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Continents

Storie von: arne, am 21.10.2015 ]

Die Waliser melden sich mit ihrem Zweitwerk gestärkt zurück und das in mehrfacher Hinsicht. CONTINENTS haben mit „Reprisal“ eine harte, ruppige Platte erschaffen, mit der sie aufwühlende Erfahrungen verarbeiten. Im vergangenen Jahr stand die Band fast vor dem Aus. Doch die Musiker haben für ihr Fortbestehen gekämpft und lassen ihren Emotionen in impulsiven Songs zwischen Metal und Hardcore freien Lauf.

 
„Wir haben nie die Absicht verfolgt, eine tourende Band zu sein oder gar gesignt zu werden. Anfangs ging es uns allein um Zeitvertreib, regionale Aktivitäten und Spaß,“ äußern Frontmann Phil Cross und Gitarrist Darryl Sweet darauf angesprochen, dass CONTINENTS früh auf dem Szene-Major Victory gesignt worden sind und in Support ihres Debüts „Idle Hands“ sehr viel getourt sind. „Innerhalb von 18 Monaten haben sich die Dinge überschlagen und wir waren auf Victory Records angekommen. Mit „Reprisal“ erscheint nun unser zweites Album, auf dem wir das reflektieren, was wir in dieser intensiven Zeit erlebt haben. Gerade das letzte Jahr war hart für uns. Einige Male standen wir kurz davor, uns aufzulösen. Am Ende ist es aber doch geglückt, unsere Aggressionen und Emotionen kreativ zu nutzen und in die Songs zu überführen, die „Reprisal“ bilden. Nun hört man, wie fünf angepisste Typen klingen, die sich mithilfe von Riffs und Songs abreagieren.“

Die Musiker aus Cardiff legen ihr Spiel in den Weiten zwischen Hardcore und Metal sowohl brachialer und direkter als auch düsterer und genereller an: „Unser Sound findet so bei verschiedenen Hörergruppen Anklang, was ein klarer Vorteil ist. Und genauso wollen wir das auch haben,“ erklärt Phil. „Wir setzen ja nicht eindimensional nur auf eine Karte. Bei uns finden sich unterschiedliche Einflüsse. Shows mit leichter verdaulichen Bands wie Our Last Night vor einem Haufen Screamo-Kids spielen wir ebenso wie vor einem eingefleischten Metal-Publikum, das für Dying Fetus in den Club gekommen ist. Die Abwechslung hält uns interessiert und aufgeschlossen. Es ist uns bewusst, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben und wir uns weiterhin beweisen müssen. Mit Blick auf „Reprisal“ spüren wir, dass uns diese Platte ein gutes Stück voran bringen wird.“

Das Zweitwerk von CONTINENTS ist insbesondere durch eine jähe Intensität und sprunghafte Leidenschaft zu charakterisieren: „Gute Musik überträgt unabhängig vom Stil stets Energie auf ihre Hörer und sorgt dafür, dass sie sich bewegen oder mitsingen wollen,“ nimmt der Sänger den Faden auf. „Es geht nicht darum, krass technisch zu sein oder die Instrumente tiefer als die anderen zu stimmen. Für „Reprisal“ haben wir die Dinge vereinfacht und uns selbst beständig getestet. Die Riffs fallen metallischer aus als auf „Idle Hands“, die Song-Strukturen zudem reifer. Es war uns wichtig, kein übertrieben produziertes Album abzuliefern, wie man es dieser Tage viel zu häufig bekommt. Man soll das Kratzen auf


den Gitarren hören und einen möglichst rohen Gesang. Fast alles hat sich verändert, inklusive meines Gesangs-Stils. Mehr als alles andere sollte die Platte so klingen, wie man uns auf der Bühne erlebt.“

Unterschiedliche Einflüsse miteinander zu kombinieren, ist dabei ein elementarer Bestandteil des Ansatzes der Waliser. Dass sich beide Alben der Band merklich voneinander unterscheiden, hat aber auch andere Gründe, wie Darryl verrät: „Als wir von Victory gesignt worden sind, hatten wir nur drei Monate Zeit, die Songs für das Debüt zu schreiben und aufzunehmen. „Idle Hands“ ist pünktlich fertig geworden, doch wir waren noch mitten dabei, uns selbst zu finden. Der positive Zuspruch hat uns in seinem Ausmaß überrascht, weil wir fühlten, unser Potenzial nur ansatzweise abgerufen zu haben. Dieses Mal spielen wir mutiger auf und setzen nicht länger auf die sichere Karte, jedem Chor einen Breakdown folgen zu lassen und auf typische MetalCore-Strukturen zu vertrauen. „Reprisal“ belegt, dass wir als Musiker besser geworden sind. Schwergewichtige Passagen, extrem düstere und emotionale stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die Songs des Albums setzen sich voneinander ab und gerade das ist für uns ein Anspruch gewesen.“

Auf Nachfrage ergänzt der Gitarrist zum Hintergrund des drückenden Charakters des Materials: „Die Songs sind der Spiegel ungefilterter Aggressionen und einer ordentlichen Portion Frustration. Wenn man das düstere ,Alone‘ hört, spürt man die Emotionalität, die dem Album inne wohnt, am besten. Es geht aber nicht allein in die negative Richtung. Zu spüren bzw. zu hören sind Wut, Riffs, Hass, Freude, Frustration, Zuversicht und noch einmal mehr Riffs. Insgesamt geht es härter, schneller und heftiger zu. Beim Songwriting hat es uns geholfen, dass wir uns vor allem mit den Erlebnissen des vergangenen Jahres auseinander gesetzt haben. So thematisieren wir auch die Angstattacken von Phil und seinen Kampf zurück auf die Bühne. Die eigenen Unsicherheiten und Ängste öffentlich zu machen, ist ein mutiger, sogar ein ungewöhnlicher Schritt. Jedes Stück von „Reprisal“ ist persönlich motiviert. Vielleicht nimmt das Album nicht die Ausrichtung, die unsere Fans erwartet haben, doch ich bin überzeugt davon, dass sie die Songs dennoch verstehen werden.“

Nach der Beschäftigung mit „Reprisal“ lässt sich nicht zweifelsfrei sagen, ob CONTINENTS allein destruktiv oder wirklich mit einem Hauch Optimismus aus ihrer Platte gehen. In jedem Fall ist man ordentlich durchgerüttelt.

 
 Links:
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