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The Black Dahlia Murder

Storie von: arne, am 14.09.2015 ]

IMMER WEITER. Die Workaholics von THE BLACK DAHLIA MURDER legen mit „Abysmal“ ihren siebten Longplayer vor. Trotz Zwei-Jahres-Rhythmus und Tour-Marathon ist melodisch-extremer Death Metal auf absolutem Spitzenniveau zu hören, der ebenso rigoros wie rabiat-hymnisch inszeniert wird und für so manche Überraschung gut ist.

 
„Alles in Bezug auf diese Band geschieht schnell und direkt. Das schätze ich sehr, denn ich weiß stets, woran ich bin,“ äußert Frontmann Trevor Strnad. „Unsere Karriere ist recht stringent verlaufen. Wir haben hart gearbeitet und viel investiert; nicht zuletzt auf Tour mehrfach total verausgabt. Doch immer hat eins zum anderen geführt. Als 2007 „Nocturnal“ erschienen ist und wir erstmals die „Summer Slaughter-Tour“ als Headliner gespielt haben, wussten wir, dass sich alles zum Guten wendet. Unsere Einschätzung hat nicht getrogen. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass „Abysmal“ nun einen weiteren Wendepunkt markiert. Alles wird noch einen Tick größer. Die Tour-Angebote und das bisherige Fan-Feedback lassen das absehen.“

Auf Nachfrage bekräftigt der Sänger, dass es tatsächlich so „einfach“ ist: „Je mehr Arbeit wir investieren, desto besser läuft es. Diese Rechnung geht für uns nach wie vor auf. Deshalb halten wir die Schlagzahl hoch und lassen nicht nach. Alle zwei Jahre ein neues Album heraus zu bringen und dazwischen möglichst viel zu touren, ist für uns der ganz normale Lauf der Dinge. Unser Leben ist nicht glamourös, doch wir können uns nicht beschweren. THE BLACK DAHLIA MURDER ist das, was wir kennen und fortbestehen sehen wollen. Gitarrist Brian Eschbach und ich sind die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder und über einen Pakt miteinander verbunden. Wir sprechen nie darüber, doch wir wissen, dass wir so lange weiter machen werden, bis nichts mehr geht. Unser Traum ist Realität geworden und wir leben ihn. Mehr braucht es für uns nicht. Zu Beginn wollte ich lediglich ein Album fertig stellen und auf einem etablierten Label herausbringen. Damit wäre ich vollkommen zufrieden gewesen. Inzwischen sind es deutlich mehr geworden; es ist ein Wahnsinn. Wann immer ich mich daran erinnere, bin ich sofort voller Tatendrang. Auch als Band sind wir aufgeregt und voller Energie, da wir die Erfolge unserer Anstrengungen stets vor Augen haben.“

An ihrem DIY-Arbeitsstil wollen (und können) THE BLACK DAHLIA MURDER dennoch nichts verändern: „Die beste Zeit auf Tour ist immer die auf der Bühne während der Show. Doch schon davor und auch danach haben wir mindestens genauso viel Arbeit,“ so Trevor. „Unser Equipment verladen wir selbst und regeln alles rund um die Band, sofern möglich, alleine. Wir können es uns nicht leisten, sinnlos Geld auszugeben oder andere Leute zu bezahlen. Die selbstbestimmte Arbeitsweise lag uns schon immer am nächsten und wir scheuen die Arbeit nicht. Einige Leute wundern sich darüber, dass wir so viel ohne Unterstützung tun, doch so sind wir.“ Mit extremem Metal, auch wenn er melodisch angereichert ist, kann man nur kleine Brötchen backen:

„Leute aus Michigan sind es gewöhnt, mit wenig klar zu kommen,“ gibt sich der Musiker bescheiden. „Die Industrie hier in unserer Gegend ist schon vor Jahren gestorben. Detroit ist arm, so dass auch die Lebenshaltungskosten nicht


hoch sind. Wenn wir nicht so viel touren würden, hätten wir Probleme. Über die letzten Jahre ist es finanziell nochmal härter geworden, obwohl die Band an sich größer geworden ist. Weltweit kommen weniger Leute zu Metal-Konzerten. Die Merch-Verkäufe laufen dennoch gut. Album-Verkäufe gehen hingegen, wie jeder weiß, zurück. Heutzutage kann man ja ganze Genres mit einem Click gratis downloaden. Das Umfeld ist nicht einfach, doch wir machen das Beste daraus.“ Um an den Songs für „Abysmal“ zu werkeln, haben THE BLACK DAHLIA MURDER ihre bis dato längste Pause eingelegt: „Sechs Monate haben wir uns gegönnt, dieses Album umzusetzen,“ bestätigt Trevor. „Seit 2003 haben wir nicht mehr so viel Zeit zu Hause verbracht. Der Abstand vom Tour-Alltag hat uns beim Songwriting geholfen und darin bestätigt, dass wir mit der Band weiter machen wollen. Schnell hat sich eine Unruhe eingestellt und wir wollten wieder loslegen. Das haben wir zunächst in die Songs einfließen lassen. Bald schon werden wir es auf Tour ausleben.“

Ein zweiter Punkt, von dem „Abysmal“ profitiert, ist das konstante Line-Up: „Wir kommen gut miteinander aus und ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, wir sind richtig gute Freunde geworden. Jeder weiß, was er an der Band hat und schätzt die Herausforderung. Max Lavelle (Bass) und Alan Cassidy (Schlagzeug) sind seit drei Jahren dabei und präsentieren sich auf dem neuen Album selbstbewusster als auf dem vorherigen. Alan tritt verspielter in Erscheinung und setzt viele kleine Details. Max übernimmt inzwischen auch Soli. Brian und ich sind mit allem hoch zufrieden und laufen mit einem breiten Grinsen herum. Zwei Alben in demselben Line-Up vorzulegen, ist ein Luxus, denn so konnten wir unseren Sound gezielt weiter entwickeln.“ Über die Platten von THE BLACK DAHLIA MURDER hinweg lässt sich gut nachhören, wie sich das Songwriting der Band professionalisiert hat. Der Frontmann sieht das genauso:

„Auf „Ritual“ ist es uns damals erstmals geglückt, nicht allein auf Technik zu setzen, sondern einen Schritt zurück zu gehen und einen Kontext zu erschaffen. Zuvor auf „Deflorate“ hatten wir es technisch übertrieben, als wir allein extrem unterwegs waren, ohne auf Spannungsbögen zu achten und den Hörern etwas zum Nachdenken mitzugeben. Wir haben das analysiert und wissen seither, dass man den Leuten auch Drama bieten muss. Das Songwriting steht für uns heute an erster Stelle, und wir werden immer smarter. Wir spielen weiterhin extrem auf, doch sind dabei auch eingängig. Das bezeichne ich gern als intelligentes Songwriting, auch wenn wir uns überwiegend an klassische Song-Strukturen und einfache Wahrheiten halten. Dass wir schnell und extrem spielen können, ist bekannt. Doch wenn man ausschließlich das tut, wird es schnell langweilig. Mit zunehmender Erfahrung haben wir gelernt, dass ein Album auch Variabilität, Überraschungen und eine stimmige Balance braucht. „Abysmal“ bietet all das.“

 
 Links:
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