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Another Problem

Interview von: arne mit Sebastian, am: 29.01.2016 ]

Das Quintett besteht seit gut sechs Jahren und hat sein Spiel auf intensive Live-Situationen hin ausgerichtet. Die aus CarnageRTG hervor gegangenen ANOTHER PROBLEM führen all das ins Feld, was auf Konzerten hilft, den Mosh-Pit anzuheizen oder – etwas seltener – den Circle-Pit zu befeuern. Tempo-seitig stellen die Musiker aus NRW gefühlt eher auf Beatdown- und Mosh-Parts im massiven-walzigen Geschwindigkeitsbereich ab. Bei genauerem Hinsehen weisen die Songs von „Chains Of Reality (C.O.Re.)“ ebenfalls einen direkten Zug und rohe Aggressivität auf.

 

Musicscan: Wenn Ihr an die letzten Tage und Wochen zurück denkt: wann wusstest Ihr zum letzten Mal, dass Musik und Band die ganzen Entbehrungen und die Zeit wert sind, die Ihr hinein steckt? Wer sein Album selbst heraus bringt, hat ja noch mehr Stress als Gruppen, die über ein Label veröffentlichen. Gab es besondere Momente, die Euch noch so eindrücklich in Erinnerung sind, dass Ihr sie mit uns teilen wollt?

Another Problem: Die Momente in denen wir zum ersten Mal das neue Material gehört haben, als das Re-Amping durch war und die Aufnahme den „Punch“ bekommen hat. Als dann die Kartons aus dem Presswerk kamen und wir unsere CD in den Händen hielten waren wir schon stolz auf das, was wir geschafft haben.

Musicscan: Apropos: habt Ihr versucht, mit einem Label zum kooperieren? Wenn nicht, was schätzt Ihr an der Selbstbestimmung? Falls ja, welche Rückmeldungen gab es, mit welchen Begründungen ist eine Zusammenarbeit abgesagt worden?

Another Problem: Wir haben unsere CD in einer Promoversion an ein paar Labels geschickt, ein paar interessante Feedbacks haben wir bekommen und werden nun sehen was sich daraus entwickelt. Absagen haben wir natürlich auch bekommen,… Begründung war hier ganz klar die schwierige Platzierung unserer Musik in den Katalogen der Labels.

Musicscan: Euch gibt es ja schon eine kleine Weile und das eine oder andere Konzert und Festival habt Ihr auch schon gespielt: Von den Bands, mit denen Ihr bislang die Bühnen geteilt habt - wer hat Euch warum besonders beeindruckt, und was habt Ihr Euch ggf. für die eigene Band abgeschaut – z.B. Attitüde, Entertainer-Qualitäten, Umgang mit dem Publikum, Professionalität,…?

Another Problem: Wenn Du das erste Mal mit einer bekannten Band spielst erwartest Du da echt ein paar interessante Personen. Dass du allerdings auch ganz normale Leute triffst, die im Touralltag stecken und sich irgendwie die Zeit bis zur Stagetime vertreiben müssen erwartest Du natürlich nicht. Was die Professionalität angeht waren wir von Milking The Goatmachine echt begeistert,… die Jungs reißen die Bude mit einer Ruhe und Coolness ab ,.. das ist schon echt beeindruckend.

Musicscan: Wie lassen sich denn Eure Einstellung als Band und Euer Selbstverständnis als Gruppe in Worte fassen? Das ist jetzt nicht (nur) musikalisch gemeint, sondern was zeichnet Euch aus, was treibt Euch an, welche Basis liegt Euren gemeinsamen Unternehmungen als Another Problem zugrunde?

Another Problem: Die Band hat schon einen hohen Stellenwert in unserem Leben. Wir kennen uns nun schon alle über viele Jahre und somit ist ein starker Zusammenhalt in der Band entstanden. In erster Linie sind wir eine lustige Truppe von kleinen Pennern die Spaß haben wollen. Die Musik und damit auch die Band sind für uns der schönste Ausgleich zum Alltag. Wir stecken zum Teil in echt stressigen Jobs und sind froh wenn es wieder los geht und wir zusammen auf der Bühne stehen können!

Musicscan: Another Problem ist damals als neue Band von Leuten entstanden, die sich schon kannten, und – mutmaßlich – ähnliche Absichten hatten. Doch wenn Ihr jetzt zurück blickt: haben sich Eure damaligen Erwartungen erfüllt, was ist vielleicht anders gelaufen? Vielleicht auch, wenn Ihr Eure erste Sound-Idee mit dem abgleicht, was Ihr heute spielt?

Another Problem: Wir haben uns über die Jahre schon ein wenig verändert, allerdings aus unserer Sicht immer weiter in die richtige Richtung. Wenn du Dir unsere CD anhörst und Dir zum Beispiel „True Face, True Lies“ anhörst, merkst du klar die Thrasheinflüsse die es hier noch ansatzweise gibt. Das war unser erster Song und für uns war klar das der mit auf diese CD gehört. Der Track hat sich über die Zeit mitentwickelt und wird immer noch bei jedem Konzert gespielt und wird immer gut angenommen. Wir haben uns allerdings weiter in eine Richtung der einfacheren Strukturen entwickelt weil wir dieses „Auf die Fresse“-Gefühl bei unseren Songs brauchen. Das ist die Musik die wir hören und die wir machen wollen.

