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Prior The End

Storie von: arne, am 28.08.2016 ]

Auf ihrem ersten Album spielen sich PRIOR THE END selbstbewusst und stilistisch breit angelegt durch einen lebendigen Mix aus Metal und Rock. Dass ein Konzeptansatz zugrunde liegt, überrascht nicht. Das geerdete Songwriting und die eingängigen Spannungsbögen mit ausgeprägten Live-Qualitäten ebenso wenig.

 
„Wir haben „The Worst Is Yet To Come“ frei Schnauze geschrieben,“ erzählt Gitarrist Raphi. „Da es sich um unsere ersten Songs handelte, wussten wir noch nicht, wo es hingehen soll. Das wissen wir immer noch nicht so genau. Erst, nachdem die Musik und der Großteil der Texte fertig waren, kam unserem Sänger die Idee des Konzeptalbums. Die Lyrics bewegen sich auf einer Gedankenebene und behandeln zum Großteil nichts konkret Greifbares. Das lässt viel Platz für Interpretation und Fantasie. Mit diesem Grundsatz haben wir nach und nach unsere persönliche Interpretation der Story gebastelt und die Songs immer mehr daran angepasst. Das Album dreht sich um jemanden, der in einer dystopischen Gesellschaft ein bevorstehendes Unheil erkennt, sich von allen Gegebenheiten losreißt und das Schlimmste verhindern will. Was dieses Unheil darstellt und wie sich der Geisteszustand des Protagonisten verändert, ist der Vorstellung jedes Hörers überlassen.“

PRIOR THE END vertrauen in ihren Stücken auf den beständigen Wandel, wobei es mal vertrackt, mal eingängig zugeht. Das Spektrum zwischen Rock und Metal bietet viele Möglichkeiten, derer sich die Süddeutschen gerne bedienen: „Man versucht natürlich immer, nicht allzu sperrig zu schreiben,“ so der Gitarrist. „Es fühlt sich cool an, komplizierte oder etwas anspruchsvollere Parts einzubauen. Allerdings kann ein Song technisch noch so anspruchsvoll sein, emotional hat er aber vielleicht dieselbe Wirkung wie ein labbriger Toast. Uns kommt es auf das Feeling und die Intensität der Stücke an. Dabei ist es völlig egal, ob sie aggressiv, eingängig oder komplex ausfallen. Wenn wir glauben, ein Song erzeugt die Atmosphäre und Stimmung, die er haben soll, ist er genau richtig.“

Die stilistische Breite von „The Worst Is Yet To Come“ hat aber auch noch andere Gründe: „Eine


musikalische Essenz gibt es nicht. Unsere unterschiedlichen persönlichen Geschmäcker und Vorlieben lassen das gar nicht zu,“ sagt Raphi. „Natürlich soll unser Spiel nicht ausufern und eine gewisse Identität wahren. Eine Musterlösung oder einen Mustersong gibt es dabei aber nicht. Bei einem Song, der ins Set oder auf eine Scheibe genommen wird, muss sich jedes Mitglied wohlfühlen. Das kristallisiert sich beim Entstehungsprozess relativ schnell heraus. Gibt es nach Vollendung von niemandem Einwände oder Bedenken, steht der Song. Auf einem Release besteht aber auch der Anspruch, sich innerhalb des Gesamtwerks nicht zu wiederholen.“

Die Musiker erreichen dieses Ziel. Ihr Debüt weist einen ansprechenden Variantenreichtum auf: „Der emotionale Kick, der ausgelöst wird, wenn ein Baustein passt und vielleicht sogar besser passt als gedacht, ist das schönste an diesem Prozess,“ greift der Musiker das Kurzfazit auf. „Analytisch passiert bei uns relativ wenig. Kreative Arbeit sollte ohnehin immer spannend und nicht berechenbar sein. Das einzig Bewusste sind die gewählten Richtungen, Stile und Stimmungen, die wir ausprobieren und einbauen.“ Die bisherige Show-Historie von PRIOR THE ENDE umfasst also nicht nur zufällig Auftritte mit solch unterschiedlich gelagerten Gruppen wie Evergreen Terrace, Skindred und Russkaja:

„Es ist schwierig, zu sagen, in welcher stilistischen Umgebung wir uns am wohlsten fühlen,“ zögert Gitarrist Raphikurz. „Sowohl im rockigen als auch im wirklich harten Bereich werden wir gut aufgenommen. Selbst in der Core-Szene, die in unserer Region einen großen Teilbereich einnimmt, haben wir großen Zuspruch. Letztlich bedienen wir mit unserer Musik ein verhältnismäßig großes Spektrum an Stilrichtungen, bei dem für so ziemlich jeden unentschlossenen Hörer etwas dabei sein dürfte.“

 
 Links:
  www.facebook.com/priortheend
 
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