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Adept

Storie von: arne, am 23.02.2016 ]

Mit drei viel beachteten Alben und etlichen intensiven Touren haben sich ADEPT einen festen Platz in der europäischen Szene zwischen MetalCore und Post-Hardcore erarbeitet. Auf „Sleepless“ setzen die Schweden auf ihre eingeführten Trademarks, die wirkungsstark, eindrücklich und selbstbewusst herausgestellt werden. Im Falle des Quintetts ist das der einzig richtige Weg.

 
„In unseren frühen Tagen wollten wir nichts anderes, als weltweit zu touren und in möglichst vielen Städten und Ländern auftreten,“ rekapituliert Frontmann Robert Ljung. „Nach jetzt zwölf Jahren ist dabei eine ansehnlich lange Liste zustande gekommen, auf die wir sehr stolz sind. Wann immer wir inne halten und zurück blicken, sind es vor allem die Erlebnisse von Konzerten und Touren, die für die intensiven Erinnerungen verantwortlich sind. Wir sind fünf Freunde, die gemeinsam die Welt erobern. Etwas Besseres gibt es doch gar nicht. Gleichzeitig sind wir uns allerdings der Entbehrungen bewusst, die dieses Leben mit sich bringt. Wer viel unterwegs ist, dem fällt es schwer, Beziehungen, Kontakte, Jobs, etc. aufrecht zu erhalten. Dennoch möchte ich an meinem Leben nichts ändern.“

Seit der Gründung der Band im Jahr 2004 haben sich die Musiker ihre lockere Grundhaltung bewahrt: „Was unsere Einstellung zum Musikerdasein anbelangt, hat sich nicht viel geändert. Alles dreht sich um den Spaß, den wir als Gruppe bei Konzerten, auf Tour und als Band allgemein haben. Inzwischen sind wir live vielleicht nicht mehr ganz so aktiv wie zu Beginn und wie es vielleicht angebracht wäre. Jedoch haben wir eine Position erreicht, in der wir entscheiden können, wann wir touren wollen. Wir müssen nicht mehr unentwegt und bis zur totalen Verausgabung unterwegs sein. Das macht es für uns einfacher, wirklich auf jeder Show Spaß zu haben und alles zu geben.“ Diesen Worten schwingt einerseits Professionalität und andererseits ein reifer Blick auf das eigene Band-Dasein mit: „Wir sind heute älter und erfahrener,“ bestätigt Robert Ljung die Vermutung. „Dasselbe gilt für die musikalische Anlage von ADEPT. Das bedeutet nicht unbedingt, dass wir mit unserer Vergangenheit brechen oder genereller aufspielen. Dennoch entfernen wir uns merklich vom gewöhnlichen MetalCore-Sound. Im Songwriting ist es uns wichtig, die Gefühle zu bestimmten Zeitpunkten in Stücke zu überführen. Thematische Konzepte sind nichts für uns. Bei uns steht jeder Song für sich selbst und hat seine eigene Bedeutung. Die Texte basieren auf meinen Erlebnissen und Erfahrungen. Alles andere würde sich für mich unehrlich anfühlen.“

Der Bezeichnung mit dem (inzwischen) vielfach ungeliebten MetalCore-Stempel verwehrt sich der Schwede nicht: „Egal, ob man MetalCore, Post-Hardcore oder was-auch-immer sagt – es passt schon irgendwie. Solche Kategorien sind ohnehin weniger für Musiker relevant als vielmehr für die


Leute, die sie hören. Natürlich weiß ich, dass MetalCore nicht die beste Reputation besitzt seit er vor einigen Jahren so viel Aufmerksamkeit und Popularität erfahren hat. Mit Emo, Screamo und Post-Hardcore war es zuvor aber genauso. Wir spielen schlicht das, was wir lieben. Damit ist unsere Aufgabe auch schon erfüllt, denn wir sind zufrieden. Es ist an den Leuten, dem Ganzen einen Namen zu geben.“ Die Rezeption der Schweden belegt, dass ADEPT den Nerv vieler Hörer treffen. Besonders in Europa läuft es für sie richtig gut: „Mir scheint es, dass wir uns über die Dynamik, Spannung und Zusammensetzung unseres Spiels von ähnlich positionierten Gruppen absetzen,“ äußert der Frontmann. „Wir tun einfach mehr als der Durchschnitt, was die Veränderungen von brachialen hin zu melodischen Passagen anbelangt. Unsere großen Einflüsse sind Hopesfall, Life In Your Way, Thursday, etc. Sie halten es ähnlich, also ist es für uns ein Stück weit natürlich, genauso wie sie vorzugehen.“

Es ist absehbar, dass „Sleepless“ an den Erfolg seiner Vorgänger anknüpfen wird. Die Musiker treten ausgewiesen live-tauglich und verdichtet in Erscheinung: „Das neue Album weist weiterhin eine universelle Metal-Attitüde auf, ist aber zusätzlich sehr atmosphärisch angelegt. Diese Richtung zu verstärken, war uns ein erklärtes Anliegen. Für die anstehenden Live-Shows bieten sich uns so tolle Möglichkeiten, was den Einsatz von Licht anbelangt. Darauf freuen wir uns schon, seit wir die erste Note für das neue Album geschrieben haben.“

Der Entstehungsprozess von „Sleepless“ verlief dabei länger als geplant: „Im Januar 2015 haben wir die Songs in der Annahme aufgenommen, dass sie noch vor der Festival-Saison erscheinen würden,“ bestätigt Robert Ljung. „Wir hatten übersehen, dass unser Vertrag mit Panic & Action ausgelaufen war. Im Prozess der Verhandlungen, die dann gestartet sind, konnten wir uns letztlich nicht auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit einigen. Das Label wollte uns nicht die Unterstützung gewähren, die wir uns gewünscht haben. Irgendwann kam es dann zu der Entscheidung, fortan getrennte Wege zu gehen. Da das Label die ersten Aufnahmen bezahlt hatte, standen wir ohne Album da. Deshalb mussten wir das Material ein zweites Mal einspielen. Bei dieser Gelegenheit haben wir einen Großteil der Songs noch einmal überarbeitet, so dass sich beide Versionen von „Sleepless“ unterscheiden. Zu guter Letzt klingt jetzt alles so, wie wir es vorab in unseren Köpfen hatten.“

 
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