Musicscan: Bezogen auf Chains Of Reality (C.O.Re.): gibt es einen Track, der Eure musikalische Essenz prägnant auf den Punkt bringt? Wir entscheidet Ihr im Songwriting-Prozess, ob ein Stück etwas taugt oder nicht? Was muss ein Song haben, um auf ein Release zu kommen?

Another Problem: Wir basteln immer an einigen Riffs herum und versuchen innerhalb weniger Proben einen Song zu bauen der uns allen gefällt. Wenn wir nicht zu hundert Prozent von der Idee überzeugt sind, lassen wir sowas schon mal schnell fallen. Um den Song zu releasen, braucht der Song eigentlich nur das, was unsere Lieder immer brauchen,… Punch und den Groove, der alle zum Kopfwippen zwingt! Wir lieben die runtergestimmten Gitarren und die drückende Doublebass.

Musicscan: Wie verhält es sich bei Euch im Songwriting mit Bauchgefühl/Instinkt vs. Planung/bewusstes Vorgehen: was besitzt bei Euch welchen Stellenwert und wie fließt beides ins Songwriting ein? Vom Hören her würde ich vermuten, dass vieles/das meiste instinktiv passiert …

Another Problem: Musik ist für uns immer Gefühlssache. Beim Songwriting folgen wir der Stimmung der Songs und arbeiten so daran, dass nachher alle zufrieden sind. Natürlich gibt es Abläufe an denen wir uns bedienen, wir wollen ja das Rad nicht neu erfinden. Es ist allerdings nicht so, dass wir blind einem Schema F folgen. Wir schreiben unsere Songs in erster Linie für uns und das geht ohne Gefühl nicht.

Musicscan: Beschreibt doch bitte das Grundgefühl, mit dem Ihr Chains Of Reality (C.O.Re.) geschrieben und umgesetzt habt. Gibt es Unterschiede hinsichtlich Herangehensweise und bandinterner Stimmung im Vergleich zu früheren Releases, irgendwelche Unterschiede hinsichtlich Eurer Erwartungen, Überzeugungen, was-auch-immer?

Another Problem: Wir haben irgendwann 2014 entschieden das es Zeit ist eine neue CD rauszubringen. Hier war uns schnell klar das wir alle nun nicht mehr die Jüngsten sind und nun für uns die Platte machen wollen von der wir schon seit ein paar Jahren träumen. Nach ersten Gesprächen innerhalb der Band war uns schnell klar, dass es jetzt eine Menge Arbeit zu bewältigen gibt. Nach einem langen, nicht immer einfachen Weg sind wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Musicscan: Für mich scheint alles unter dem Aspekt Live-Tauglichkeit zu stehen – ist da was dran? In meinem Review habe ich u. a. geschrieben: „Die aus CarnageRTG hervor gegangene Gruppe führt all das ins Feld, was auf Konzerten hilft, den Mosh-Pit anzuheizen oder – etwas seltener – den Circle-Pit zu befeuern. Tempo-seitig stellen die Musiker aus NRW gefühlt eher auf Beatdown- und Mosh-Parts im massiven-walzigen Geschwindigkeitsbereich ab. Bei genauerem Hinsehen weisen die Songs von „Chains Of Reality (C.O.Re.)“ ebenfalls einen direkten Zug und rohe Aggressivität auf. Nahezu jedes Stück wartet aber mit Groove- und Stampf-Parts auf, die die Wirkung der Platte prägen.“ Könnt Ihr das nachvollziehen, kommt es hin?

Another Problem: Word! Das kommt hin. Wir haben jede Menge Spaß, wenn wir live unterwegs sind und wollen das auch so oft es geht unter Beweis stellen. Die Lieder sind allesamt livetauglich und wurden genauso gestrickt. Wie wir es oben bereits gesagt haben, das ist die Musik die wir gerne hören und die wir gerne selber spielen!

Musicscan: Ach ja: Stilistisch kommt bei Euch einiges zusammen: Warum wollt/könnt Ihr Euch nicht weiter festlegen bzw. was sind die Vorzüge der breiteren Heavy-Anlage?

Another Problem: Wir gehen schon auf die große 4 zu,.. somit haben wir die Anfänge vieler musikalischen Entwicklungen des Metal und seiner Unterarten miterlebt und gelebt. Und genau deswegen stehen in unseren Regalen alle wichtigen Scheiben von früher bis heute. Ob nun alte Sachen von Pantera, Downset, RATM, Machine Head oder Body Count oder aktuelleres Zeug von Hatebreed, Lionheart, LambOfGod, Suicide Silence und vielen anderen Bands. Wir hören immer quer Beet und das hat natürlich auch den entsprechenden Einfluss auf unsere Songs. Genau deshalb wollen und können wir uns auch auf nichts festlegen.

Musicscan: Letzte Frage: vor Jahren gab es auch schon einmal eine deutsche Band namens Another Problem, die es durchaus zu Beachtung im HC-Underground gebracht hat. Kennt Ihr die noch? Seht Ihr Euch in deren Fußstapfen?

Another Problem: Echt,.. is ja cool… die kennen wir nicht,.. allerdings haben wir jetzt einen Grund da mal nachzuforschen!

 
 Links:
  facebook.com/anotherproblem.official
 
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