Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1739

Good Tiger

Storie von: arne, am 26.04.2016 ]

Wenn sich frühere Mitglieder von TesseracT, The Safety Fire, The Faceless und Architects UK zu einer neuen Band zusammen schließen, ist das Interesse groß. GOOD TIGER heiß das Quintett, das mit „A Head Full Of Moonlight“ seinen spannungsgeladenen, großartigen Einstand gibt.

 
„Es schmeichelt uns natürlich, als Allstar-Band betitelt zu werden, aber das ist Quatsch,“ gibt sich Gitarrist Joaquin Ardiles (ex-The Safety Fire) bescheiden: „Wenn wir als Allstars „Space Jam“ nachspielen, möchte ich aber schon Michael Jordan sein, haha. Im Ernst, es ist nicht unser Ansatz, irgendwem irgendetwas zu beweisen. Unser Songwriting ist durch solche Überlegungen nicht belastet. Ich sehe auch nicht, dass die Leute etwas Konkretes von uns erwarten. Wir schreiben Musik, von der wir denken, dass sie qualitativ gut ist. Es geht uns nicht darum, schneller, smarter oder besser als andere zu sein. Unsere Progressivität äußert sich in der Tatsache, dass wir fesselnde, gute Songs schreiben, ohne sie vereinfachen zu müssen oder unsere fordernde Musikalität offensiv heraus zu stellen.“

Das Quintett hält es klassisch und macht kein großes Aufheben um sich selbst: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir das uns bestmögliche Album erschaffen,“ so der Gitarrist. „So hat es angefangen und so werden wir es fortsetzen. Inzwischen ist allein unser Antrieb größer, nachdem wir den überwältigenden Zuspruch der Hörer erlebt und unsere indiegogo-Kampgane erfolgreich umgesetzt haben. Nach den Reaktionen auf unser Debüt stehen wir nunmehr unter einem gewissen Druck, ein weiteres gutes Album und weiterhin intensive Shows abzuliefern. Von der Band-Philosophie her bleiben wir uns dabei treu und schreiben die Musik, die wir als spannend erachten. Schon mit dem ersten Album ist es uns gelungen, die Messlatte hoch zu setzen und einen Sound zu etablieren, der ein gewisses Alleinstellungsmerkmal aufweist. Darauf lässt sich aufbauen.“

Der Sound von GOOD TIGER stellt sich als Mischung vielfältiger Einflüsse und Interessen dar: „Alles kam ganz von selbst zusammen,“ erzählt Joaquin Ardiles. „Wir haben nicht lange nachgedacht. Als gemeinsamer Nenner unserer Vergangenheit und Ergebnis dessen, was sich natürlich eingestellt hat, fühlen wir uns aktuell gut repräsentiert. Sicherlich fällt alles etwas weniger technisch und anspruchsvoll als bei unseren früheren Bands aus. Es war allerdings nicht bewusst beabsichtigt, zugänglicher vorzugehen. Im Moment des Songwritings hat sich genau das richtig angefühlt. Da uns niemand kannte, konnten wir ganz nach unseren Vorstellungen vorgehen. Eine Vergangenheit, der wir verpflichtet wären, gibt es nicht. Ausgehend von unseren früheren Bands sind unsere Ansprüche und Interessen gewachsen. Darauf haben wir aufgesetzt.“ Was dabei genau entstanden ist, kann der Gitarrist nur annäherungsweise in Worte fassen:

„Ohne eigenommen


zu klingen: es gibt keine andere Band, deren Sound ich mit unserem vergleichen kann. Was den grundlegenden Zugang zur Musik anbelangt, sehe ich allenfalls Parallelen zu den Deftones, was die Verbindung von heftigen und seichten Passagen anbelangt, ohne dass sich Hörer befremdet abwenden. Das zu bewerkstelligen, ist eine große Herausforderung. Was die Zukunft für uns bereit hält, wird sich zeigen. Unseren Sound haben wir noch längst nicht gefunden. Ihn zu entdecken und heraus zu arbeiten, wird sicherlich aufregend.“ Für die Musiker gibt es keinen Grund, mit GOOD TIGER an frühere Gruppen anzuknöpfen:

„Sonst hätten wir nicht in einer neuen Konstellation unter einem neuen Namen starten müssen,“ entgegnet Joaquin. „Doch schon früher sind wir mit jeder unserer Veröffentlichungen gewachsen. Mit „A Head Full Of Moonlight“ erscheint nun nicht allein unser Debüt, sondern der Beleg des voran schreitenden Reifeprozesses der beteiligten Musiker.“ Das besagte Bewusstsein äußert sich etwa in der Live-Tauglichkeit der Stücke: „Im Songwriting haben wir das Live-Spiel stets im Hinterkopf,“ bestätigt der Gitarrist. „Unsere Tracks müssen sich gut auf die Bühne bringen lassen. Das ist es, was die Leute sehen wollen und verdienen. Für Musiker reicht es nicht, allein im Studio zu glänzen. Auf Konzerten muss man sich vor seinen Fans beweisen. Wir haben darauf geachtet, die Intensität unserer Shows zu reproduzieren. Alben müssen weder perfekt noch steril klingen, sondern lebendig und authentisch.“

Die Reaktionen und das Feedback sind entsprechend: „Es ist kaum möglich, von bestimmten Gruppen zu sprechen. Von jungen Kids, über Eltern, Metalheads, Prog-Fans, Rock-Typen und Pop-Girls sind auf unseren Konzerten alle dabei. Sie finden etwas in unseren Songs, das ihnen gefällt. Mehr können wir als Musiker nicht verlangen.“

Und doch befinden sich GOOD TIGER erst am Beginn ihres Weges: „Vom technischen Zugang her ist inzwischen wohl alles ausgereizt und versucht. Dennoch kann man immer noch neue Sounds entdecken und Hörer überraschen. Da letztlich alles vom Kontext abhängig ist, klingt vieles frisch und innovativ, was es eigentlich nicht ist. Es ist eine Frage des Blickwinkels und der Art der Präsentation. Deshalb ist es wichtig, dass man auch mal einen Schritt zurück tritt, um seine Songs aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Schließlich muss man alle Aspekte daraufhin abklopfen, ob sie zum jeweiligen Stück passen. Manchmal passiert es, dass man sich in Details verliert und das Gesamtbild aus den Augen verliert. Das wollen wir vermeiden.“

 
 Links:
  facebook.com/GoodTigerOfficial
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Carnifex
  Sum 41
  Art Of Dying
  Crown The Empire
  Heart Of A Coward

Interviews/Stories:

  Tluf
  Full Of Hell
  The Butcher Sisters

Shows:

  20.06. Darkness - Bussfeld
  21.06. Jaded Heart - Duisburg
  21.06. Corrosion Of Conformity - Netphen
  22.06. The Prophecy 23 - Bussfeld
  22.06. Emerald - Weselberg