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Bury Tomorrow

Storie von: arne, am 25.01.2016 ]

METALCORE! Viele Bands verwehren sich davor, als MetalCore bezeichnet zu werden und mit diesem vielerorts verpönten Genre in Verbindung gebracht zu werden. Nicht so BURY TOMORROW, die mit breiter Brust und einem gewachsenen Selbstverständnis bewusst auf brachiale und eingängige Stücke im klassischen MetalCore-Gewand setzen.

 
„Wir haben mit diesem Label absolut kein Problem und lieben es vielmehr,“ erwidert Shouter Daniel Winter Bates im Gespräch. „MetalCore beschreibt unseren Stil schon von seinen Wortbestandteilen her optimal. Bei uns kommen Metal und Hardcore zusammen, das sind unsere Interessen. Dabei ist es unser Bestreben, den Old School-Ansatz des MetalCore im modernen Umfeld zu vertreten. Nichts bedeutet uns mehr, als mit Größen wie KILLSWITCH ENGAGE oder AS I LAY DYING verglichen zu werden. Was die Attitüde und die Ausrichtung unseres Sounds anbelangt, sehe ich vor allem Parallelen zu diesen Old School-Bands. Nur mit ihrem Spiel ist unser Ansatz vergleichbar. Daneben lässt sich vielleicht noch eine Gruppe wie ARCHITECTS anführen, die eine Hartnäckigkeit und fleißige Arbeitsethik an den Tag legt, die sich mit der unseren deckt.“ Ein Einschlag der „New American Wave Of Heavy Metal“, die u. a. von den benannten Protagonisten eingeführt und gepflegt worden ist, lässt sich auf dem vierten Album der Briten, „Earthbound“, tatsächlich nachvollziehen. Wichtiger als die stilistische Verortung der Songs ist aber der Verweis darauf, dass der Fünfer aus Portsmouth, Southampton mit einer ausbalancierten Mischung aus Brachialität, Zug, Technik und Wiedererkennbarkeit antritt:

„Unsere neue Scheibe kommt zu jeder Sekunde auf den Punkt,“ betont der Frontmann. „Es gibt weder unnötige Spielereien noch überflüssige Passagen. Es war unser Ziel, einen Longplayer umzusetzen, der uns so repräsentiert, wie wir sind und wie wir es haben wollen. Entsprechend sind zehn typische BURY TOMORROW-Tracks zu hören – schnell, heavy und melodisch.“ Gegenüber dem 2014er „Runes“ setzt sich das vierte Album der Briten vor allem aufgrund seiner kompakten Verdichtung und gewachsenen Reife ab. Daniel Winter Bates & Co. betonen ihre Stärken und fahren gut damit: „Wir befinden uns in der komfortablen Position, dass wir niemandem mehr etwas beweisen müssen. Alles, was wir zu tun hatten, war, in uns hinein zu hören und unserer Intention zu folgen. Das Songwriting hat sich fast von allein erledigt. Wir vertrauen auf unseren Stil und setzen ihn selbstbewusst in Szene. Die aggressive Formel, die wir für uns entwickelt haben, funktioniert.“ In den Details hat es dabei evolutionäre Weiterentwicklungen gegeben. Neben der satten Härte wird auf „Earthbound“ nunmehr auch die emotionale und atmosphärische Seite des Heavy-Sounds heraus gestellt und stärker als in der Vergangenheit gewichtet:

„Das ist ein erklärtes Ziel von uns gewesen,“ erklärt der Shouter. „Jede MetalCore-Band sollte danach streben, gleichberechtige Ausschläge in Richtung Aggressivität und Emotionalität in ihren Songs aufzuweisen. Die stimmige Dosierung zu finden, benötigt allerdings Zeit. Auch bei uns hat es gedauert. Unsere Einflüsse sind überwiegend


dieselben wie zu Beginn unseres Weges. Impulse von anderer Musik gibt es sicherlich, doch vor allem inspirieren uns dieselben Sachen wie früher. Dennoch klingen unsere Songs heute ganz anders, was nicht allein am Line-Up liegt. Es ist vielmehr der Ausdruck von Erfahrung und Verständnis. Unser Basis-Sound hat sich ja interessanterweise nicht sehr verändert.“ BURY TOMORROW sind ja auch nicht ganz so puristisch und ausschließlich auf den MetalCore fokussiert, wie Daniel auf Nachfrage ausführt: „Im Songwriting profitieren wir davon, dass wir unsere Stücke auf Tour schreiben, während wir mit Bands ganz unterschiedlicher Stile unterwegs sind. Das hilft uns dabei, eine andere Perspektive auf unser Spiel einzunehmen und neue Ideen zu entwickeln. Darüber hinaus wissen wir, wo unsere Stärken liegen und wovon wir die Finger lassen müssen. Natürlich gibt es stets Raum, zu lernen oder sich zu verbessern, doch insgesamt verstehe ich unsere Band als gut geölte Maschine, die läuft.“

Das neue Album untermauert diese Aussage imposant, wirkt „Earthbound“ doch in jeglicher Hinsicht rund, variabel und verdichtet. Die Musiker finden einen schlüssigen Mittelweg zwischen Härte, Technik, Verträglichkeit und Hymnenwert: „Das ist eine Herausforderung, der wir uns gestellt haben,“ so der Frontmann. „Im Songwriting ist es der ewige Kampf, entweder eingängig oder doch technisch vorzugehen. Gerade im MetalCore-Genre ist das keine leichte Abwägung. Schließlich geht es darum, unter Beweis zu stellen, dass man technisch versiert aufspielt, gleichzeitig aber auch belastbar und wiedererkennbar in Erscheinung tritt.“ Nach Startschwierigkeiten und personellen Rotationen haben die Briten zuletzt an Konstanz und Relevanz zugelegt. In ihren zehn Jahren haben sich BURY TOMORROW einen pragmatischen und vorwärts gerichteten Arbeitsstil angeeignet:

„Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Durch die vielen Line-Up-Wechsel hat es ein beständiges Kommen und Gehen gegeben,“ resümiert der Frontmann. „Vor allem in der jüngsten Vergangenheit hat sich vieles zum Besseren gewendet. Es hat einfach seine Zeit gebraucht, bis die richtige Besetzung gefunden war. Heute sind wir eine eingeschworene Einheit und die sprichwörtliche Familie, die viele Bands sein wollen. Wir haben es uns zudem zueigen gemacht, stets voraus und niemals zurück zu blicken. Von dieser Grundhaltung profitieren wir. Die Botschaft, die wir platzieren möchten, ist in meinen Augen eindeutig: BURY TOMORROW streben danach, als Band auch noch in zehn Jahren relevant aufzuspielen. Deshalb gehen wir stets in die Vollen und ziehen straff durch.“

Live kann man sich davon im April und Mai im Rahmen der Impericon-Festivals 2016 überzeugen. Die Briten werden dann u. a. mit HATEBREED, CALIBAN, CALLEJON und ESKIMO CALLBOY touren. Das passt!

 
 Links:
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