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Otep

Storie von: arne, am 30.04.2016 ]

Unbeirrt von Trends und Strömungen spielen die Kalifornier seit mehr als 15 Jahren ihren Crossover zwischen Alternative- und NuMetal sowie Industrial. Mit ihrem Einstand auf Napalm Records, „Generation Doom“, präsentieren sich Frontfrau OTEP Shamaya und ihre Mitstreiter so zwingend und relevant wie niemals zuvor. Die Heavy-Gruppe kann – insbesondere in den USA – auf eine ansehnliche Fan-Gemeinde bauen. Das neue, siebte Album bietet das Potenzial, viele neue Hörer anzusprechen und für OTEP einzunehmen.

 
„Wir fühlen uns davon geehrt, dass uns die Leute über die Jahre die Treue halten und sich dafür interessieren, was wir tun und wie wir es tun,“ äußert die Band-Initiatorin, Namensgeberin und Frontfrau. „Wenn es um die kreative Arbeit geht, folge ich ausschließlich meinem künstlerischen Instinkt. Ich strebe danach, mit einem guten Beispiel voran zu gehen und den Kampf der Gerechten zu führen. Es freut mich, wenn meine Musik die Menschen, die sie hören, berührt. Als Band zeigen wir Möglichkeiten auf, was man musikalisch und textlich tun kann, wenn man eigenständig und aufrichtig agiert. Die Reaktionen und Resonanz auf unsere Veröffentlichungen und Konzerte zeigen mir, dass unser Ansatz ankommt und verstanden wird. Wer sich nur ein wenig mit uns beschäftigt, wird verstehen, worum es uns geht und welche Botschaften wir transportieren.“

Nicht zu unterschätzen: der Ansatz von OTEP besitzt Wiederkennungswert, weil die Musiker Zeit ihres Bestehens auf einen Crossover-Sound setzen, der längst mit ihnen zu assoziieren ist: „Es ging wir nie darum, es irgendwem Recht zu machen, dazu zu gehören oder in irgendein Schema zu passen,“ erklärt OTEP Shamaya. „Von Beginn an wollte ich mir meinen eigenen Aktionsradius schaffen. So haben wir schon früh zu eigener Identität gefunden. Darauf führe ich es zurück, dass wir noch immer bestehen und von den vielen Veränderungen der Musik-Szene nicht aus der Bahn geworfen worden sind. Was auch immer passiert ist, wir sind uns treu geblieben und haben unser Ding durchgezogen.“ Parallel ist die Güte und Belastbarkeit der Alben gestiegen:

„Über die Jahre und Veröffentlichungen gelingt es mir immer besser, mich auszudrücken und das in Worte zu fassen, was ich mit der Welt teilen möchte,“ resümiert die Frontfrau. „Unsere passionierten Fans, die alles aufsaugen und hinterfragen, sind mit dafür verantwortlich, dass mir das heute viel besser als früher glückt. Das Wissen um ihre Begeisterung spornt mich an, noch mehr Energie aufzubringen und alles aus mir heraus zu holen.“ Der Napalm-Einstand ist in dieser Hinsicht als bisher stärkstes Werk der Kalifornier zu bezeichnen. Die neuen Songs kommen auf den Punkt, sind schön heavy und doch auch ungemein zugänglich: „Ich bin zu involviert, um das Album objektiv zu bewerten und einzuordnen,“ so die Sängerin. „Doch auch ich bin davon überzeugt, dass unsere Band mit „Generation Doom“ eine neue Evolutionsstufe erreicht. Auf dieses Album bin ich unglaublich


stolz. Wir sind ohne konkrete Ziele in das Songwriting gegangen. Als Anspruch war allein definiert, keine Grenzen zu akzeptieren, ergebnisoffen mit allen Einfällen zu experimentieren und zu schauen, wohin uns das führt. Auf diese Art und Weise haben wir Stücke geschrieben, die uns begeistern und von denen wir vollends überzeugt sind. Es ist kein Klischee, wenn ich sage, dass „Generation Doom“ unser bislang bestes Album ist. Niemals zuvor war ich so stolz, nachdem ich die Arbeit an einer Platte beendet habe.“

Das ist nachvollziehbar. Bis hin zum Cover von ,Royals‘ erlebt man ein vielschichtiges, überraschendes und zugespitztes Werk: „Unser Label hat uns gebeten, einen Cover-Song mit auf das Album zu nehmen. Sie haben sich ein älteres Stück vorgestellt. Ich hingegen habe eine zeitgenössische Hit-Single gewählt, weil kaum jemand so etwas tut. Lorde ist eine großartige Texterin und ,Royals‘ ein fantastischer Song. Mit dem Cover drücke ich meine Bewunderung ihr gegenüber aus.“ Gleichfalls wird deutlich, dass OTEP Shamaya aufgeschlossen und entdeckungsfreudig ist: „Meine Einflüsse sind breit gestreut. Wovon ich mich inspirieren lasse, weiß ich vorher auch nie. Als Künstler muss man an jeglicher Kunst interessiert sein. Als Musiker darf man sich nicht nur auf den musikalischen Bereich beschränken. Die Hörer sollen meine Songs ja auch in ihren persönlichen Kontext stellen, an eigenen Erfahrungen messen und sie zu einem persönlichen Erlebnis werden lassen.“

Bezüglich der Entstehungsgeschichte von „Generation Doom“ spricht die Sängerin von einem magischen Arbeitsprozess, der sie tief bewegt hat: „Alles hat sich wie bei meinem ersten Album angefühlt, total aufregend. Allen Songs liegen eine Energie und Intensität zugrunde, wie ich sie schon lange Zeit nicht mehr gespürt habe. ,Equal Rights, Equal Lefts‘ ist unter allen Songs, die ich bislang geschrieben habe, einer meiner persönlichen Favoriten. Das Album fasst mein Leben, aber auch meine Erfahrungen und Beobachtungen der Welt, in der ich lebe, zusammen. Gegenwärtig bewegt mich, dass wir die Wahl haben, es in aller Stille über uns ergehen zu lassen, dass die Feinde der Freiheit die Individualität des Einzelnen und unsere Rechte einschränken und zerstören. Oder wir wehren uns gemeinschaftlich dagegen mit einer lauten Stimme und stellen klar, dass wir die Einschränkungen und Beschneidungen nicht hinnehmen werden. Das ist die Quintessenz von „Generation Doom“.

 
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