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First Fragment

Storie von: arne, am 22.05.2016 ]

Kanada verfügt über eine lange, ansehnliche Tech-Death-Tradition. FIRST FRAGMENT halten ihr Debüt „Dasein“ jenseits des Titels in ihrer französischen Muttersprache und sorgen auch sonst für so manche Überraschung. Die Verbindung eines handwerklich fordernden Extrem-Sounds mit Power Metal- und Flamenco-Einflüssen lässt aufhorchen und stellt einen partiell eigenständigen Blick auf die Tech-Death-Sparte dar.

 
„Das Album erscheint deutlich später, als wir es geplant haben,“ äußert Phil Tougas (auch Chthe'ilist, Atramentus, Zealotry, Serocs und ex-Vengeful) darauf angesprochen, dass die erste Platte sieben Jahre nach der Band-Gründung erscheint. „80 Prozent des Materials ist fast zeitgleich mit den Songs der ersten MCD entstanden, die übrigen entweder deutlich früher oder wenige kurze Zeit später. Die Tracks von „Dasein“ fallen in die Spanne von 2004 bis 2010 und sind damit schon ein wenig älter. Seither hat sich unser Songwriting merklich verändert. Hört man unsere aktuellen Stücke, erkennt man deutliche Unterschiede. Bis heute haben wir circa 200 Songs geschrieben. Ohne Probleme könnten wir direkt unser Zweitwerk auf den Markt werfen, dass „Dasein“ ähnlich klingen oder einen anderen Weg einschlagen könnte. Kurzfristig wird das allerdings nicht passieren. Was unsere derzeitige Interessenlage anbelangt, kann ich verraten, dass wir die neoklassische Schlagseite unseres Sounds beibehalten, doch sie inzwischen noch abenteuerlicher und mutiger ausgearbeitet wird. Zusätzlich integrieren wir nunmehr mehr düstere und bedrückende Elemente, die auf „Dasein“ nur in kleinen Dosen präsent sind. Und auch die Kontraste arbeiten wir inzwischen stärker heraus. Insofern ist „Dasein“ nur zu einem gewissen Teil repräsentativ für das, was wir als Band darstellen. Dennoch klingen die Songs des Albums frisch und aufregend genug, um neben unseren Neukompositionen in einer Live-Setlist aufzutauchen und jetzt doch noch veröffentlicht zu werden.“

Das scheint auch deshalb angeraten, weil die Gruppeaus Quebec dem modernen, technischen Death Metal neue Impulse verleiht: „Man kann uns aber kaum als typische Death Metal-Band beschreiben,“ erwidert der Gitarrist. „Ich würde FIRST FRAGMENT nicht einmal dem Death Metal zuordnen. Für mich ist allein die Elite der später 1980er und 1990er Jahre als Death Metal im herkömmlichen Verständnis zu beschreiben – die Old School-Verrückten, die mit einem rohen, morbiden und drückenden Sound angetreten sind. Moderne Vertreter des Tech- und Prog-Death oder die Brutalo-Death-Kapellen sind für mich eine ganz andere Geschichte und fallen nicht in dieselbe Kategorie. Das ist wenigstens meine Überzeugung, der aber wohl weder meine Band-Kollegen noch viele Hörer zustimmen werden. Die Bewahrung von Traditionen und ein progressives Agieren schließen sich meinem Verständnis folgend aus. Für mich funktioniert es nicht, dass extrem orientierte Gruppe wirkliches Traditionsbewusstsein


und einen neuartigen Ansatz miteinander verbinden. Zumindest ist das kaum jemandem überzeugend geglückt. Als Ausnahmen fallen mir lediglich Blood Incantation und Stargazer ein. Mit FIRST FRAGMENT versuchen wir uns an etwas anderem. Wir wollen eine eigene musikalische Sprache jenseits der bekannten Konventionen entwickeln.“ Dabei hilft es, dass Phil Tougas im kreativen Bereich auf breit gestreute Einflüsse zurück greift: „In unserer Band gibt es zwei Songwriter – Gabriel, unseren anderen Gitarristen, und mich. Abhängig vom Komponisten unterscheiden sich die Tracks offenkundig. Obwohl sich unsere Herangehensweise komplett voneinander unterscheidet, entsteht doch immer etwas, das am Ende irgendwie gut zusammen passt. Ich lasse mich von Tony MacAlpine, Yngwie Malmsteen und Joey Tafolla, Crimson Glory, Helstar, Apocrypha, Realm, Toxik, Racer X und Cacophony inspirieren. Das mixe ich dann mit Flamenco-Elementen und der Tradition von Bands wie Martyr, Neuraxis, Crypt Of Kerberos, Theory In Practice, Atheist, frühen Origin, Spawn Of Possession und Gorod. Wer sich das vorstellen kann, erhält einen guten Hinweis darauf, wie „Dasein“ klingt. Gabriel wiederum bringt viele Einflüsse aus einem nicht-metallischen Bereich mit ein, kennt sich aber auch in der Metal-Historie bestens aus. Seine Stücke sind schwerer zu beschreiben und einzuordnen, als meine. Er findet immer wieder einen unerwarteten und eigenwilligen Dreh, der unseren Sound bereichert.“

Zum Background von Phil Tougas gilt es überdies zu wissen, dass er weniger Death Metal als vielmehr Gruppen im Spannungsfeld von Heavy-, Power-, Speed- und traditionellem Doom-Metal hört. Diese Prägung spiegelt sich in der Arbeitsweise und dem Songwriting des Gitarristen wider: „Weder bin ich ein Lee Payne (Cloven Hoof) noch Jim Matheos (Fates Warning). Dass ich neben FIRST FRAGMENT Musik für weitere Gruppen schreibe, ist auch nur bedingt hilfreich. Bis ein Song, mit dem ich voll zufrieden bin, fertiggestellt ist, vergeht viel Zeit. Meine Anforderung ist es, dass Stücke eine bestimmte neoklassische Atmosphäre transportieren sollen. Um Inspiration für Songs für FIRST FRAGMENT zu finden, höre ich meine Metal-Kassetten aus den 1980er Jahren. Um als Gitarrist besser zu werden, schaue ich viele Live-Videos und Anleitungs-Clips meiner Helden wie Tony MacAlpine, Joey Tafolla, Jason Becker, Yngwie Malmsteen, Michael Romeo, Vinnie Moore, Paul Gilbert, Marty Friedman, Eddie Van Halen, etc. Sie sind die Meister, ich ein unbedeutender Schüler.“

 
 Links:
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