Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1739

Tombstoned

Storie von: arne, am 18.04.2016 ]

Schon der Name TOMBSTONED stimmt auf einen schleppenden, düsteren Heavy-Sound ein. Ein solcher prägt „II“ tatsächlich, wobei der Stil-Mix der Finnen unvermutet breit gefasst ist. Elemente aus dem Psychedelic-, Doom-, Stoner-, Rock- und Metal-Bereich formen sich intuitiv entwickelnde, manisch besungene Tracks mit Vintage-Faktor.

 
„Wir wollen nichts anderes, als die Musik spielen, die wir mögen,“ äußert Gitarrist und Sänger Jussi. „Wir sind drei Freunde, die jammen und Spaß haben. Lange Zeit hingen wir einfach so herum und sind nicht voran gekommen. Vielleicht tun wir das noch immer. Doch irgendwann hat sich das heraus gebildet, was TOMBSTONED darstellen; sowohl musikalisch als auch von der Einstellung her. Ein Plan, irgendwas Bestimmtes tun oder schaffen zu müssen, existiert aber nicht. Wahrscheinlich ist das unsere Philosophie. Wir tun das, was wir wollen und uns möglich ist.“ Antriebslos oderlethargisch muten die Stücke des Dreiergespanns nicht an:

„Unser Spiel wirkt hoffentlich ernsthafter, als es der Band-Name vermuten lässt,“ gibt der Frontmann zu Protokoll. „Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, als sich unser Sound noch gar nicht entwickelt hatte, haben wir uns auf TOMBSTONED festgelegt und halten seither daran fest. Wir sind aber nicht wie Weedeater, auch wenn ich sie sehr schätze. Es gibt keinen bestimmten Klang oder Sound, den wir anstreben. Dennoch fühle ich, dass wir noch längst nicht dort angekommen sind, wo wir mit der Band hinwollen. Mit der Zeit entwickelt sich das langsam in eine bessere Richtung. Um ehrlich zu sein, passiert bei uns vieles zufällig. Wir sind drei starke Persönlichkeiten, die manchmal gut zusammen arbeiten und wirklich gute Songs schreiben.“ Gemessen an dieser Ausgangslage klingt „II“ sogar richtig souverän:

„Heute fühlt es sich richtiger und wichtiger an, wenn wir Stücke schreiben. Das liegt wohl daran, dass ich inzwischen in Berlin lebe, die anderen aber weiterhin in Helsinki. Unser Schlagzeuger Akke ist Vater und hat deshalb weniger Zeit für die Musik. Bei früheren Proben haben wir meistens nur Unsinn angestellt


und irgendwann abgedreht. Das tun wir nun selten und arbeiten dafür ernsthafter. Nicht zuletzt seit wir wissen, dass es Leute gibt, die das hören, was wir verzapfen. Die größere Erfahrung spielt sicherlich auch eine Rolle.“ Mit dem, was sie erreichen, sind die Musiker Jussi zufolge zufrieden:

„Uns reicht es für den Moment, mit der Band das umzusetzen, was wir fühlen. Wenn das irgendwie eigenständig und nach TOMBSTONED klingt, wäre das schön. Keiner möchte ja nur eine weitere Band sein, die das spielt, was hunderte andere auch tun. Unsere Leistung zu bewerten, ist aber nicht meine Aufgabe. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass wir unterschiedliche Arten von Songs erstellen und sie dennoch alle nach uns klingen. Es muss also etwas geben, das charakteristisch für uns ist. In der Zukunft wird das hoffentlich noch klarer zutage treten.“ Das Trio spielt gerne laut und verzerrt auf. Eine Zuordnung zur Heavy-Musik-Sparte drängt sich deshalb auf:

„Unsere Tonlage ist heftig. Das steht außer Frage,“ erwidert der Sänger und Gitarrist. „Häufig schreibe ich die Songs auf einer Akustik-Gitarre. Unsere Stücke ließen sich auch problemlos akustisch umsetzen, was ihre Wirkung gravierend verändern würde. Wenn wir wollten, könnten wir auch anders. Mir gefällt es, dass unser Sound nicht so leicht zu greifen ist und zwischen viele Stühle fällt. Warum sollen wir uns auch festlegen oder so klingen, wie andere? Natürlich respektieren wir Pioniere und Traditionen. Das hält uns aber nicht davon ab, nach links oder rechts auszuschwenken und etwas Unvorhersehbares zu tun. Einige Leute sind davon irritiert, andere verstehen es. Darauf kommt es letztlich nicht an. Wir hören allein auf uns und sind nicht bestrebt, es allen Recht zu machen.“

 
 Links:
  facebook.com/tombstonedhelsinki
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Carnifex
  Sum 41
  Art Of Dying
  Crown The Empire
  Heart Of A Coward

Interviews/Stories:

  Tluf
  Full Of Hell
  The Butcher Sisters

Shows:

  20.06. Darkness - Bussfeld
  21.06. Jaded Heart - Duisburg
  21.06. Corrosion Of Conformity - Netphen
  22.06. The Prophecy 23 - Bussfeld
  22.06. Emerald - Weselberg