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Black Space Riders

Storie von: arne, am 29.08.2015 ]

Das vierte Album der BLACK SPACE RIDERS weist schon in seinem Titel „Refugeeum“ auf den hintergründigen, tief reichenden Konzept-Charakter hin. Das Quintett aus Münster beschäftigt sich mit einem brandaktuellen Thema – mit Flucht, Vertreibung, Eindrücken in der Fremde und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Entsprechend aufgewühlt und aufwühlend sind die organischen Sounds zwischen Heavy-, Stoner-, Psychedelic-, Doom- und Space-Rock angelegt.

 
Die ernste Thematik merkt man den Songs dabei nicht unbedingt an. Man muss sich schon mit dem Album und dem Anliegen der Musiker beschäftigen: „Wir möchten die Band für Dein Kopfkino sein,“ formuliert es Sänger/Gitarrist JE. „Wir erzählen Geschichten und transportieren Stimmungen, sowohl musikalisch als auch textlich. Am Anfang steht immer die Musik. Irgendwann kommt die Idee zum Konzept. Daraus leiten sich zunächst einzelne Geschichten, einzelne Songtitel und danach erst die Texte ab. Klar funktioniert die Musik auch mit anderen Texten, doch nur zusammen ist es ein großes Ganzes. Es ist ja auch nicht so, dass man über die Flüchtlingssituation nur aus der politisch-verbitterten oder der tieftraurigen Perspektive schreiben kann. Es ist ein super ernstes Thema und eine Herzensangelegenheit für uns: deshalb schreiben wir darüber. Dennoch ist ja zusätzlich zu all dem Leid und Dunkel auch bzw. gerade Hoffnung, Reise und Aufbruch für viele Flüchtlinge ein wichtiges Thema. Auch dies soll unsere Musik transportieren.“

Der zweite Sänger im Bunde, SEB, ergänzt: „Hinsichtlich der Texte war es bei „Refugeeum“ so, dass es mich noch mehr als bisher innerlich aufgewühlt und extrem beschäftigt hat. Hin und wieder gab’s da schon sehr emotionale und engagierte Diskussionen mit JE, die auch schon mal ein bisschen höher kochten. Wir haben ja schon zu „D:REI“ die meisten Texte gemeinsam entwickelt oder verfasst, aber bei „Refugeeum“ war es doch noch intensiver, emotionaler – und im Ergebnis dann auch klarer und deutlicher.“ Presse und Rock-Fans bleibt das nicht verborgen. Spätestens seit dem letzten Album genießen die BLACK SPACE RIDERS selbst in der Breite Wertschätzung und Anerkennung: „Ich fand schon sehr bestätigend, wie breit die Zustimmung ausfiel,“ äußert JE.


„„D:REI“ ist ja nun wirklich keine leichte Kost mit fast 80 Minuten Spielzeit und seiner ganzen Wucht und Schwere. Die ersten beiden Alben stießen allerdings auch schon auf super Feedback, gerade bei Reviews. Da hatten wir dann eher einen Geheimtipp-Status. Unsere Bekanntheit und Fan-Basis wird halt immer größer von Album zu Album. Es kommen jedes Mal neue Leute dazu, ohne dass wir die alten verlieren. Ich glaube, das liegt daran, dass unsere Musik sich immer weiter entwickelt, immer etwas Neues dazukommt, was wiederum auch neue Leute anspricht. Das passiert gerade bei „Refugeeum“ ganz stark. Erstaunlich war, dass in mehreren US-Reviews wirklich seitenlang Song für Song unsere Texte interpretiert und abgefeiert wurden. Wow! Ich meine, ich bin ja nun kein Muttersprachler. Damit hatte ich nicht gerechnet.“

Dabei bietet das intensive Spiel der Münsteraner viel Raum für Interpretation und zu gefallen. Dass die Musiker ihre Einflüsse auf Facebook mit „Space & Earth, Death & Birth“ benennen, passt da richtig gut: „Das war beim Neuanlegen der Facebook-Seite ein Teil des Profils,“ erinnert sich JE. „Ich hab da seinerzeit keine Doktorarbeit daraus gemacht, sondern mir ist das spontan in die Tastatur geflossen. Selbstverständlich hat das trotzdem einen Hintergrund: Bands bestehen aus Musikern und auch Musiker haben Einflüsse, die jenseits der eigenen musikalischen Sozialisation liegen. Wir machen unsere spezielle Art von Musik ja nicht nur, weil wir bestimmte Bands gehört haben. Alles, was um uns herum passiert und was wir erleben, prägt uns als Menschen und damit auch als Musiker und fließt mit ein. Dass das ein bisschen existenziell, interpretationsoffen und mysteriös klingt, passt in der Tat gut zu unserer Art des musikalischen Geschichtenerzählens.“

 
 Links:
  facebook.com/BlackSpaceRiders
 
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