Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1728

Keitzer

Storie von: arne, am 02.11.2016 ]

KEITZER repräsentieren einen Extrem-Sound, der unerbittlich drückt und maximal brutal ausgearbeitet wird. Auf die fünf Nordrhein-Westfalen ist seit Jahren Verlass. Diese Weisheit bestätigt sich auch im Fall des sechsten Longplayers „Ascension“. Die Band verzichtet auf Experimente, da sie ihren Trademark-Stil längst gefunden hat und nicht anderes zum Glücklichsein braucht. Entsprechend geht es in gewohnter Manier mit einem rigorosen Mix zwischen Grindcore und Death Metal sowie mit Hardcore-Attitüde und partieller Black Metal-Ästhetik durch wütende, unbequeme Songs.

 
Misery Index, Bolt Thrower, Marduk, Trap Them, etc. – Assoziationen in Richtung solcher Gruppen werden geweckt, wenn man den Zwölf-Tracker hört. KEITZER setzen überwiegend auf temporeiche Attacken, doch Mark erweichende Grooves und etwas melodische Atmosphäre gibt es ebenfalls: „Was andere von unserer Musik halten, drücken wir immer in den Hintergrund. Unser Gitarrist Michael hat es mal ganz treffend beschrieben „In erster Linie muss es uns Spaß machen und müssen wir das, was wir machen, geil finden. Wenn es andere dann ebenso empfinden, umso besser“. Wir lieben einfach diese Art von Musik und sind mit ihr schon eine Ewigkeit verbunden. Zudem befinden wir uns in der komfortablen Position, nicht von unserer Musik leben zu müssen. Auch von unserem Label FDA Rekotz erhalten wir keine Vorgaben. Wir sind über die Jahre einfach wir selbst geblieben. Natürlich hören wir auch Sachen abseits der brutalen Musik, doch hauptsächlich ist es bei uns nach wie vor Metal/Grindcore. So stand für uns nie infrage, welche Musik wir machen. Sie ist unser Ventil. Es macht Spaß und tut gut, im Proberaum und live die Sau raus zu lassen.“

Das Quintett besteht bereits seit 1999. Sein Sound, aber auch der extreme Sektor, haben sich seither merklich entwickelt: „Das können wir bestätigen. Hört man sich durch unsere Discographie, merkt man schnell eine Veränderung. Anfangs stand bei uns der Grindcore viel mehr im Vordergrund. Doch auf den letzten drei Alben haben sich die Death Metal-Anteile stetig erhöht. Deutlich wird das bereits, wenn man „Descend Into Heresy“ mit „The Last Defence“ vergleicht. Mit unserer neuen Platte „Ascension“ haben wir diesen Weg konsequent weiterentwickelt, ohne an Extremität einzubüßen, weil wir immer noch auf schnelles Shredden und flottes Riffing setzen. Darin liegt auch der Grund dafür, dass wir weiterhin als extrem wahrgenommen werden. Grundsätzlich stehen wir Veränderungen positiv gegenüber, obwohl wir von radikalen Brüchen wenig halten. Wie in vielen Dingen entwickelt sich nicht immer alles weiter bzw. wird das Rad neu erfunden. Auch Bewährtes erfährt eine Wiederauferstehung wie beispielsweise der Old School-Death Metal. Auch muss man sagen, dass sich im Bereich der Spieltechnik viel getan hat. Bei vielen Bands denkt man sich oft: „Meine Güte, machen die außer Gitarre-üben noch was anderes?“ Das ist natürlich auf andere Instrumente übertragbar. Wir finden es gut, dass der Sektor


der Extrem-Musik so viele Facetten bietet. Man muss nicht alles davon mögen, aber jeder findet dort für sich etwas Passendes.“

Das Quintett aus dem Ruhrpott ist in den Grenzen seines Ansatzes bemüht, im Songwriting Variabilität zu erschaffen und die einzelnen Stücke voneinander abzugrenzen: „Als Grundsatz durchzieht unsere Veröffentlichungen vielleicht: „Wo KEITZER drauf steht, ist auch KEITZER drin“. Bei aller Entwicklung haben wir immer versucht, diesem Grundsatz treu zu bleiben. Wenn es nur darum geht, worauf wir aus sind, muss man eindeutig sagen: Spaß und die Freude an der Musik, die wir machen, aber eben als KEITZER. Wenn man so lange in der gleichen Konstellation zusammen spielt, dann ist das letztlich mehr als einfach nur eine Band. Es ist ein zentraler Teil unser aller Leben. Wir machen als Freunde Mucke. In einer anderen Zusammensetzung würden wir wohl nicht so funktionieren, wie jetzt schon so lange. Letztlich geht es immer auch darum, das Beste aus uns rauszuholen und uns, so gut es geht, zu entwickeln, um unser Baby am Leben zu erhalten.“

Mit „Ascension“ erscheint wiederum ein Album mit einer kompakten, straffen Anmutung. Thematisch geht es erneut pessimistisch, existenziell bzw. kathartisch zu: „Das ist kein Zufall, sondern eine Grundstimmung, die sich durch alle unsere Alben zieht und einfach gut zu unserer Musik passt. Es ist aber kein Geheimnis, dass wir lange Zeit keine wirklichen Texte hatten und die Musik für uns klar im Vordergrund steht. Wir nutzen unsere Musik nicht als Sprachrohr, um bestimmte Botschaften zu vermitteln. Dafür ist andere Musik besser geeignet bzw. muss das jede Band für sich selbst entscheiden. Trotzdem geht es inhaltlich auch bei dieser Scheibe wieder um unsere klassischen Themen Krieg, Tod und Zerstörung. Wenn man sehenden Auges durch die Welt geht, begegnet einem überall der Egoismus und Zerstörungswahnsinn der „Krone der Schöpfung“ an allen Ecken und Enden. Das ist heute ebenso wahrzunehmen, wie im Verlauf der Geschichte. Christian hat sich bei den Texten für „Ascension“ am Zeitalter der Kolonialisierung und der damit verbundenen Gräueltaten orientiert. Das Überlegenheitsdenken einzelner Teile der Menschheit scheint in der Geschichte – aber auch heutzutage noch – zeitgemäß gewesen zu sein. An dieser menschlichen Grundtendenz hat sich trotz aller Modernität und Entwicklung nicht wirklich viel geändert. Schade eigentlich.“

 
 Links:
  www.facebook.com/keitzer
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Ekranoplan
  Fleshgod Apocalypse
  Full Of Hell
  Relinquished
  Rykers

Interviews/Stories:

  Pesterous Mind
  Allegaeon
  Venom Prison

Shows:

  19.04. Swain - Berlin
  19.04. Defeater - Berlin
  19.04. Black Lung - Ilmenau
  19.04. Dead Swans - Berlin
  19.04. Engst - Bremen