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Endseeker

Interview von: Daniel mit Ben und Lenny, am: 18.11.2015 ]

ENDSEEKER haben sich im Falle ihrer Platte „Corrosive Revelation“ ein dickes „Oldschool“ auf die Fahnen geschrieben. Bei ihnen regiert der Death Metal-Hammer: fette Double-Bass, heftigstes Riffing, fettes Gulli-Grunzen. Alles, was der schwermetallisch vorgeprägte Banger für sein Frühstück benötigt.

 

Musicscan: Gegründet wurde die Band tatsächlich erst 2014. Wie habt ihr es in gerade einmal einem Jahr geschafft, Euch einen so ausgefeilten Sound zuzulegen? Mit anderen Worten: Welche Vorgeschichte haben die einzelnen Musiker?

Endseeker: Ben: Erstmal schön, dass dir die Scheibe so gut gefällt. Wir mögen sie auch sehr ;) Wir sind ja, um deiner nächsten Frage schonmal etwas vorweg zu greifen, alle schon ein paar Tage älter und haben schon in X Bands gespielt. Da sammelt man natürlich reichlich Erfahrung und das macht es heute leichter, sich aufeinander einzulassen und zusammen zu spielen. Dazu kommt, dass unser Songwriter Jury und Drummer Kummer schon ewig zusammen spielen und ein perfektes Team sind. Sowohl am Instrument, als auch am Tresen!

Endseeker: Lenny: Mir kommt es so vor, als hätten die Songs die Musiker gefunden. Jury hatte schon seit längerem die Vision…und wir konnten aufgrund der gebotenen Songs einfach nicht „nein“ sagen :)

Musicscan: Schwer einzuschätzen, aber von den Fotos her, würde ich Euch nicht auf weit älter als 30 schätzen. Damit habe ihr nicht das richtige Alter, um den Boom des Death Metal in den frühen 1990ern mitbekommen zu haben. Täusche ich mich? Woher im Zweifel die Affinität zum Oldschool-Sound?

Endseeker: Ben: Hahaha, danke für die Blumen. Wie war das? Alkohol konserviert, oder? Also die 30 haben wir doch schon ne Weile hinter uns gelassen. Ich bin mit 37 zwar der Älteste, aber die anderen sind mir dicht auf den Fersen! Den „Boom“ habe ich durchaus ganz gut mitbekommen und von daher ist es für mich eine sehr schöne Rückkehr zu den Wurzeln. Man ist direkt wieder Teenager. Was sagte neulich jemand auf einem Konzert von uns… „Jetzt weiss ich wieder, warum ich mich damals mit 16 in diese Musik verliebt habe.“

Musicscan: Euer Sound scheint Euch definitv eine Herzensangelegenheit zu sein. Insofern vermutlich eine bewußte Entscheidung. Aber: Wieso Schweden statt Florida?

Endseeker: Ben: Du sagst es ja schon selber - es ist eine Herzensangelegenheit. Und das Herz schlägt nunmal mehr für Schweden, als für Florida. Da gibts auch von meiner Seite aus keine geistreiche Erklärung für. Ist nunmal so. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Der typische Säge-Sound vom HM-2 Pedal geht mir einfach besser ins Ohr. The saw is the law!

Musicscan: Meint Ihr, daß es eine geographische Verbindung zwischen Hamburg und Göteborg gibt?

Endseeker: Ben: Göteborg? Doch wohl eher Stockholm ;) Für mich gibts auf jeden Fall eine emotionale Verbindung zwischen Hamburg und Stockholm (!). Ich würde Stockholm das schönere Hamburg nennen. Eine sensationelle Stadt und die Schweden sind ein sehr liebenswertes Volk. Ich freu mich schon auf den nächsten Sommerurlaub, den ich dort wieder verbringen werde.

Endseeker: Lenny: ich wurde nach einem Schweden benannt, der Fotos von Kindern während der Schwangerschaft angefertigt hat. Es hat also schon beinahe den Nabelschnurstatus.

Musicscan: Der melodische Death Metal hat im Gegensatz zum technischen Florida-Sound nach meiner Wahrnehmung nie so etwas wie einen zweiten Frühling erlebt, so wie die ganzen hochtechnischen Bands derzeit es zeigen. Woran liegt das Eurer Meinung?

