Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1739

For Today

Storie von: arne, am 14.10.2015 ]

In Nordamerika sind FOR TODAY aus dem Mittleren Westen im Feld zwischen ModernMetal und MetalCore längst eine etablierte Größe. Mit dem Signing auf Nuclear Blast dürfte das sechste Album der Band, „Wake“, nun auch in Europa die Beachtung erfahren, die den Vorgängern verwehrt geblieben ist.

 
Facedown Records, auf dem die ersten drei Longplayer des Quartetts erschienen sind, hat einst von „August Burns Red-meets-Between The Buried And Me“ gesprochen. Die neue Platte wird dieser Sound-Skizze nun erstmals so richtig gerecht: „Für unsere letzte Scheibe „Fight The Silence“ haben wir rückblickend doch vor allem Songs geschrieben, die sich an dem ausgerichtet haben, was die Leute von FOR TODAY erwartet haben,“ reflektiert Frontmann Mattie Montgomery. „Für „Wake“ haben wir uns dieses Mal bewusst von allen Erwartungen gelöst und uns in die Position gebracht, wirklich außerhalb unserer Wohlfühlzone zu agieren. Die externen Einflüsse komplett auszublenden und zu ignorieren, war wichtig, um authentisch und ohne Restriktionen das ausleben und ausdrücken zu können, was in uns ist und seinen Weg nach draußen sucht. Im Ergebnis steht nun das leidenschaftliche, aufrichtige Album, auf das wir aus gewesen sind.“

Für die begonnene Kooperation mit einem neuen Label ist das starke „Wake“ ein optimaler Einstand: „Unserer Meinung nach ist Nuclear Blast ein tolles Label mit einem beeindruckenden Programm,“ lobt der Sänger. „Natürlich hat es auch mehrere Angebote von amerikanischen Labeln gegeben. Letztlich war Nuclear Blast aber die beste Lösung für uns, weil wir mit ihnen gemeinsam unsere Weiterentwicklung am besten voran treiben können. Für viele ihrer Gruppen haben sie in der Vergangenheit schon tolle Dings auf die Beine gestellt. Wir gehen davon aus, dass auch wir von ihrer Erfahrung und ihren Kontakten profitieren können.“ FOR TODAY sind in den zurück liegenden zehn Jahren einen Schritt nach dem anderen gegangen und haben ihre Karriere konsequent entwickelt: „Wir haben uns alles hart erarbeitet und nicht nur sprichwörtlich Dreck gefressen,“ äußert Mattie. „Viele Jahre lang haben wir jährlich mehr als 300 Konzerte gespielt und gefühlt zwölf Monate im Van verbracht, um unsere Musik zu den Leuten zu tragen und uns bekannt zu machen. Von anfangs durchschnittlich fünf Leuten hat sich das mit der Zeit entwickelt. Wir sind kein Internet-Phänomen, sondern Kids, die ihre Musik und Songs lieben und einige Jahre auf der Straße verbracht haben, bis wir etwas mehr Beachtung erfuhren und sich die Dinge langsam zum Besseren wendeten. Das bedeutet uns viel. Darauf sind wir stolz. Unser Werdegang ist der Grund dafür, dass wir heute die Musiker und Menschen sind, die „Wake“ geschrieben und umgesetzt haben.“

Die Songs des Quartetts sind der Spiegel eines entdeckungsfreudigen Zugangs zum Spannungsfeld zwischen ModernMetal und MetalCore, der ebenso brachial wie nachvollziehbar


und variabel in Szene gesetzt ist: „Wir schätzen es, abwechslungsreiche Musik zu erschaffen,“ fasst der Frontmann den Ansatz von FOR TODAY zusammen. „Privat hören wir ganz unterschiedliche Bands und Genres. Auf „Wake“ äußert sich das jetzt in eigenständigen Tracks mehr denn je, da wir es zugelassen haben, dass unsere Einflüsse offener zutage treten. Einige Stücke sind aggressiv und heftig; gehen in dieser Hinsicht über das hinaus, was wir in der Vergangenheit schon getan haben. In der Gegenrichtung verhält es sich aber nicht anders. Einzelne Stücke sind so emotional und offen, wie man es von uns bislang noch nicht gehört hat.“

Bezüglich des sechsten Albums der Band ist von natürlicher Evolution zu sprechen, was für Mattie Montgomery so in Ordnung geht: „Nach all den Jahren, Songs und Alben ist es nicht leicht, komplett neue Ideen aus dem Hut zu zaubern. Dennoch bieten sich nach wie vor Möglichkeiten, mit dem Bekannten zu experimentieren und die Dinge ein Stück weit anders anzugehen. Wie man auf „Wake“ nachhören kann, ist uns das nach intensiven Diskussionen und schier endloser Arbeit ganz gut geglückt. Die Stücke bewegen sich im Spektrum dessen, was man von uns kennt, doch partiell überraschen sie dabei.“ Inhaltlich beschäftigt sich der Sänger wiederum mit existenziellen Fragestellungen:

„Den Stücken des Albums liegt kein übergeordnetes Thema zugrunde. Dennoch finden sich wiedekehrende Gedanken zu Themen wie Depressionen, Selbstmord, Abhängigkeiten oder Unverzeihlichkeiten. Bisweilen ist es starker Tobak, doch Menschen müssen sich auch zu solchen Dingen äußern oder sich mit ihnen beschäftigen, um mit ihnen umgehen zu können. Unser Album gibt dabei vielleicht eine Hilfestellung. Unabhängig vom konkreten Thema ist es mir wichtig, durchdachte und zielgerichtete Lyrics zu verfassen. Musik besitzt eine besondere Kraft, die viele Menschen anspricht und die sie in ihre Leben lassen. Mit dem Wissen um den Einfluss, den meine Worte auf Einzelne haben können, ob nun gut oder schlecht, fühle ich eine besondere Verantwortung, wenn ich Texte schreibe.“ Das äußert sich nicht zuletzt in der Essenz, für die FOR TODAY stehen:

„Als übergeordnete Aussage lässt sich eine Erkenntnis anführen: du bist nicht allein! Dessen muss sich jeder bewusst sein. Egal, welchen Problemen man begegnet oder was man bereits durchlebt hat, Hilfe ist niemals weit entfernt. Man muss sie nur annehmen. Wer sich helfen lässt, kann zu Hoffnung und Zuversicht zurück finden. Das ist die Quintessenz unser Songs, die hoffentlich jeder Hörer für sich mitnimmt.“

 
 Links:
  facebook.com/ForToday
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Carnifex
  Sum 41
  Art Of Dying
  Crown The Empire
  Heart Of A Coward

Interviews/Stories:

  Tluf
  Full Of Hell
  The Butcher Sisters

Shows:

  20.06. Darkness - Bussfeld
  21.06. Jaded Heart - Duisburg
  21.06. Corrosion Of Conformity - Netphen
  22.06. The Prophecy 23 - Bussfeld
  22.06. Emerald - Weselberg