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My Dear Addiction

Storie von: arne, am 12.12.2015 ]

Wenn schwedische Bands den melodischen Metal modern auslegen, wird dieser häufig mit einem deutlichen Pop-Appeal versehen und in Hymnen-Form ausgearbeitet. So verhält es sich auch in den Songs von MY DEAR ADDICTION, die mit „Kill The Silence“ ihr zweites Album vorlegen.

 
„Wir sind nach wie vor eine junge Band und verfügen endlich wieder über ein stabiles Line-Up,“ erwidert Frontmann Kim darauf angesprochen, dass die Schweden dieser Tage ihren Neustart hinlegen. „Als Gruppe verbringen wir gerne Zeit zusammen und machen Musik. Es geht uns nicht um die Weltherrschaft, sondern darum, einen eigenen Stil zu entwickeln. Unser Schlagzeuger Peter und ich haben uns vor zehn Jahren in einem Proberaum kennen gelernt, als er zufällig an die Tür klopfte. Bald danach hat er mich dazu motiviert, mit ihm zu jammen und konzentriert zu arbeiten. Daraus ist MY DEAR ADDICTION entstanden. Wir beide teilen dieselbe Vorstellung davon, wie wir klingen wollen. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet. Wir haben harte Zeiten hinter uns. Seit der Gründung der Band haben wir schon 16 Gitarristen und fünf Bassisten verbraucht. Nach der Veröffentlichung unseres ersten Albums „New Blood“ konnten wir noch einige Shows spielen, doch dann begannen die Probleme. Motivierte Mitglieder zu finden, die auch menschlich passen, ist gar nicht so leicht.“

Das Zweitwerk spiegelt genau das wider, wie der Sänger verrät: „Zunächst haben wir mit dem Gedanken gespielt, das Album „Five Years To Kill The Silence“ zu taufen, denn genau das repräsentiert es für uns. Wir haben fünf lange Jahre an den Songs gearbeitet und während dessen immer wieder mit Veränderungen im Line-Up zu kämpfen gehabt. Aufgrund der Wechsel war es uns nicht möglich, Auftritte zu bestreiten und die Band ins Rampenlicht zu bringen. Als irgendwann endlich alles zusammen war, also das Line-Up und die Songs für das zweite Album, ist eine große Last von uns abgefallen. Gefühlt ist das gerade erst gestern passiert. Der Titel unseres neuen Longplayers soll ausdrücken, dass wir auch in schwierigen Zeiten nicht aufgegeben haben und nun neu durchstarten. Das Stück ,Kill The Silence‘ erzählt davon explizit und bringt unsere Einstellung auf den Punkt: zu zählen, wie viele Rückschläge man zu verkraften hat und wie oft man hinfällt, bringt nichts. Wichtiger ist es, sich an die Kraft zu erinnern, die einem hilft, wieder aufzustehen und weiter zu machen.“

Die Erlebnisse der zurückliegenden Monate sind aber auch in dem bereits vorab ausgekoppelten Stück ,Beautiful‘ thematisiert, zu dem Kim beiträgt: „Diesen Song habe ich geschrieben, als es so schien, als sei es das letzte Stück, das Peter und ich je zusammen mit MY DEAR ADDICTION spielen würden. Erst als die Lyrics entstanden sind, hat sich die Überzeugung verfestigt, dass wir so nicht abtreten können. Letztlich ist eine Art Tribute


-Song für unsere Fans und uns selbst heraus gekommen; ein kämpferischer Track, der unseren Durchhaltewillen belegt. Dieses Gefühl sollten unsere Fans zeitnah hören, also haben wir ,Beautiful‘ online gestellt. Wann immer wir das Stück hören oder spielen, hilft es uns, uns neu zu motivieren und die Flamme am Lodern zu halten.“

Auch daneben ist der Frontmann mit dem Material des Zweitwerks rundum zufrieden: „Wir haben viel Zeit gehabt, an den Songs zu arbeiten. Das war nicht geplant, ist aber so eingetreten. Peter und ich haben viel Zeit im Studio verbracht und an den Feinheiten gefeilt. Als die Band vor rund einem Jahr mit dem Einstieg von Gitarrist Ludde wieder komplettiert war, haben wir das Album nur noch fertig gestellt. Material war genug vorhanden. Am Ende sind etliche Tracks wieder in der Schublade verschwunden und haben es nicht auf die Platte gebracht, denn es sollte ein kompaktes Album herauskommen.“ Was die Band-Philosophie anbelangt, halten es die Schweden klassisch: „Wir spielen schlicht die Musik, die wir selbst gerne hören möchten,“ äußert der Sänger. „Mit unseren Songs wollen wir den Hörern zudem Hoffnung und Kraft mit auf den Weg geben. Derzeit sind wir wieder dabei, unseren Namen unter die Leute zu bekommen. Unser Debüt ist vor so langer Zeit erschienen, dass sich kaum jemand mehr daran erinnert. Deshalb streben wir es an, viel zu touren, denn anders geht es nicht, wenn man sich etablieren möchte.“

Die Vorteile der poppig zugespitzten Metal-Anlage von „Kill The Silence“ liegen für den Frontmann auf der Hand: „Wenn man seine Stücke eingängig anlegt, können die Hörer sie besser im Ohr behalten. Darum geht es letztlich. Die Leute sollen sich an deine Songs erinnern und im besten Fall vor sich hin pfeifen. Im Songwriting richten wir uns allerdings nicht bewusst nach solchen Überlegungen. Uns geht es darum, gute Songs zu schreiben. Alles dreht sich um das Gefühl eines Stücks. Unser Anspruch ist es, starke Tracks zu schreiben und nicht bloß Spielzeit zu füllen. Bestenfalls entsteht ein Song in einer einzigen Session, wenn der Flow stimmt. Wir erzwingen aber nichts und warten im Zweifel lieber, bis sich die richtige Stimmung einstellt. Die eingängigen Melodien sind in uns und poppen irgendwann einfach so auf.“

Der textliche Gehalt ist MY DEAR ADDICTION aber ebenso wichtig, betont Kim abschließend nochmals: „Gebt nicht auf, es gibt immer einen Ausweg! Dafür steht das Album in aller Kürze. Ohne eine Selbstüberprüfung und eigenes Zutun geht es aber nicht. Auch das vermitteln wir, denn das kennen wir aus eigener Erfahrung.“

 
 Links:
  facebook.com/Mydearaddiction
 
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