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American Head Charge

Storie von: arne, am 07.03.2016 ]

Vor einer Dekade ist man an AMERICAN HEAD CHARGE nicht vorbei gekommen, wenn es um die relevanten US-amerikanischen Gruppen zwischen Nu-, Alternative- und Industrial-Metal ging. Doch die Karriere der Band wird von Line-Up- und Drogen-Problemen überschattet. Nach einer mehrjährigen Auszeit hat das Quintett 2011 seine zweite aktive Phase eingeleitet. Mit der Veröffentlichung von „Tango Umbrella“ vollzieht das Sextett aus Minneapolis sein Comeback nun endgültig.

 
„Keiner von uns hätte darauf gewettet, dass es uns wieder so lange geben würde,“ äußert Keyboarder Justin Fowler darauf angesprochen, dass seit der Reunion der Gruppe schon wieder sechs Jahre ins Land gezogen sind. „Andererseits denken wir nicht viel darüber nach, sondern halten die Band am Laufen, weil es sich richtig anfühlt. Wir erfahren viel Zuspruch, der uns bestätigt. Die Fans motivieren uns, weiter zu machen. Die Energie auf den Konzerten fühlt sich gut an, und auch im Online-Bereich läuft es gut für uns. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Band-Mitglieder weiß, dass gerade die Musik der Sektor ist, in dem sie gut ist. Insofern sind wir genau dort, wo wir sein müssen und sein wollen.“ Zunächst haben AMERICAN HEAD CHARGE 2013 die MCD „Shoot“ vorgelegt und sich als gleichsam brachial und eingängig aufspielende Modern-Crossover-Kombo zurück gemeldet, mit der zu rechnen ist. Elemente aus dem Nu-, Alternative- und Industrial-Metal fließen zu einem kraftvollen, Energie geladenen Heavy-Sound zusammen, der mit auffälligen Gesangslinien versehen ist, die für Wiedererkennung taugen:

„Heutzutage braucht es mitunter nicht viel, um aufzufallen und etwas zu erreichen, was genau auch immer das meint. In der entgegengesetzten Richtung läuft es allerdings genauso schnell. Innerhalb kürzester Zeit ist man vergessen und geht in der Masse unter. Dieses Umfeld nehmen wir zur Kenntnis, lassen uns davon aber nicht beeindrucken. Wir versuchen, unseren Weg zu gehen und vertrauen darauf, dass es Leute gibt, die unsere Songs hören wollen und uns unterstützen.“ Angesichts eines starken Albums wie „Tango Umbrella“ ist das dokumentierte Vertrauen berechtigt. Justin Fowler & Co. haben zudem den Vorteil, dass sie auf früheren Erfolgen aufsetzen können und viele Hörer sie bis heute nicht vergessen haben: „Die sozialen Medien tragen einen entscheidenden Anteil daran, dass es 2011 zur Wiederauferstehung der Band gekommen ist. Insofern haben wir schon direkt an den digitalen Möglichkeiten partizipiert. Die Plattform, die das Internet bietet, ist schon ein Wahnsinn. Wenn es gut läuft, spricht man unglaublich viele Leute an und kann seine Songs auf der ganzen Welt verbreiten. Früher war das weitaus schwieriger.“ Die breite Anlage des Heavy-Sounds und vielfältige Identifikationsmöglichkeiten spielen AMERICAN HEAD CHARGE in die Karten:

„In unseren Songs ist offensichtlich, von wem wir beeinflusst sind,“ weiß der Keyboarder. „Im Songwriting schwingt so etwas immer unterschwellig mit. Als wir „Tango Umbrella“ geschrieben haben, ging es uns aber nicht


darum, irgendwen nachzuahmen. Doch gerade wenn ich die Synthies oder das Sound-Design entwickle, denke ich an Platten, die ich mag, und verfalle in eine ähnliche Stimmung oder Geisteshaltung. Im Ergebnis steht dennoch stets etwas, das nach uns klingt.“ Dem Musiker zufolge entspringt die Kraft der Tracks und ihr ausgeprägter Energiegehalt den variierenden Vorlieben der Mitglieder: „Was unsere musikalischen Präferenzen anbelangt, treffen in unserem Line-Up unterschiedliche Geschmäcker aufeinander. Wie sich das in der Entwicklung unseres Sounds auswirkt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. In jedem Fall profitieren wir davon. Die Einflüsse werden uns selbst klarer, je mehr Songs wir gemeinsam schreiben. Für das Songwriting von „Tango Umbrella“ gab es aber weder einen definierten Plan noch feststehende Absichten. Wir haben schlicht die Stücke an das Licht des Tages gebracht, die sich ihren Weg nach draußen gesucht haben. Unser Bassist Chad Hanks und ich hatten noch viele Ideen und Song-Skizzen aus der Zeit von 2007, bevor die Band auseinander gebrochen ist. Auf diesen haben wir aufgebaut. Die anderen haben sie dann mit ihren Ideen angereichert. Selbst zuletzt haben wir noch im Studio weiter an den Stücken gearbeitet und sie erst spät fertig gestellt. Doch so ist es bei uns schon immer gewesen.“

AMERICAN HEAD CHARGE überführen ihren Crossover-Ansatz, dessen Wurzeln in den 1990er Jahren zu suchen sind, in die heutige Zeit. Das tun die sechs Musiker mit Authentizität und Belastbarkeit. Die Lyrics von „Tango Umbrella“ sind ebenso angelegt: „Bei uns braucht man keine versteckten Botschaften oder eine höhere Bedeutungsebene zu suchen,“ erklärt Justin. „So etwas ist nichts für uns. Hört einfach die Songs und erfreut euch an ihnen. Einzelne Texte sind dieses Mal etwas wörtlicher zu nehmen, doch sie alle sind offen für Interpretationen, wie man es von uns kennt.“ Das Comeback-Album überzeugt ob seines organischen, wuchtigen Wesens. Das Wettbewerbsumfeld hat sich verändert, doch AMERICAN HEAD CHARGE finden auch in diesem ihrem Platz:

„Unser Erfolg zeigt sich in kleinen Siegen,“ gibt sich der Keyboarder bescheiden. „Das Rock-Star-Streben ist uns fremd, auch wenn wir uns freuen, dass die Leute zu unseren Songs die Köpfe wippen. Wir halten es aber realistisch. Die Band überhaupt wieder am Leben zu sehen, das erfolgreiche Crowd-Funding des Albums, die Umsetzung mit eigener Produktion und das Signing auf Napalm Records – zuletzt ist es für uns gut gelaufen und wir sind gespannt, zu erfahren, was als Nächstes passiert.“

 
 Links:
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