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From Ashes To New

Storie von: arne, am 02.03.2016 ]

Gut inszenierte Crossover-Klänge unterhalten, heben die Stimmung und funktionieren auch heute noch. FROM ASHES TO NEW aus Lancaster, Pennsylvania setzen auf ihrem Debüt auf einen variablen, eingängigen Mix zwischen NuMetal, MetalCore, Heavy Metal, Elektro/Industrial und Hip Hop/Rap, den sie mit einem selbstbewussten Pop-Appeal und großen Gesten verbinden. Im Ergebnis steht ein Album, auf dem ein Hit dem anderen folgt – „Day One“.

 
„Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Erwartungen,“ erzählt Schlagzeuger Tim D'Onofrio. „Deshalb kann ich nicht sagen, ob unser Debüt dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe. Auf dem Album hat aber jeder von uns seine Spuren hinterlassen. Auf unserer selbstbetitelten MCD ist das noch nicht so gewesen. Als die Stücke geschrieben worden sind, waren FROM ASHES TO NEW noch keine richtige Band. Erst als die Single ,My Fight‘ in den Fokus einer lokalen Radio-Station rückte, hat sich ein festes Gefüge herausgebildet.“ Die Formation besteht inzwischen seit rund zwei Jahren und hat sich einen Sound angeeignet, mit dem sie auffällt:

„Die Bands, die uns beeinflussen, sind dafür verantwortlich, dass wir selbst aktive Musiker geworden sind. Mehr muss man nicht wissen, um zu verstehen, worauf wir aus sind,“ entgegnet der Musiker. „Jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, was gut oder schlecht oder besonders ist. Der Umgang mit jedem Künstler ist durch Vorurteile bestimmt und sei es nur aufgrund des Äußeren. Das sehe ich grundsätzlich als hinderlich an. Doch sobald die Musik läuft, relativiert sich vieles und die Leute vergessen die Stigmata, mit denen sie Genres oder Gruppen belegen. Ich bin davon überzeugt, dass es nur wenige Leute gibt, die uns aus musikalischen Gründen ablehnen, solange wir nicht von vornherein mit einem bestimmten Label versehen werden, dass sie abschreckt. Gute Musik sollte sich immer durchsetzen und nicht an Genre-Grenzen scheitern.“ Erst mit zunehmendem Alter ist Tim D'Onofrio selbst zu dieser Einsicht gelangt:

„Als Teenager gab es für mich ausschließlich Metal. Alles andere hat mich nicht interessiert. Nun befinde ich mich am entgegen gesetzten Ende des Spektrums, was meinen Blick auf die Musik anbelangt. Heute weiß ich, dass es um die Qualität von Musik geht; nicht um Genre-Fragen. Egal, ob es sich um Pop, Bluegrass, Metal oder was-auch-immer handelt – ich höre es, solange es gut ist. Das ist die Lehre, die ich aus einer Jugend gezogen habe, in der ich viele gute Bands verpasst habe, weil ich zu engstirnig und nicht aufgeschlossen gewesen bin. Das bedauere ich heute.“ Dafür ist Tim nun Schlagzeuger einer Band, die das Potenzial mitbringt, eine breite Hörerschaft für sich zu gewinnen:

„Der Titel unseres Debüts stellt für meine eine Fortsetzung unseres Namens FROM ASHES TO NEW dar und ist überdies als übergeordnetes Statement aufzufassen. Als Band stehen wir noch am Anfang und müssen uns zunächst beweisen.


Von unserem Album sind wir dennoch felsenfest überzeugt und begreifen es als Ausgangspunkt, der unsere lange Band-Karriere begründet. „Day One“ etabliert uns als Band und schafft die Voraussetzung dafür, dass wir das in die Realität überführen können, was wir für uns schon seit langer Zeit erträumen. Natürlich hoffen wir darauf, dass wir viele unterschiedliche Hörer-Gruppen ansprechen und auf Anklang treffen werden. Rein musikalisch betrachtet, kann man nicht den Finger darauf legen, womit man es in unserem Fall zu tun hat. Das sollte uns zugutekommen. Unser Sound ist weder nur heavy noch durchgängig poppig oder gar eindimensional ausgerichtet. Wir sind selbst gespannt, zu erfahren, wie und bei wem wir ankommen.“ Die Musiker aus Lancaster halten sich auch bei der Kreativarbeit viele Türen offen, wie der Drummer ausführt:

„Als Band haben wir einen direkten Durchgriff auf unsere Ideen und können sie eigentlich alle adäquat in Songs übersetzen. Dass jeder von uns seine individuellen Vorstellungen und Einfälle einbringt, ändert daran nichts. Selbst, wenn jemand mit abwegigen Vorschlägen kommt, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich zu uns passen, beschäftigen wir uns mit ihnen, um zu erfahren, wohin uns das führt. Ausgehend von solchen Ansätzen entstehen mitunter spannende Passagen oder Songs, zu denen wir niemals gelangt wären, wenn wir uns ausschließlich an die gängigen Regeln halten würden. Wir sind längst eingespielt und haben die für uns optimale Arbeitsweise gefunden. Wenn wir an neuen Songs arbeiten, breiten wir sprichwörtlich unsere Songwriting-Flügel aus, lassen uns von ihnen tragen und fliegen möglichst hoch hinaus. Man weiß nie, was funktioniert und was nicht, bevor man es nicht ausprobiert hat. Kleine Rückschläge gehören dazu. Für uns ist es selbstverständlich, neue Dinge zu versuchen, um heraus zu finden, was alles möglich ist.“

Auch aus diesem Grund beschäftigt sich Tim D'Onofrio nicht mit dem, was sein könnte, sondern konzentriert sich lieber auf den Moment: „Im Vorhinein habe ich wirklich nicht darüber nachgedacht, wie „Day One“ später klingen könnte. Das bewahrt mich davor, in festgefahrenen Grenzen oder Erwartungen zu denken und verhindert es, dass der kreative Arbeitsprozess eingeschränkt wird. Wir sind das Album ergebnisoffen angegangen und haben uns vom Moment tragen lassen. Potenzielle Hörer bitte ich ebenfalls, sich unvoreingenommen und ohne Vorurteile mit unserer Musik zu beschäftigen.“

 
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