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Fallbrawl

Storie von: arne, am 04.12.2015 ]

Schon der Band-Name und Album-Titel klingen aggressiv und gewalttätig. Damit sind sie die optimale Entsprechung für das, was FALLBRAWL auf „Chaos Reigns“ treiben. Die Hardcore-Metal-Band aus dem Ruhrpott setzt auf Kraft und Volumen, wenn sie ihre brachialen Beatdown-Tracks zelebriert.

 
Das Zweitwerk des Quartetts ist Ausdruck der Szene-Verbundenheit der Gruppe. Das belegen die effektiven, verdichteten Stücke, aber auch die Gastauftritte: „Matthi von Nasty und Rob von Born From Pain sind enge Freunde der Band,“ erzählt Bassist Walle. „Matthi hat vor mehreren Jahren bei uns auch als Sänger ausgeholfen. Somit gehört er zur FALLBRAWL-Geschichte. Vermutlich wird er auch in Zukunft noch mal aushelfen müssen. Uns war es wichtig, dass wir Freunde mit ins Boot holen. Bei einem Feature geht es ja um gegenseitigen Support. Da sind die beiden Jungs schon naheliegend. Darüber hinaus sind Nasty und Born From Pain wie wir BDHW-Bands. Es passte einfach wieder. Wir hatten auch noch andere Freunde auf dem Zettel. Das hat aber leider zeittechnisch nicht hingehauen.“ Musikalisch setzt die Beatdown-Kombo auf Bewährtes und spielt das, was man von ihren Konzerten her kennt:

„Wir machen grundsätzlich das, worauf wir Bock haben,“ sagt der Bassist. „Wir verbiegen uns nicht und folgen keinen Trends. Das ist, glaube ich, ein großes Problem von vielen anderen Bands. Es wird nur noch das gemacht, was angesagt oder cool ist. Kaum einer traut sich, mal was auszuprobieren. Kaum einer tanzt mal aus der Reihe. Was Touren und Shows angeht, spielen wir alles, was geht – egal wo. Wenn eine Anfrage von irgendwo auf der Welt herein kommt, probieren wir das irgendwie zu realisieren. Natürlich sind wir auch ein Stück weit eingeschränkt, weil wir arbeiten oder studieren müssen. Das macht es manchmal schwer, aber irgendwie kriegen wir dann doch immer alles geregelt. Und das jetzt schon ganze zehn Jahre lang.“ Als Beobachter und aktiver Teil ihrer Szene haben FALLBRAWL schon viel erlebt. Motivation, Kritik, wenn sie angebracht ist, und eine klare Botschaft begleiten das Quartett auf seinem Weg:

„Ehrlich gesagt hat sich die Hardcore-Szene in den letzten 10-15 Jahren sehr verändert,“ so Walle. „Zum einen durch das Internet und den damit verbundenen andersartigen Konsum der Musik. Zum anderen hat aber auch die Kommerzialität ihren Teil dazu beigetragen. Ob es jetzt besser oder schlechter geworden ist, will ich gar nicht beurteilen. Was geil ist, dass die ganze Szene gewachsen ist und man als Band eine viel größere Plattform hat, um seine Message zu übertragen. Was aber nervt ist, dass alles, was du machst, auf die Goldwaage gelegt wird. Die Hardcore-Szene war früher ein Ausweg aus dem Alltag. Ein Ort, wo du „DU“ selbst sein konntest. Heute ist das kaum möglich, ohne dass sich einer auf irgendeine Art persönlich angegriffen fühlt. Und das Schlimmste ist, dass sich mittlerweile sogar Nazis auf Konzerten rumtreiben – angezogen wie du und ich, so dass du sie nicht


erkennst. Und auf so Typen können wir in der ganzen Szene verzichten. Da haben wir keinen Bock drauf. An dieser Stelle ganz deutlich: FALLBRAWL toleriert keine Nazis. Verpisst euch!!!“

Der Reiz und die Energie des Hardcore-Metal hat für den Musiker über die Zeit nicht nachgelassen: „Als ich vor knapp 15 Jahren das erste Mal auf einer Show war, wurde ich einfach überrollt von den Emotionen. In der Luft sind eine gewisse Wut, aber auch Freiheit und Zusammenhalt zu spüren gewesen – komplett beeindruckend,“ erinnert sich der Bassist. „Das Ganze wird natürlich durch die Band und die Reaktionen der Zuschauer erzeugt. Und genau das kriegst du auf einer FALLBRAWL-Show. Du kannst natürlich auch zu Justin Bieber gehen, was vielleicht auch cool ist. Aber ich bin mir sicher, dass du auf einer Hardcore-Show ganz andere Gefühle erleben wirst.“ Neben der toughen Attitüde, die den Sound und Auftritt des Quartetts prägt, spürt man in den Stücken auch eine Lockerheit, die das brutale Moment ein Stück weit relativiert:

„Ich glaube, man kann zugleich tough und auch locker sein,“ sagt Walle. „Es hängt immer von der Situation, Stimmung oder Atmosphäre ab. Jeder, der uns kennt, weiß, wie wir sind. Wir verstellen uns nicht. Dabei ist es egal, ob es ein Promoter ist, ein Typ, der auf die Show kommt, oder sonst wer. Das haben wir noch nie gemacht und werden es auch künftig nicht tun.“ Musikalisch profitiert das Zweitwerk der Band davon, dass sich FALLBRAWL bewusst die Freiräume geschaffen haben, an den Songs zu arbeiten:

„Wenn du auf Tour bist, bleibt kaum Zeit, an neuen Sachen zu schreiben,“ gibt der Bassist zu bedenken. „Wir haben uns mit „Chaos Reigns“ einfach viel mehr Zeit gelassen, haben probiert, so wenig Druck wie möglich aufzubauen, weniger Shows gespielt und uns auf das Songwriting konzentriert. Früher oder später lässt sich Druck dann nicht vermeiden, aber insgesamt war der Prozess des Songwriting freier. Und ich glaube, das braucht man, um ein gutes Album zu schaffen. Bisher waren unsere Releases stellenweise übers Knie gebrochen. Wenn schnell noch ein Song gebraucht wurde, haben wir aus vorhandenem Material was gebastelt, diesmal jedoch nicht! Es wurden nur Sachen aufgenommen, die wir cool finden und es wurde viel experimentiert. Da unser Gitarrist Stefan auf einem sehr hohen Niveau spielt und sich bei dieser Platte ausleben konnte, ist sie insgesamt anspruchsvoller geworden. Nachdem jetzt alles fertig ist, gibt es natürlich Kleinigkeiten, die man jetzt doch anders gemacht hätte. Mit dem Gesamtprodukt sind wir alle aber sehr zufrieden und glauben, das „Chaos Reigns“ die stärkste Platte ist, die FALLBRAWL bisher rausgebracht hat.“

 
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