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Freya

Storie von: arne, am 22.06.2003 ]

Mit FREYA stellt sich die neue Band von Karl, Eric und Bulldog von Earth Crisis vor, die sich bereits 2001 nach dem Split der Vegan-Hardcore-Legende gegründet hat. “As The Last Light Drains“ heißt das Debüt der Band, das dieser Tage über Victory Records erscheint.

 
Das Album setzt quasi dort an, wo die letzte Earth Crisis-Platte “Slither“ endete und geht doch völlig andere Wege. Die Musiker blicken über den begrenzten Metal-Hardcore-Horizont hinaus und präsentieren sich als gereifte Musiker mit Blick für ein abwechslungsreiches Gesamtbild. FREYA spielen mitreißenden Mid-Tempo-Hardcore, der zum einen durch super-viele Melodien und zum anderen durch den Wechsel-Gesang Karls getragen wird. Natürlich schreit er noch immer einen Großteil seiner Lyrics, aber wie schon auf “Slither“ singt er immer häufiger. Gerade davon profitiert die Platte ungemein; hat Karl doch eine richtig gute Stimme und noch dazu das richtige Gespür für catchige, gefühlvolle Gesangslinien.

“As The Last Light Drains“ ist sehr eingängig und vom Klang her sehr modern angelegt. Vielleicht kann man FREYA als erwachsenen Hardcore beschreiben, der zwar noch auf die eigenen Roots hin ausgerichtet ist, aber gleichfalls auch von der neugewonnenen Freiheit lebt, nicht allein auf eine Spielart eingeschränkt zu sein. Genau, es ist Post-Hardcore. Die Musiker spielen das, wonach ihnen ist, und das heißt vorrangig Mid-Tempo mit teils noch ruhigeren Stellen. FREYA gehen mit ihrem Debüt einen neuen Weg im Hardcore und zeigen, dass man nicht stagnieren muss, wenn man einmal erfolgreich und auf eine bestimmte Spielart festgelegt gewesen ist. “As The Last Light Drains“ ist ein sehr mutiges Album, das hoffentlich auf großen Zuspruch treffen wird. Dem frischen Sound sollte sich eigentlich niemand entziehen können.

Bassist Bulldog umriss die Gründungsphase der band folgendermaßen:
„Nachdem sich Earth Crisis aufgelöst hatten, formierten wir FREYA als neue Band. Es war uns wichtig weiter Musik zu spielen und aktiv zu bleiben. Die neue Band sollte sich von dem unterscheiden, was wir in den letzten zehn Jahren gespielt hatten. Anfangs starteten wir als Quartett, bis Darian als zweiter Gitarrist


zur Band stieß. Das brachte die Sache richtig ins Rollen. Wir nahmen unser erstes Demo auf und fingen an auch live zu spielen. Unser zweiter Auftritt war schon das Hellfest und die Reaktionen aus der Menge waren überwältigend.“

Earth Crisis waren über die Jahre eine Band mit großer Aussage. Mit FREYA positionieren sich die Musiker neu: „Früher war bei einer Hardcore-Band vor allem ihre Aussage wichtig. Das hat die Szene groß gemacht und so sollte es auch heute noch sein. Mit Earth Crisis haben wir lange für unsere Überzeugungen gekämpft. Mit der neuen Band gehen einen anderen Weg. FREYA beschäftigt sich allein mit dem Überwinden und der Verarbeitung persönlicher Probleme, musikalisch wie textlich. Unsere Message hat sich verändert, aber wir haben eine und das ist uns wichtig. Wir wollen uns nicht dieser großen Fashion-Show anschließen.“

Vielleicht auch aus diesem Grund möchte Bulldog FREYA nicht einschränken: „Wir sehen uns keinem bestimmten Genre zugehörig, denn unsere Einflüsse reichen von Rock, über Metal und Hardcore bis hin zum Punk. Wir haben schon jetzt unseren eigenen Stil gefunden. Ich kenne jedenfalls keine Band, mit der man uns vergleichen könnte, obschon wir von sehr vielen beeinflusst sind. Wir verstehen uns vor allem als Live-Band und das ist es, worin wir all unsere Energie stecken.“

Die Vielfältigkeit des Debüts ist einem ganz simplen Konzept geschuldet: „Wir sind einfach der Richtung gefolgt, in die uns der jeweilige Song gezogen hat. Musik ist besser, wenn sie nicht bewusst in bestimmte Bahnen gelenkt wird. Wir versuchen keinem einheitlichem Stil zu folgen, sondern all das zu verwirklichen, was uns als interessant erscheint.“

Wir als geneigte Hörer danken es, denn “As The Last Light Drains“ ist eines der abwechslungsreichsten Hardcore-Alben der letzten Zeit. Für den Herbst sind Euro-Gigs geplant, aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit.

 
 Links:
  Freya
  Victory Records
 
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