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When Reasons Collapse

Storie von: arne, am 10.09.2015 ]

Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 spielen sich WHEN REASONS COLLAPSE kontinuierlich durch den französischen MetalCore-meets-Deathcore-Underground. Mit „Dark Passengers“ ist unlängst das Debüt-Album des Quintetts erschienen, dessen Spiel aufgrund der Beteiligung von Sängerin Cristina an Kollegen wie The Charm The Fury, The Agonist, Landmine Marathon oder Walls Of Jericho erinnert.

 
„Unsere Philosophie hat sich seit unseren Anfängen nicht verändert,“ erzählt die Frontfrau. „Als WHEN REASONS COLLAPSE wollen wir brutale Musik spielen, die Einflüsse aus dem Hardcore und melodischen Death Metal, aber auch aus dem Black Metal und Grindcore, miteinander verbindet. Von Beginn an ist es uns wichtig gewesen, eine aktive Band zu sein, die möglichst viele Shows spielt, viele Leute trifft und ihre Songs mit all denen teilt, die sich für unseren Sound-Mix interessieren. Innerhalb der Gruppe ist es uns zudem wichtig, dass wir alle dieselben Interessen, aber auch den Blick auf alle Aktivitäten rund um die Band teilen. Da war in der Vergangenheit nicht immer so, weshalb es bereits einige Line-Up-Wechsel gegeben hat.“ Mit der naheliegenden stilistischen Verortung haben die Musiker aus Paris keine Probleme:

„Wir wissen damit umzugehen und wehren uns nicht dagegen, als MetalCore oder Deathcore eingeordnet zu werden,“ erwidert Cristina. „Ohne so etwas geht heutzutage nichts, und so haben die Leute immerhin eine Vorstellung davon, was sie von uns zu erwarten haben. Unser Sound bietet aber auch weiterführende Ansätze. Wenigstens verstehe ich uns nicht als stereotypen Vertreter der genannten Stilrichtungen.“ Gleichwohl weisen die Franzosen auf ihrem Debüt nach, dass sie die gängigen Standards kennen und zu nutzen wissen. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern wollen WHEN REASONS COLLAPSE dabei künftig noch an Brutalität nachlegen: „Um ehrlich zu sein, ist es unser Anliegen, immer extremer und technischer aufzuspielen; uns dabei aber unseren melodischen Anstrich zu bewahren,“ verrät die Sängerin.

„Im Songwriting zählt für uns vor allem eines: unsere Grenzen auszutesten und unser Spiel weiter zu entwickeln. Es mag trivial klingen, doch wir spielen die Musik, die am besten zu uns passt. Nur deshalb ist es uns möglich, so viel Aggression, Leidenschaft und Aufrichtigkeit in unsere Songs zu packen. Das gilt für Musik und Texte gleichermaßen und nicht zuletzt auch für unsere Bühnen-Show. In unseren Songs verarbeiten wir Gefühle auf eine Art und Weise, wie es im normalen Alltag nicht möglich ist. Die Musik nutzen wir ganz bewusst als Ventil und ich denke, dass man das hört und spürt.“ Die bildhafte Umschreibung des Treibens der eigenen Band fällt dementsprechend aus: „WHEN REASONS COLLAPSE steht für mich für eine Abenteuerfahrt in Richtung Hölle, auf der wir auch schöne Landschaften durchfahren,“ äußert Cristina. „Musikalisch verbinden wir verschiedene Stile miteinander. Unsere Songs sind rau und brutal, bisweilen aber auch melodisch. Letztlich entscheiden die Hörer, wie sie uns wahrnehmen. Solange wir eine Verbindung


zu ihnen herstellen, bin ich zufrieden.“ Der Vollzeit-Einstand „Dark Passengers“ markiert allenfalls eine Etappe auf dem Weg, einen eigenen Band-Sound zu entwickeln:

„In allem, was wir tun, geht es uns darum, uns weiter zu entwickeln und uns zu verbessern,“ so die Französin. „Die Basis unseres Spiels ist gesetzt. Entsprechend sehe ich auch so etwas wie einen definierten Basis-Sound, der WHEN REASONS COLLAPSE auszeichnet. Im Songwriting versuchen wir aber in jedem neuen Stück unsere Absichten noch klarer heraus zu arbeiten und die Kontraste zwischen der Brutalität und den Melodien weiter zu schärfen. Wir haben früh erkannt, dass es auf die richtige Balance ankommt. Nur dann gehen die Kontraste auf. Wenn wir in einzelnen Passagen brutaler und aggressiver vorgehen, werden wir an anderer Stelle melodischer oder ruhiger. Das lässt sich auf unserem Debüt gut nachempfinden. Einerseits ist es weitaus technischer und kompromissloser als unsere früheren Veröffentlichungen. Andererseits beinhaltet es unsere bislang verträglichsten Passagen.“

Nach den beiden von der Band selbst veröffentlichten MCDs hat „Dark Passengers“ recht lange auf sich warten lassen: „Es hat seine Zeit gebraucht, bis alle Songs aufgenommen und wir zufrieden waren,“ erklärt Cristina. „Es ist unser Debüt, weshalb wir unglaublich aufgeregt waren. Bis zum letzten Moment haben wir an Details gefeilt, um es möglichst perfekt zu machen. Mir gefällt besonders, dass unsere Leidenschaft so gut zur Geltung kommt. Unsere letzte EP ist schon drei Jahre alt, so dass es an der Zeit für eine neue Veröffentlichung war. Da wir dieses Mal eine Deadline einhalten mussten, konnten wir nicht alle Ideen in die Tat umsetzen. Dafür haben wir nun schon Material für die nächste Platte. Der Sound des Albums hat uns am Ende positiv überrascht. Wir sind davon ausgegangen, dass es ähnlich wie unsere MCDs klingen würde – wie eine gute Eigenproduktion. Doch unser Gitarrist Thierry hat sich in der Zwischenzeit viel Wissen angeeignet und eine Menge experimentiert. Das hat er auf „Dark Passengers“ umgesetzt, das es sehr professionell und druckvoll klingt.“

So oder so: für WHEN REASONS COLLAPSE zählt mehr noch das Live-Spiel, wie die Sängerin abschließend formuliert: „Es gibt für mich nichts Größeres, als zu sehen, wie die Leute auf unsere Songs anspringen. Unsere erste richtige Tour wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Wir hatten so viel Spaß und ließen uns diesen auch nicht nehmen, wenn wir vor nur zehn Leuten gespielt haben. Unsere Songs in andere Städte und Länder zu tragen und Leute zu treffen, denen die Musik genauso viel bedeutet, wie uns selbst, ist unvergleichlich.“

 
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