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Sikth

Storie von: arne, am 20.12.2015 ]

Dieses Mal ist das Timing besser. Die britischen Kult-Frickler SikTh melden sich im aktiven Dienst zurück und legen mit „Opacities“ zunächst eine MCD vor. In den Weiten zwischen Hardcore, Jazz, Metal und Rock erschafft das Chaos-Sextett aus Hertfordshire komplexe wie eingängige Extrem-Crossover-Tracks, die Hörer fordern und konsequent vorwärts gerichtet sind.

 
Auf das Comeback und das gegenwärtige Wettbewerbsumfeld angesprochen, äußert Schlagzeuger Dan „Loord“ Foord: „Wir nehmen die Herausforderung an und haben keine Angst vor der Konkurrenz. Für die Wertschätzung, die wir bei vielen Hörern erfahren, sind wir dankbar und überdies stolz auf unsere neuen Songs. Es ist von jeher unsere Absicht, innovativ und ein Stück weit anders in Erscheinung zu treten. Das passiert also nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis harter Arbeit. Der Umstand, dass die Leute uns dieser Tage Kredit geben und sich dafür interessieren, was wir mit der Band aktuell treiben, freut uns. Als selbstverständlich verstehen wir das nicht.“ Heute wie rückblickend sieht der Musiker SikTh ausreichend gewürdigt und verstanden. Die stilistische Ausrichtung steht ohnehin nicht zur Debatte:

„Wir sind mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden. Allein schon die Tatsache, dass wir in unserer Szene auch zehn Jahre nach der letzten Veröffentlichung immer noch als relevant bezeichnet werden, zeigt uns, dass wir etwas richtig gemacht haben. Das beweist uns, dass es der richtige Weg ist, danach zu streben, Songs zu schreiben, die innovativ und zugänglich zugleich sind. Heute scheinen die Zeiten für uns als Band besser als jemals zuvor. Selbst die Leute, die uns früher nicht mochten, wissen, dass wir keine weitere schlimme Core-Kombo sind, sondern unser eigenes Ding durchziehen. Für mich sind wir eine technische und progressive Metal-Band. Mit dieser Verortung fühle ich mich persönlich sehr wohl. Würdest du die anderen Mitglieder fragen, hätte aber jeder seine eigene Sicht auf die Dinge. Unser Gitarrist Dan Weller hat uns sogar schon einmal als „Crazy Pop Band“ vorgestellt.“ Allein auf die handwerkliche Komponente sind SikTh nicht zu reduzieren, wie der Schlagzeuger auf Nachfrage bestätigt:

„Wenn man einem technisch geprägten Stil verschrieben ist, befindet man sich in der Gefahr, zu sehr abzudrehen und potenzielle Hörerauszuschließen, wenn es am Ende zu krass oder abgedreht zugeht,“ so Loord. „Das versuchen wir zu vermeiden, indem wir auch danach streben, unseren Songs einen Wiedererkennungswert mitzugeben. Nur mit technischer Zauberei funktioniert das nicht. Die Hörer wollen auch emotional angesprochen werden. Vergisst man das, ist es ein aussichtsloses Unterfangen, sie mitzunehmen. Das berücksichtigen wir. Die technische Komponente unserer Musik resultiert aus dem Vorsatz, originell und einzigartig aufzuspielen. Viele einfache Dinge sind oft wiederholt worden und hinlänglich bekannt. Deshalb muss man etwas anderes finden, um die Leute zu überraschen.“ …und das innerhalb kurzer Zeit, denn die


Umstände für die britischen Musiker haben sich nach dem Comeback verändert: „Wir müssen heute genauer planen,“ erzählt der Drummer. „Einige von uns haben Verpflichtungen neben der Band, die es ausschließen, dass sie jederzeit verfügbar sind. Ganz so spontan wie früher geht es nicht mehr. Doch in Bezug auf unsere kreative Arbeit bestehen weiterhin keine Einschränkungen. Mir als Schlagzeuger bieten sich alle Möglichkeiten, mich auszuleben. Wir feuern uns gegenseitig an, so verrückt wie möglich zu spielen. Ich persönlich habe nach dem Split nicht aufgehört, mich auf diese Art und Weise auszutoben, also war es für mich leicht, das in der Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Anderen in der Band fiel das schwerer, weil sich in den Jahren teilweise keine Musik mehr gemacht haben. Deshalb führt das Mini-Album zunächst den Sound unserer beiden Platten zusammen. Es ist ein Release für unsere Fans und uns selbst.“

Gleichwohl ist bezüglich „Opacities“ von einem zeitgemäßen, dichten Extrem-Crossover zu sprechen: „Es ist eine ungemein fokussierte Arbeit,“ meint Dan Foord. „Anders als bei den Alben mussten wir uns nur auf eine Handvoll Songs konzentrieren, die wir zudem in einem definierten Zeitfenster fertig gestellt haben. Wir alle wollten genau dort ansetzen, wo wir vor einigen Jahren aufgehört haben. Uns selbst und unseren Fans galt wir beweisen, dass wir es immer noch drauf haben. Es geht schließlich um Selbstverwirklichung. Mal geschieht das durch abgefahrene Ideen, mal durch die Art und Weise, wie wir unsere Songs umsetzen. Schon der Ansatz, kontinuierlich nach Innovation zu streben, unterscheidet uns von vielen anderen Bands. Das Mini-Album zeigt auf, wofür wir als Gruppe aber auch als Individualisten stehen. Die Songs sind komplex, fordernd und offen für Interpretationen. Genau so wollten wir sie haben. Mit „Opacities“ stellen wir unter Beweis, dass unser Sound auch nach einer zehnjährigen Abwesenheit relevant ist und wir weiterhin mit vielen Tricks zu überraschen wissen.“

Für den SikTh-Schlagzeuger war dabei vor allem die Abstimmung innerhalb der Gruppe spannend: „Jeder von uns bringt seine Ideen und Meinungen ein, und die sind oft sehr kontrovers. Als Individualmusiker können wir alles exakt und präzise spielen. Was in der Gruppe passiert, weiß man vorher aber nie. Der Findungsprozess ist stets intensiv und hält Überraschungen bereit – für uns alle. Schon die Verbindung all der unterschiedlichen Stile ist dabei herausfordernd, denn wir teilen nicht unbedingt denselben Geschmack. Es gibt Konsens-Gruppen wie Pantera. Doch schon an extremen Sachen oder Velvet Underground scheiden sich unsere Geister.“

 
 Links:
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