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Steak Number Eight

Storie von: arne, am 08.12.2015 ]

Für ihr Drittwerk haben STEAK NUMBER EIGHT aufgerüstet. Das betrifft nicht allein die kompositorische Entwicklung der Band, sondern auch die Produktion. David Bottrill hat nach Platten für Tool, King Crimson und Muse nun auch „Kosmokoma“ in Szene gesetzt. Der vielschichtige, wandelbare Ansatz des Quartetts lässt für Freunde fordernder, eindrücklicher Heavy-Sounds nichts zu wünschen übrig.

 
„Für mich ist der atmosphärische Sludge-Rock nach wie vor die am besten geeignete Annäherung, um unseren Sound zu beschreiben,“ äußert Gitarrist Cis Deman. „Zu Teilen ist inzwischen ein schnellerer Zugang zu unseren Songs möglich. Dieser ruft bei Hörern Interesse hervor und animiert sie zur Beschäftigung mit uns. Alsbald ist es dann aber erforderlich, dass man mitdenkt und sich auf uns einlässt, um unsere Absichten nachzuvollziehen und auch die schwereren Momente zu verstehen.“ Das auf Kontrasten und beständigen Verschiebungen basierende Spiel der belgischen Band kommt auf „Kosmokoma“ gut zur Geltung. Die Musiker spielen mit einem reifen Selbstverständnis und ungebrochener Entdeckerfreude auf. Das Konzept von Zuckerbort und Peitsche lässt sich auch musikalisch umsetzen. Zwischen Breitenwirkungspotenzial und gelebter Spartenaufstellung hinterlassen STEAK NUMBER EIGHT genau diesen Eindruck:

„Im Songwriting sind wir von unseren Gefühlen geleitet,“ erzählt Cis. „Entweder klingt das Ergebnis cool oder nicht. So einfach ist es. Mit einem solchen Gradmesser kann nichts schief gehen. Wenn sich Musiker einseitig an anderen orientieren und versuchen, ihre Favoriten nachzuahmen und nur Kleinigkeiten verändern, muss ein solches Unterfangen scheitern. Die Leute merken so etwas und sind schnell gelangweilt. Alle Fragestellungen – ob nun bezüglich der Musik oder des Artworks – sollten vom Herz her beantwortet werden. Wer in sich hinein hört und auf seine Eingebungen vertraut, kann nicht falsch liegen. Wer das beherzigt, hat es auch im kreativen Arbeiten einfach, denn es stellt sich praktisch alles von selbst ein. So ist es wenigstens in unserem Fall. Über das, was wir tun, denken wir nicht groß nach. Alles findet seinen natürlichen Weg in die Songs und irgendwann ist die Arbeit getan.“

Ganz so einfach und reibungsfrei funktioniert es bei belgischen Quartett nicht immer, wie der Gitarrist im Rückblick auf die Studio-Aufenthalte, die zu „Kosmokoma“ geführt haben, berichtet: „Draußen herrschte eine unsägliche Hitze. Wir haben dennoch Stunden um Stunden im Studio verbracht. Nur zum Essen und Rauchen sind wir an die frische Luft gegangen. Als nicht mehr absehbar war, ob wir unsere Deadline schaffen würden oder nicht, sind wir schon in Hektik geraten. Das hat uns allerdings auch fester zusammen geschweißt. Ab diesem Zeitpunkt haben wir uns gegenseitig noch mehr geholfen und Lösungen gesucht, wenn etwas kompliziert wurde oder Probleme aufgetreten sind. Weil „Kosmokoma“ seine Hörer mit an unterschiedliche Orte nimmt, haben wir auch in verschiedenen Studios aufgenommen.“ Um ein


Konzept-Album handelt es sich beim Drittwerk von STEAK NUMBER EIGHT nicht, wenigstens nicht im klassischen Verständnis: „Es gab keine Grundsatzentscheidung, ein spaciges Werk zu erschaffen,“ verrät Cis Deman. „Dieser Aspekt hat sich über die Zeitspanne, die wir an dem Material gearbeitet haben, aber mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt. Jedes Band-Mitglied hat ab irgendeinem Punkt neue Ideen eingebracht, die das Bild erweitert bzw. zusammen gefügt haben. Die Songs stammen allesamt von unserem Sänger und Gitarristen Brent Vanneste. Irgendwann hat er Gefallen an dem Weltall-Thema gefunden und das Material darauf abgestimmt. Das Konzept ist neben den Songs praktisch ganz von selbst gewachsen. Für mich ist es deshalb eher eine Geschichte, denn ein wirkliches Konzept.“

Zu viel will der Belgier nicht verraten, weist aber doch den Weg, den die Platte einschlägt: „Unser Album „Kosmokoma“ lädt seine Hörer ein auf eine Reise ohne Wiederkehr. Wer sich mit unseren Ideen und Songs intensiv beschäftigt, wird feststellen, dass sie sich schon bald in ihren Ohren und vor ihrem inneren Auge festsetzen.“ Für spannende, tief reichende Eindrücke ist demnach gesorgt, und diese Charakterisierung trifft tatsächlich gut. Noch wirkungsstärker als auf den früheren Longplayern stellen die Belgier ihren abgedrehten, gerne auch experimentellen Passagen verträgliche Parts und Akzente gegenüber. Manische Gesänge, düstere Melodien und Atmosphären sowie greifbare Hooklines garantieren dabei für die subtile Nachvollziehbarkeit. Ausgehend vom 2013er „The Hutch“ haben die vier Musiker ihren Heavy-Sound vorangetrieben und insbesondere das Songwriting merklich verbessert:

„Es mag banal klingen, doch wir wollten ein Album erschaffen, das uns repräsentiert und hinter dem wir vollends stehen. Dass es möglichst perfekt werden sollte, versteht sich von selbst, und mir scheint, das ist uns auch gelungen. Musikalisch stellt „Kosmokoma“ eine deutliche Weiterentwicklung zu den früheren Platten dar. Das zu erreichen, war uns wichtig,“ erklärt Cis. „Mit Songs wie ,The Return Of The Kolomon’ haben wir auch wieder sehr schnelle Nummern mit auf der Platte, die aber – wie auch die anderen – in eine spacige Richtung weisen. Hinsichtlich unseres Drittwerks von einem universellen Album zu sprechen, passt deshalb gut. Unter Geschwindigkeits- und Frickelgesichtspunkten sind wir allerdings keine technisch orientierten Musiker. Die schnellen Passagen entstehen zumeist dann, wenn wir herumblödeln und abdrehen. Überhaupt ist Spontanität der Schlüssel zu unserem Spiel, auch wenn es nicht so scheinen mag.“

 
 Links:
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