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Vision Of Disorder

Storie von: arne, am 26.11.2015 ]

Mit „Razed To The Ground“ erscheint das zweite Album seit der Reunion vor sieben Jahren. VISION OF DISORDER setzen einmal mehr auf ihren Trademark-Sound zwischen Metal und Hardcore sowie Heavy-Grunge-Rock-Zitaten und treten mit desillusioniert bis verzweifelt klingenden Songs an. Genau so will man die New Yorker hören.

 
„Für uns hat sich nicht viel geändert – weder in den letzten drei Jahren seit „The Cursed Remain Cursed“ noch verglichen mit den zehn Jahren davor und unseren frühen Alben,“ gibt Bassist Mike Fleischmann zu Protokoll, darauf angesprochen, wie die Musiker ihre zweite aktive Phase erleben und welche Veränderungen es gegebenenfalls gegeben hat. „Das Umfeld und die Musik-Industrie sind durch das Internet und seine Möglichkeiten nicht mehr dasselbe. Doch auch wir haben Familien gegründet und gehen die Dinge nunmehr anders an. Als Band agieren wir heute aus einer sehr entspannten Grundhaltung heraus. Druck verspüren wir keinen. Inzwischen sind wir auch schon wieder eine Zeit lang aktiv, so dass sich die Leute wieder an uns gewöhnen konnten.“

Auch VISION OF DISORDER profitieren von neuen Online-Verbreitungskanälen, wie der Bassist ergänzt: „Unser Alltagsleben mit Familien, Jobs, etc. verwehrt es uns, so viel und so intensiv zu touren wie früher und wie wir es gerne tun würden. Viele Leute stellen heutzutage Live-Mitschnitte von Shows auf youtube online, so dass man uns finden und sehen kann, wenn man das möchte. Unser Name bleibt im Gespräch und unsere Songs werden gehört. So etwas gab es früher nicht, als wir einst gestartet sind. Wir sehen vor allem die Vorteile der Neuerungen. Allein auf das Internet verlassen darf man sich aber nicht.“ Mit der eigenen Aufstellung der Gruppe zeigt sich Mike zufrieden: „Die Band besteht inzwischen seit mehr als zwanzig Jahren. Keiner von uns hätte auch nur zu träumen gewagt, dass eine solch lange Zeit zusammen kommt. Wir befinden uns in der komfortablen Lage, dass es uns inzwischen allein darum geht, gute Musik abzuliefern. Darüber hinaus gehende Erwartungen existieren nicht. Uns selbst zufrieden zu stellen, ist unser Ziel. Wenn es später auch anderen gefällt, ist das die Glasur auf der Torte, um es so zu formulieren. VISION OF DISORDER nutzen wir als Ventil, um Dampf abzulassen. Aus diesem Grund sind unsere Songs derart bösartig und heftig. Das Leben kann hart und ungerecht sein. Immer wieder erleben wir schlechte Tage. Wir nutzen die weniger erfreulichen Erlebnisse und Lebensphasen als Quelle unserer Kreativität, denn wir haben gelernt, so mit ihnen umzugehen.“

Was die Rezeption seiner Gruppe anbelangt, fühlt sich der Musiker entsprechend des eigenen Selbstbildes verstanden und adäquat gewürdigt: „Es scheint mir so zu sein, als seien wir eine dieser Bands, die die Fackel hoch hält, auf sie Acht gibt und


ihren Teil dazu beiträgt, dass das Feuer nicht erlischt. Wir haben stets zu unseren Inspirationsquellen gestanden und waren irgendwann selbst ein Einfluss auf andere, die Jahre nach uns gestartet sind. Damit sind wir zufrieden, denn mehr wollten wir nie erreichen.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass die New Yorker puristisch an ihrem Sound festhalten. Eher ist das Gegenteil der Fall. Fans des Quintetts schätzen den Umstand, dass sie sich jede Platte erarbeiten müssen: „Für uns ist es selbstverständlich, voran zu schreiten und über das hinaus zu gehen, was wir schon getan haben,“ zeigt sich Mike Fleischmann bescheiden. „Ohne das Streben danach, sich beständig verbessern und neue Dinge ausprobieren zu wollen, kann Musik weder aufregend noch spannend werden. Vielleicht geht man dabei zu weit und opfert seinen Wiedererkennungswert, doch das ist allemal besser, als ein und dasselbe Album doppelt aufzunehmen. Mit jeder unserer Veröffentlichungen haben wir Neuland betreten und uns in neue Gefilde vorgewagt. Die beständige Herausforderung hält uns jung. Mit „Razed To The Ground“ verhält es sich in dieser Hinsicht nicht anders als mit unseren früheren Platten.“

VISION OF DISORDER profitieren davon, dass in ihren Reihen unterschiedliche Ansprüche und Einflüsse aufeinander treffen: „Die Herausforderung im Songwriting besteht darin, die Punkte zu finden, an denen unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Präferenzen zusammen finden, ineinander greifen und ein größeres Ganzes formen,“ weiß der Bassist.

„Jedes Band-Mitglied bringt seine eigenen Ideen und Vorlieben in die Songs ein, und doch überführen wir sie in einen natürlichen Sound-Fluss, in dem sich jeder von uns ausleben und verwirklichen kann. Über die Jahre sind wir besser darin geworden, zu diesen Punkten zu gelangen und unsere Einflüsse effektiv zu nutzen. Dass es auch heute noch Tage gibt, an denen nichts zusammen läuft, ist klar. Beim nächsten Mal dann einen Durchbruch zu erzielen, ist der Lohn für unsere hartnäckige Arbeit.“ Mike versteht das eigene kreative Schaffen wie folgt: „Meinem Verständnis nach repräsentieren VISION OF DISORDER kinetisches, rhythmisches Riffing mit Avantgarde-Poesie. Ich hoffe, dass es auch einige Fans gibt, die uns auf diese Weise betrachten. Unsere Songs sollen begeistern und herausfordern. Ich bin überzeugt davon, dass es unsere Fans genauso erleben wie wir und die den Stücken inne wohnende Energie die Verbindung zwischen Band und Hörern herstellt.“

 
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