Endseeker: Ben: Naja, mindestens jetzt ist dieser zweite Frühling, wie du es nennst, ja da. Mit Bands wie Lifeless, Deathrite oder Demonbreed (um mal ein paar deutsche Kollegen zu nennen), oder Bands wie Sentience, Blood Mortized, Crawl, Daemoniac, usw. gibts wirklich sehr viele gute Bands, die den alten Schweden-Sound fahren. Und die alten Recken selber sind ja auch noch am Start. Von daher schaut dieser Metal-Ableger doch einer rosigen Zukunft mit ausreichend Nachwuchs entgegen.

Musicscan: Ich mußte bei „Endseeker“ immer an „Engegner“ denken. Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?

Endseeker: Ben: Da sind wir wieder beim Alter. Wenn man sich, wie wir, so allmählich dem Lebensabend und dem wohlverdienten Renteneintritt nähert, schweifen die Gedanken immer öfter zum „Ende“ und tief in uns drinnen suchen wir doch alle danach, oder etwa nicht? ;)

Musicscan: Wie wichtig sind Euch die Texte und worum geht es bei Euch lyrisch?

Endseeker: Lenny: Mir persönlich sind die Texte sehr wichtig. Ich mag es nicht unkreative Klichees herunter zu predigen. Texte sind aus meiner Sicht ein sehr mächtiges Werkzeug, Menschen in bestimmten Lebensphasen zu unterstützen. Sei es zu zeigen, dass einem gewissen Weltschmerz (Metal ist doch das Obergenre des Weltschmerzes) mit Sarkasmus und Einfallsreichtum begegnet werden kann. Ich verfolge sehr aufmerksam das politische Geschehen und mache mir meine Gedanken zu gesellschaftlichen Phänomenen. Hätte ich das Ventil des Textschreibens nicht, müsste ich noch lauter herum schreien :-) Nichtsdestotrotz sollen die Texte auch Spaß bringen und für die Minderheit der Bookletleser einen gewissen Interpretationsspielraum liefern. „Attention War“ ist z.B. ein Song, der eine gewisse (unangenehme) politische Entwicklung aufzeigt. Doppeldeutigkeiten sind mir dabei sehr wichtig. Den Text kann sich jeder in unserem Lyric Video rein ziehen. „Consumed by Desire“ bechäftigt sich mit der ewigen und unstillbaren Sehnsucht, die uns allen innewohnt. Der Unzufriedene tendiert dazu seinem Drängen mit Dominanz und Ignoranz Nachdruck zu verleihen. Natürlich auf Kosten anderer. Außerdem ist das unser Schmusesong. “Deployment of The Aroused“ zeigt was passiert, wenn eine Bevölkerung bevormundet und übersättigt wird.

Musicscan: Was sind die „Corrosive Revelations“?

Endseeker: Lenny: „Corrosive Revelation“ war der erste Text, den ich für Endseeker geschrieben habe. Wir sehnen uns alle nach einer Offenbarung und einem Sinn. Sehen darin meistens etwas Konstruktives. Doch die Offenbarung kann auch Zerstörung und Verlust bedeuten. Interessanterweise kann gerade diese Zerstörung sehr befreiend sein. Der Text sagt das natürlich mit sehr viel drastischerem Wortlaut :-)

Musicscan: Wie sieht die unmittelbare Zukunft für Endseeker aus? Pläne? Wünsche? Hoffnungen?

Endseeker: Ben: Die Zukunft? Die Gegenwart ist derzeit schon ziemlich busy. Jury schreibt gerade Songs fürs Album, wir haben in neues Merchandise investiert und werden in Kürze Backpatches, kleine Logo-Patches und Trucker-Caps anbieten können, wir kümmern uns gerade darum, Shows zu booken und bauen unser Live-Programm aus. Ich wünsch mir eigentlich nur, dass es so geschmeidig und intern entspannt weitergeht, wie bisher und dass wir noch viele gute Shows mit coolen anderen Bands spielen können.

Musicscan: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und ich hoffe, man sieht sich bald in einer schmuddeligen, düsteren Halle!? ;-)

Endseeker: Ben: Das will ich doch schwer hoffen!

 
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