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Vanna

Storie von: arne, am 04.07.2016 ]

KEINE BERÜHRUNGSÄNGSTE. Bei der Arbeit an ihrem sechsten Longplayer haben VANNA vor allem darauf geachtet, ihre Emotionen ungefiltert und authentisch in Musik zu überführen. In seiner ohnehin lebendigen Anlage zwischen MetalCore, Emo/Screamo und Noisecore klingt „All Hell“ entsprechend leidenschaftlich, intensiv und aufwühlend. Das US-Quintett überzeugt mit spannungsgeladenen Stücken, die noch dazu hymnisch zugespitzt sind. Von seiner Grundidee her spiegelt das neue Album der Bostoner das Leben an sich wider.

 
„Auf „Void“ habe ich erstmals Texte über Begebenheiten und Gedanken formuliert, zu denen ich etwas sagen wollte, obwohl mir das nicht leicht fiel,“ erzählt Frontmann Davey Muise. „Ich habe sprichwörtlich mein Innerstes nach außen gekehrt. Das Feedback war unglaublich und hat meine Persönlichkeit verändert. Mit „All Hell“ tauche ich nun noch tiefer in meine Gedankenwelt ein, was mir inzwischen kein Unbehagen mehr bereitet. Ich fühle Stolz und bin dankbar für alles, was mir in meinem Leben widerfahren ist. Denn all das gehört zu mir und zeichnet mich als Menschen aus. Das betrifft die schönen wie die weniger schönen Momente. In meinen Texten ist alles da – die Erfolge und Höhepunkte, aber auch die Rückschläge und Niederlagen. Alle Aspekte gehören gleichermaßen zu mir. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Davon erzählt das Album. Erst die Hölle, die man erträgt und durchsteht, lässt uns zu den Menschen werden, die wir sind. Selbstzweifel, Schmähungen, die Verleugnung der eigenen Vergangenheit oder auch die Angst vor dem, was noch kommen mag, gehören dazu. Ehrlich zu mir selbst und unseren Hörern zu sein, ist mir wichtig und wird von unseren Hörern geschätzt. In den zwei Jahren seit der Veröffentlichung von „Void“ bin ich als Persönlichkeit gereift; stärker als in all den Jahren zuvor. Heute fürchte ich nichts mehr und halte mit nichts zurück. Die Wahrheit ängstigt mich selbst dann nicht, wenn sie unangenehm oder unbequem ist.“

Auf „All Hell“ führen VANNA ihre Hörer durch den Alltag, wie sie ihn erleben – mit all seinen Problemen, Unwägbarkeiten und Überraschungen: „Das Leben hat nun einmal viele Facetten,“ so der Sänger. „Jeder unserer Tracks steht für andere Gefühle und Emotionen. Das Spektrum reicht von Wut und Hoffnung bis hin zu Liebe und Hass; umfasst aber auch viele Schattierungen. Unser Anspruch ist es, unseren Hörern zehn Hymnen zu bieten, die eine Auswahl dessen darstellen, was einem im Leben begegnen kann und womit man konfrontiert wird.“ Die Unterschiede im Charakter der zehn Stücke fallen deutlich aus. Doch genau so ist es von den Bostonern gewünscht: „Es gibt nicht den einen Song, der all das ausdrückt, was wir zu sagen haben,“ bekräftigt Davey. „Für unterschiedliche Stimmungen und Botschaften haben wir jeweils die passende Musik geschrieben. Über 30 Minuten hinweg vertonen wir das ganze Spektrum menschlicher Emotionen und hoffen, dass unsere Hörer sie nachvollziehen und später auf den Konzerten mit uns ausleben werden. Tracks wie ,Pretty Grim‘ oder ,Mutter‘ animieren zum Circle Pit und beschäftigen sich mit Personen, die an einem zweifeln oder dir Steine in den Weg legen. ,Flower‘ und ,Lead Balloon‘ wiederum stellen auf Situationen ab, durch die man sich


erfolgreich durchgekämpft hat, obwohl es hart war. Wir haben darauf geachtet, smarte Songs zu schreiben und mit ihnen exakt das auszudrücken, was wir im Kopf hatten. Sie fallen mal schnell, mal stampfend aus, sind aber immer laut und unverfälscht. Jegliche Musik muss ihre Hörer bewegen. Das gelingt nur dann, wenn man authentisch und ehrlich aufspielt. So, wie wir es tun.“

Gerade die angesprochene Live-Tauglichkeit und der direkte Austausch mit den Hörern sind VANNA wichtig: „Ohne die Leute, die zu unseren Konzerten kommen und unsere Stücke mit uns singen, sind wir nichts,“ weiß der Frontmann. „Das ist eine Beziehung, die sich über Jahre hinweg herausbildet und die auf gegenseitigem Respekt sowie Verständnis basiert. Wir sind auf unsere Fans genauso angewiesen wie sie es auf uns sind. Sie lassen uns wissen, dass wir unseren Kampf nicht alleine führen. Wir wollen ihnen vermitteln, dass es am Ende des Tunnels tatsächlich Licht gibt. Diese Interaktion schweißt uns zusammen. Mir bedeutet es ungemein viel, dass die Leute eine Verbindung zu uns und unseren Songs aufbauen. Das ist das Einzige, was wir uns als Band erhoffen und das uns mit Stolz erfüllt. Es geht doch nichts über das Gefühl, das deine Lieblingsband in dir auslöst. Musik kann dazu animieren, Dinge herum zu werfen oder sein Leben von heute auf morgen komplett auf den Kopf zu stellen. Ich selbst bin der lebende Beweis dafür. Doch egal, wie man es am Ende auch nennt, wichtig ist, dass Musik ihre Hörer berührt und ihnen hilft.“

Mit Blick auf „All Hell“ formuliert Davey Muise bescheidene Erwartungen: „Wenn unser Album auch nur einer einzigen Person hilft, mit ihrem Leben oder ihren gegenwärtigen Umständen besser klar zu kommen, bin ich schon zufrieden. Mehr ist da nicht. Ich hoffe, unsere Songs geben Hörern in der einen oder anderen Situation Halt.“ Das korrespondiert mit dem Identität stiftenden Selbstverständnis der Band und unterstreicht, dass in ihrem Fall Überzeugungstäter zugange sind:

„Uns geht es nicht darum, mit unserer Musik möglichst viel Geld zu verdienen. Das ist nicht unser Ansatz,“ formuliert es der Sänger. „Wir sind als Gruppe unterwegs, weil wir spüren, genau das tun zu müssen. So verhält es sich seit nunmehr zehn Jahren. Ohne VANNA können wir einfach nicht. Die Tatsache, dass auch andere Leute Gefallen an unseren Songs finden, ist ein Bonus und umso schöner. Dass sich unser Verbreitungsradius kontinuierlich erweitert, begrüße ich. So können wir sukzessive mit neuen Leuten in Kontakt treten und das inzwischen weltweit. Aus diesem Blickwinkel heraus hoffe ich, dass wir so groß und bekannt wie möglich werden. Leute zu treffen und uns mit ihnen auszutauschen ist das, worum es uns geht.“

 
 Links:
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