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Yellowcard

Storie von: arne, am 02.10.2016 ]

Im kommenden Jahr ist nach zwanzig Jahren Schluss. Das haben die aus Jacksonville stammenden YELLOWCARD auf ihrer Website verkündet. Zuvor erscheint ein letztes Album, das selbstbetitelt bleibt. Die Band plant zudem eine weltweite Abschiedstour, um ihren emotional gefärbten Pop-Punk-Melodic-Rock noch einmal live zu präsentieren und ihre Fans zu treffen.

 
„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen,“ äußern die Musiker aus Florida. „Wir haben das Für und Wider abgewogen und die unterschiedlichsten Dinge berücksichtigt wie unsere Familien und Gesundheit, aber auch das, was die Zukunft von uns verlangen würde. Letztlich sind wir zu der Einsicht gelangt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um abzutreten und das Vermächtnis der Band zu sichern. Dabei haben wir auch unsere Fans im Hinterkopf. Mit ihnen wollen wir unseren Abschied feiern. Unsere letzte Welt-Tour wird uns die Gelegenheit dazu bieten.“ Ein Album unter diesen Umständen zu schreiben und aufzunehmen, ist nicht alltäglich und gerade emotional etwas Besonders:

„Als wir mit der Arbeit an der Platte gestartet sind, wussten wir, dass es unsere letzte sein würde. Deshalb haben wir mit Ryan Key und Ryan Mendez zwei unserer Band-Mitglieder ausgewählt, sie zu produzieren. Das haben wir getan, um sicher zu stellen, dass die Songs unser Innerstes repräsentieren. Für das Ende unserer unglaublichen Geschichte wollten wir ein nachwirkendes Finale schaffen. Auch deshalb ist das Album selbstbetitelt. Wir freuen uns darüber, dass unser Freund und Mentor Neal Avron als Executive Producer für das Mischen ebenfalls mit involviert ist. Im Ergebnis steht eines unserer stärksten Alben, das für uns das passende Ende unserer kreativen Karriere darstellt.“

Mit dem 2003er Werk „Ocean Avenue“ ist der Formation aus Florida früh der Durchbruch im Mainstream geglückt. Neben Kollegen wie New Found Glory, Blink 182 oder The Get Up Kids zählten YELLOWCARD zu den relevanten und wichtigen Vertretern zwischen Power-Pop-Punk sowie emotionalem und melodischem Rock. Die Stücke des Quartetts weisen jeweils einprägsame Hooklines und großartige Melodien auf. Der Einsatz einer Violine sorgt für Differenzierung und Wiedererkennbarkeit. Ganz überraschend kommt das endgültige Aus der Gruppe aus Jacksonville aber nicht. Schon vor einigen Jahren hatte sie eine mehrmonatige Kreativpause eingelegt: „Nach dem Ende von YELLOWCARD werden sich unsere Wege trennen, doch die Erinnerungen verbinden uns auf ewig. Es wäre schön, wenn auch unsere Fans, die mit uns sowohl Höhepunkte als auch Tiefschläge durchgestanden haben, uns ebenfalls im Herzen weiter tragen würden und uns nicht zu schnell vergessen.“ Im Rückblick auf die eigene Karriere überwiegen Dankbarkeit und Stolz:

„Für die YELLOWCARD-Fans auf der ganzen Welt und die Möglichkeiten, die sie uns eröffnet haben, sind wir auf ewig dankbar. In der Spanne von annähernd zwei Dekaden haben wir Shows auf sechs Kontinenten gespielt und die Chance gehabt, jahrelang Musik zu schreiben und aufzunehmen.


Auch wenn ein Abschied immer traurig und mit Schmerz verbunden ist, blicken wir zugleich mit Dank und Erstaunen auf unsere Karriere zurück. Wir sind stolz auf unseren Werdegang und fühlen uns geehrt, all das erlebt zu haben.“ Bis zuletzt bleiben sich die Musiker treu und sind bestrebt, ihren Sound weiter zu entwickeln: „Wir sind eine Band, die ihr Songwriting beständig zu verbessern sucht. Das geschieht aus Basis unseres Sounds, dem wir hinsichtlich seiner Wurzeln treu bleiben. Sowohl im Songwriting als auch in unserem Live-Spiel wollen wir vor allem Spaß haben und uns mit unseren Liedern wohl fühlen. Aufgrund dieser Ausrichtung sind wir immer als YELLOWCARD erkennbar. Unser natürlicher Sound verändert sich auch durch unsere Weiterentwicklung nicht gravierend.“ In dieser Beziehung spiegeln die Musiker ihre Grundhaltung, mit der sie allem und jedem gegenüber treten:

„Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt und begegnen unserem Umfeld mit Interesse und Neugier. Es gibt so vieles, was man entdecken und was einen inspirieren kann. Aufgeschlossen zu sein und eine positive Einstellung zum Leben an den Tag zu legen, hilft dabei, Neues zu entdecken. In unserem Songs spiegeln sich entweder eigene Erlebnisse oder Dinge wider, die wir beobachtet haben.“ Melancholie und traurige Momente zählen dabei ebenfalls zum Spektrum des Spiels von YELLOWCARD: „Natürlich gibt es auch weniger schöne Erfahrungen, die ich in den Songs verarbeite,“ so Sänger Ryan Key. „Der Tod eines meiner engsten Freunde im Jahr 2001 bewegt mich auch heute noch. ,View From Heaven‘ auf „Ocean Avenue“ und ,See Me Smiling‘ auf „When You're Through Thinking, Say Yes“ sind beide ihm gewidmet. Wenn ich Abende mit Freunden verbringe, muss ich noch immer oft an ihn denken und bin niedergeschlagen. Natürlich hofft man, dass man nur gute Tage erlebt, doch das ist leider nicht so. Im Zeitverlauf sind meine Texte zunehmend allgemeingültiger ausgefallen, was mit dem Alter und der Lebenserfahrung einhergeht. Thematisch findet sich aber auch ein verbindender Kern: die Beschäftigung mit dem Leben und Niederschlägen mit dem Ziel, optimistisch und mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken.“

Der persönliche Rückblick auf die Zeit mit YELLOWCARD fällt (fast) erwartungsgemäß aus: „Über die Jahre mit der Band habe ich vor allem Demut gelernt. Gerade in den erfolgreichen Phasen der Band ging es mir mitunter richtig schlecht und ich hatte schwere Tage durchzustehen. Glücklicherweise hat sich alles zum Guten gewendet und ich habe verstanden, in welch privilegierter Lage ich mich befinde. Daran bin ich als Mensch gewachsen und habe mein Glück gefunden.“

 
 Links:
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