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Coldrain

Storie von: arne, am 06.11.2015 ]

In Japan ein etablierter Act, hier in Europa weitgehend unbekannt: COLDRAIN. Dass die Platten der Band via Hopeless Records erscheinen, ist ein deutlicher Fingerzeig hinsichtlich der Qualitäten des Quintetts. Mit der anstehenden Tour mit Bullet For My Valentine und While She Sleeps dürfte sich die Situation für die Gruppe auch hierzulande bald zum Besseren wenden. In Support der Veröffentlichung des neuen Albums „Vena“ stehen besagte Live-Aktivitäten in Europa an.

 
Der unterhaltsame Crossover-Ansatz zwischen MetalCore, Screamo und Post-Hardcore/-Alternative besitzt immenses Identifikationspotenzial und ist international absolut konkurrenzfähig: „Auch wenn man uns in Europa noch nicht so einschlägig kennt, in Japan tut man es. Wir haben schon vor 20.000 Leuten gespielt und headlinen Touren durch Hallen mit einer Kapazität von 3.000 Leuten,“ erzählt Frontmann Masato mit spürbarem Stolz. „Im vergangenen Jahr haben wir in Deutschland bereits eine Support-Tour vor Bullet bestritten und sind beim Rock am Ring aufgetreten. Den Gegensatz, Zuhause bekannt und erfolgreich zu sein, im globalen Kontext aber noch ein Aufbauthema zu sein, schätze ich. So bleibt alles aufregend und neu. Wir sind mit dem NuMetal aufgewachsen, aber auch stark von japanischer Musik beeinflusst – vornehmlich vom hiesigen Pop. Neben diesen wichtigen Ausprägungen fließen in unseren Sound aber auch viele weitere Stile mit ein. Es ist spannend, zu lesen und zu hören, wie die unterschiedlichen Hörer in den einzelnen Ländern unsere Tracks auffassen. Solange sie und wir unseren Spaß haben, ist alles gut.“

Die Japaner sind seit acht Jahren aktiv und profitieren von einem agilen, wandelbaren Ansatz, der auf eindrücklichen Gegensätzen mit Hart-Zart-Schemata basiert: „In unseren Songs findet sich ein wenig von allem, wobei es sich im Wesentlichen um Sub-Stile des Rock handelt,“ meint Masato. „Als wir darüber nachgedacht und gesprochen haben, was wir eigentlich treiben, konnten wir uns allein auf das übergeordnete Rock einigen. Deshalb dürfte es kaum eine Band geben, mit der wir nicht touren können. Unser Sound ist so vielschichtig und kompatibel. Solange eine Gruppe eine intensive Live-Show bietet und uns auf Tour mitnehmen will, stehen wir bereit, wenn es auch für uns interessant aussieht.“ Das Spiel von COLDRAIN scheint tatsächlich in alle Richtungen hin offen, wobei das Material von „Vena“ insbesondere eine Core-affine Hörer-Klientel ansprechen wird:

„Wir sind von all dem beeinflusst, was um uns ist und womit wir in Kontakt kommen – mit allem, was wir sehen und hören. Hinsichtlich unseres Sounds lassen wir uns alle Freiheiten, denn es ist nirgends festgeschrieben, wie wir zu klingen haben,“ weiß der Frontmann. „Wir werden jedenfalls niemals zu 100 Prozent irgendeiner Szene angehören oder eineindeutig in ein bestimmtes Raster passen. Wir haben früh gelernt, dass international relevante Bands, sehr ehrgeizig und zielgerichtet agieren


und immer Vollgas geben. Das haben wir uns ebenfalls zu Eigen gemacht. Wir möchten der Welt beweisen, dass wir aus demselben Holz geschnitzt sind und unsere Musik unser Leben ist. Ob es uns gelingen kann, etwas Eigenständiges auf die Beine zu stellen, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedoch sind wir schon zufrieden, wenn die Leute bemerken und anerkennen, dass auch japanische Bands international konkurrenzfähige Musik und spannende Alben anzubieten haben. Vielleicht können wir bald schon auch außerhalb Japans größere Touren spielen. Dann wären wir am Ziel unserer Träume.“ Mit einem Album wie „Vena“ in der Hinterhand ist das gut möglich, jedenfalls nicht utopisch. COLDRAIN gelingt es ansprechend, gängige Hörgewohnheiten abzudecken, ohne auf Klischees oder Plattitüden zurück zu greifen. Stattdessen überzeugen die Japaner mit Agilität und einem ausgeprägten melodischen Gehalt:

„Wichtiger als die Frage, welche Stile und Elemente in unseren Songs zusammen spielen, ist die Frage danach, wie das Ergebnis klingt. Letztlich übermitteln wir mit unseren Songs die Gefühle und Empfindungen, die wir ihnen mitgeben. Deshalb ist jedes einzelne Stück ein Spiegelbild unserer Persönlichkeiten. Diese Aufrichtigkeit ist Teil unserer Identität als Band.“ Hier hat der Sänger einen Punkt, denn das Album klingt gefühlsecht und spricht seine Hörer emotional an: „Die Arbeit an „Vena“ war anstrengend und erfüllend zugleich,“ äußert Masato rückblickend.

„Sobald wir erkannt hatten, welch Potenzial dem Album inne wohnt, haben wir noch größere Anstrengung darauf verwendet. Nicht zuletzt ist es unserem Produzenten Brandon Paddock (u. a. Papa Roach, Black Veil Brides, The Used) zu verdanken, dass wir an unsere Leistungsgrenze und darüber hinaus gegangen sind. Er hat uns beständig gefordert und immer noch etwas mehr aus uns heraus gekitzelt. Vorab ist es mein Anspruch gewesen, ein Energie geladenes Album zu erschaffen, dass tolle Vocals besitzt. Diese Ausrichtung nimmt „Vena“, nur dass es noch gewaltiger klingt, als ich es mir jemals ausgemalt habe. Stolz bin ich zudem auf den Tiefgang, den das Material aufweist. Vielseitige, bewegliche Alben sind stets die besseren. Und genau eine solche Platte haben wir geschaffen. Das liegt teilweise auch an den zugrunde liegenden Gefühlen, die wir vertont haben: Wut, Freude, Trauer, Liebe, Hass. Eben all das, was das Leben eines Menschen ausmacht. In gewisser Weise kann man „Vena“ als Spiegelbild des Lebens bezeichnen.“

 
 Links:
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