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August Burns Red

Storie von: arne, am 17.07.2015 ]

Wer sich mit den wichtigen Vertretern des US-MetalCore beschäftigt, stößt unweigerlich auf AUGUST BURNS RED. Seit mehr als zehn Jahren zählt das Quintett aus Lancaster zur Speerspitze im Genre und bestätigt die eigene Position ein ums andere Mal mit starken Veröffentlichungen. „Found In Far Away Places“ heißt der siebte Longplayer der Gruppe, der einmal mehr als relevanter US-MetalCore gelten kann.

 
„Viele Bands liefern den Leuten genau das, was sie hören wollen; versuchen es aber nicht einmal, darüber hinaus zu gehen. Das ist zu einem gewissen Teil ein nachvollziehbarer Ansatz, der sich allerdings schnell erschöpft. Da sind mir die Gruppen, die auf Schock-Effekte oder irgendwelche Eigenwilligkeiten setzen, um aufzufallen, fast lieber, denn sie tun wenigstens mehr als die anderen,“ äußert Gitarrist Brent Rambler im Gespräch auf die Frage, wie es AUGUST BURNS RED gelingt, sich im Wettbewerb zu differenzieren. „Meiner Meinung nach muss jede Band durch eine Phase gehen, in der sie rebelliert und ihre Grenzen austestet. Gleich angepasst anzufangen und dabei zu bleiben, ist zu wenig und kann nicht zum Erfolg führen. Man muss zunächst seine Vorlieben und auch eine eigene Richtung finden. Wir haben das glücklicherweise geschafft, auch wenn ich rückblickend nicht genau sagen kann, wie uns das gelungen ist. Dennoch können wir heute auf die Unterstützung vieler treuer Fans bauen. Das ist ein beruhigendes Gefühl, doch wir verstehen es als Verpflichtung, nachzulegen.“

Externe Einflüsse spielen für Brent und seine Band-Kollegen im kreativen Arbeitsprozess keine Rolle: „Wir haben aufgehört, uns damit zu beschäftigen, was andere tun oder was gerade angesagt ist,“ so der Gitarrist. „Auf unseren Touren bekommen wir das eine oder andere mit, doch wir konzentrieren uns allein auf unsere eigenen Ansprüche und Ideen. Unser Sound ist stark metallisch aufgeladen, doch natürlich ist unsere Vorliebe für den MetalCore nicht zu verleugnen. In diesem Genre haben wir unseren Stil entwickelt, der auffällt und gerade bei Hörern dieser Spielart ankommt. Es ist unsere Hoffnung, dass uns die Leute auch künftig als Gruppe wahrnehmen, die die Dinge voran treibt und daran mitwirkt, dass die Kreativität unserer Szene nicht verloren geht.“

Das ist leichter gesagt, als getan. AUGUST BURNS RED sind konkret mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Erdung unterwegs, die in ihrem Fall bestens funktioniert: „Nach der Veröffentlichung von „Rescue and Restore“ ist nichts Außergewöhnliches passiert,“ berichtet Brent Rambler. „Die Fans und wir lieben die Songs bis heute. Auf unseren Konzerten kommen sie sehr gut an. Als uns die Zeit dafür reif schien, sind wir wieder ins Songwriting eingestiegen. Jedes Mal ist es unser Ziel, die uns bestmöglichen Songs zu schreiben und die Band im Studio so einzufangen, wie sie zum jeweiligen Zeitpunkt gerade ausgerichtet ist. Mit „Found In Far Away Place“ ist uns das wieder gut gelungen, finde ich. Wir haben enorm von den Erfahrungen der Arbeit


an „Rescue and Restore“ profitiert. Damals haben wir einen großen Entwicklungssprung hingelegt, was vorwärts gerichtete und überraschende Elemente in unserem Sound anbelangt. Auf „Found In Far Away Place“ kommen nun zudem auffällige Passagen und eingängige Hooklines hinzu, die sich noch treffsicherer im Ohr festsetzen und unseren Songs zu noch mehr Wiedererkennung verhelfen.“

Die vom Gitarristen geäußerte Zuversicht hat demnach Gründe: „Natürlich hoffen wir, dass unsere Fans das neue Album so positiv wie dessen Vorgänger aufnehmen. Zunächst ging es uns aber darum, uns selbst zufrieden zu stellen. Und das ist uns geglückt! Wir lieben „Found In Far Away Place“ und das sage ich nicht nur, weil die Eindrücke noch frisch sind und wir Platten verkaufen wollen. Ich leite meine Einschätzung davon ab, dass wir wieder etliche unerwartete Elemente eingebaut haben und bei der Arbeit richtig viel Spaß hatten. Nach all den Jahren ist das nicht selbstverständlich. Doch in einen Heavy-Track nach einem Break unvermutet einen Part aus dem Mittleren Osten einzubauen und eine Zeit lang in eine ganz andere Richtung zu gehen, hat einfach etwas und hält uns interessiert.“

Derartiges hat bei dem Quintett aus Lancaster Methode: „Wir versuchen, auf jedem Album neue Instrumente und Einflüsse aus anderen Stilen einzusetzen,“ verrät Brent. „Darüber hinaus verhält es sich so, dass wir als Musiker auf unseren Instrumenten immer noch besser werden. Deshalb können wir heute Ideen umsetzen und Dinge spielen, die uns vor fünf Jahren noch nicht möglich waren. Auch das bereichert unser neues Album. Für die Musik und unsere Texte finden wir jeden Tag neue Anregungen. Wir versuchen, dem Alltag mit offenen Augen und Ohren zu begegnen und unsere Eindrücke und Gedanken in den Songs wider zu spiegeln.“

Das neue, siebte Album von AUGUST BURNS RED profitiert aber auch von etwas anderem, wie der Gitarrist abschließend ausführt: „Für die eigentlichen Aufnahmen haben wir uns bewusst Zeit gelassen. So lange wie für „Found In Far Away Place“ sind wir für keine Platte im Studio gewesen. In der Vergangenheit ist es jeweils ein Monat gewesen. Dieses Mal haben wir uns die doppelte Zeit gegönnt, denn wir wollten den Freiraum für Experimente und Veränderungen haben. Normalerweise sind die Songs fix und fertig, wenn wir mit den Aufnahmen starten. Das bedeutet jedoch nicht immer, dass die Stücke bestmöglich arrangiert sind und alles optimal passt. Bezüglich „Found In Far Away Place“ kann ich das nach der intensiven Überprüfung und Überarbeitung im Studio nun aber selbstbewusst behaupten.“

 
 Links:
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