; seien es Konzerte/Festivals, tolle Gespräche mit Bands/Fans oder einfach nur die großartige Zeit zusammen,“ äußert Gitarrist Michael. „Wir haben das irgendwie immer noch nicht ganz realisiert, was in den letzten Jahren alles passiert ist. Zum Beispiel, dass wir mit Suicide Silence, Whitechapel oder Caliban auf Tour gegangen sind. Das sind Bands, die wir auf unseren MP3-Playern haben und wo wir nie gedacht hätten, dass wir mal gemeinsam auf der gleichen Bühne stehen, geschweige denn sie auf Tour supporten würden. Der Festival-Sommer 2015 ließ alles noch surrealer wirken, als wir das With Full Force und Wacken gespielt haben. Das war immer ein großer Traum, aber dass es so schnell real geworden ist, war einfach völlig irre. Auch die Fans muss ich erwähnen. Wir haben schon mehrfach Nachrichten bekommen oder Gespräche geführt, in denen es darum ging, wie sehr ihnen unsere Musik über schwierige Lebensphasen hinweg geholfen hat und wie dankbar sie sind, dass es uns gibt. Wow – was soll man dazu sagen?! Eine größere Ehre gibt es kaum. Es sind solche Augenblicke, die uns in Erinnerung bleiben. Ein weiterer besonderer Moment ist noch gar nicht lange her: wir haben unser zweites Album final durchgehört und der Schweiß und die harte Arbeit haben sich vollkommen bezahlt gemacht. Wir sind alle mega stolz auf dieses Album und können es kaum erwarten, es den Leuten endlich vorzustellen.“

Man spürt schnell, dass WALKING DEAD ON BROADWAY mit reichlich Motivation und Tatendrang unterwegs sind. Zudem tut die Band viel dafür, sich weiter zu professionalisieren: „Ich würde sagen, wir haben bei jedem Konzert/Festival und jeder Tour dazugelernt, sei es von Eskimo Callboy, Caliban, Suicide Silence, Whitechapel oder Carnifex. Wir nehmen von jeder Show etwas mit, was wir anders machen wollen oder auf das wir achten müssen. Stellenweise lassen wir eine Kamera mitlaufen, damit wir per Video-Analyse schauen können, was vielleicht doch nicht so geil wirkte, wie wir es uns im Vorfeld dachten.“ Das ist umso wichtiger, weil die Sachsen klare Prioritäten setzen: „Die Bühne ist unser Zuhause,“ äußert der Gitarrist entschieden. „Ganz gleich, ob bei einem Core-Festival oder bei Onkel Ingos Bier-Event mit Live-Musik. Wir persönlichen finden den Genre-Mix auf Konzerten/Festivals viel interessanter als


ein reines Deathcore-Festival. Wir lieben es, die Menschen mit unserem Auftreten und Sound in den Bann zu ziehen. Bei manchen klappt es direkt mit dem ersten Song, bei anderen erst beim letzten. Und manchmal auch gar nicht, aber hey, es ist Musik. Sie gefällt oder nicht. Man kann es nicht jedem recht machen. An die Eskimo Callboy-Tour sind wir mit sehr gemischten Gefühlen rangegangen und dachten „Puh, mal gucken, wie wir da ankommen“.

Die Tour stellte sich als voller Erfolg heraus. Auf Schubladendenken darf man nichts geben. Metal sollte eine große Community ohne Belächeln einzelner Sub-Genres sein.“ Letztlich geht es um die geteilte Wertschätzung für heftige Klänge, die im Fall von WALKING DEAD ON BROADWAY unter dem Banner Deathcore laufen: „Ein Song muss an allererster Stelle jedem von uns 100 Prozent gefallen. Halbe Sachen gibt es bei uns nicht,“ verrät Michael. „Das gestaltet sich bei fünf Dickköpfen manchmal schwierig, aber am Ende sind wir umso zufriedener, wenn wir uns einigen konnten. Der Anspruch, was das Songwriting betrifft, ist bei uns sehr hoch. Wir wollten mit „Slaves“ kein „Aeshma 2.0“ schreiben, da wir uns weiterentwickelt haben und nicht stagnieren wollen. Ein Song muss durchgängig „flowen“. Wenn das nicht der Fall ist, arbeiten wir so lange an Parts, bis wir mit ihnen zufrieden sind. Das kann Zeit in Anspruch nehmen, doch uns ist das Endprodukt wichtig.“

Auf dem Zweitwerk scheinen Eingängigkeitspotenzial und Identifikationsmöglichkeiten mehr Bedeutung als auf dem Debüt zu erfahren: „Höher gewichtet würde ich nicht sagen,“ erwidert der Musiker. „Wir sind einfach musikalisch gereift. Es kann auch daran liegen, dass wir nicht mehr nur ausschließlich Metal hören, sondern Sachen von Alternative/Indie-Rock über Rap bis hin zu Film-Musik. Als wir mit der Band anfingen, war es uns das Wichtigste, so disharmonisch wie möglich zu klingen und die härtesten Breaks zu setzen. Inzwischen scheuen wir uns nicht mehr, auch mit Hooks zu arbeiten und mit Melodie. Als wir „Aeshma“ geschrieben haben, war die Idee einfach noch nicht da, andere Elemente mit zu verarbeiten. Bei „Slaves“ kam das ganz von selbst, so dass sich der Gesamteindruck ändert.“

Mit ihrem Worten setzen WALKING DEAD ON BROADWAY indes weiterhin auf belastbare Statements: „Textlich verfolgen wir einen genauso hohen Anspruch wie musikalisch. Wir wollen den Ballast, der uns beschäftigt, loswerden. In der Welt vieles schief und das sprechen wir an. Wir haben etwas zu sagen und das hauen wir, wenn auch nicht immer gleich erkennbar, unseren Hörern um die Ohren.“

 
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