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Scarnival

Storie von: arne, am 26.06.2015 ]

Das Pre-Order-Paket des ersten Longplayers von SCARNIVAL kommt mit einer Dose Bier. Metal und Bier – wenn das kein dickes Klischee ist!? „The Art Of Suffering“ weist ebenfalls eingeführte Strukturen und Standards auf, doch das Debüt ist vor allem Ausdruck der Vorliebe der Hannoveraner für den MeloDeath.

 
„Wir machen das Ganze, weil unser Herz an dem Scheiß hängt – an der Musik, der Szene, der guten Zeit mit anderen Bands und den Leuten vor der Bühne,“ äußert Drummer Max. „Es geht nicht darum, Platten zu verkaufen oder Fame zu bekommen. Natürlich hätten wir nichts dagegen, wenn das passiert, aber das ist nicht unsere Motivation. Wenn die Leute vor der Bühne eine Wall-of-Death anzetteln oder sonst wie ausrasten, dann ist das Euphorie und Glückseligkeit für uns. Wir betreiben die Sache mit dem nötigen Ernst und Respekt, genauso wie mit Spaß und Blödelei. Uns ist es wichtig, auf und neben der Bühne eine gute Zeit zu haben. Das hilft uns, den ganzen nervigen Organisationskram zu bewältigen. Davon fällt doch einiges an, wenn man eine Band halbwegs ambitioniert betreibt. Dabei bringt sich jeder in SCARNIVAL ein, so gut er es kann. Bei uns gibt es keinen Chef. Das heißt, manche Themen werden zu Tode diskutiert. Da können die Dinge auch mal länger dauern, aber so sind wir eben. Verlässlichkeit und Verständnis innerhalb der Band sind immens wichtig. Durch die Album-Produktion wurde uns das nochmal deutlich. Ich finde, wir sind als Band an dem Entstehungsprozess gewachsen.“

In der Fünfer-Konstellation musste es auf den MeloDeath hinauslaufen, wie Gitarrist Chris halb im Scherz, halb im Ernst berichtet: „Der Vorzug dieser Spielart ist, dass wir sie spielen können. Außerdem ist sie der kleinste gemeinsame Nenner, auf den wir uns in dieser Band mit fünf extrem unterschiedlichen Musikgeschmäckern einigen konnten. SCARNIVAL erfindet das metallische Rad vielleicht nicht neu, aber gerade dadurch, dass wir musikalisch sehr unterschiedlich ticken, hält die Musik vielleicht die ein oder andere Überraschung bereit. Es gibt vermutlich nicht viele MeloDeath-Bands, bei denen mitten im Song plötzlich einer anfängt mit Kopfstimme zu singen.“

Auch neben solchen Ausreißern ist bei den Niedersachsen für Abwechslung gesorgt. Im Songwriting präsentieren sich die Musiker


geschickt und songdienlich ausgerichtet, auch wenn vieles spontan entsteht: „Das ist immer ganz spannend, denn bei uns gibt es drei Leute, die Songs komponieren,“ erzählt Max. „Jeder von uns hat seine eigene Herangehensweise, wenn er in seinem Kämmerlein Songs kreiert. Bei mir entstehen die ersten Teile immer aus dem Bauch heraus; aus einer Idee in meinem Kopf oder einer Stimmung. Allerdings nutzen wir alle früher oder später dieselben Bausteine und fügen sie im Proberaum zusammen. Dabei fliegt mal ein Baustein raus, wird verändert oder alles bleibt, wie es ist. Das weiß man vorher nie. An dieser Stelle entscheidet eine Mischung aus Instinkt und bewusstem Vorgehen darüber, wie der Song am Ende aussieht. Oft wird diskutiert, wie ein Part wirkt oder warum er nur zweimal anstatt dreimal im Song auftaucht. Am meisten Spaß machen jedoch die Momente, in denen wir im Proberaum zusammenhocken, einer ein Riff aus der Hüfte schießt und eins zum anderen kommt. Während der Produktion von „The Art Of Suffering“ haben wir festgestellt, dass gewisse Songs innerhalb des Album-Kontextes auf einmal anders wirken bzw. anders funktionieren, als wenn sie für sich alleine stehen. Solche Erfahrungen nehmen wir mit in die nächste Produktion.“

Hinsichtlich der Wirkung innerhalb der Band und auf Konzerten ist für Bassist Gerrit die Stoßrichtung aber klar: „Live funktionieren schnelle Thrasher sehr gut und groovige Mosh-Parts heizen häufig richtig ein. Am Ende müssen wir alle das Gefühl haben, dass ein Song rund ist und in Gänze funktioniert. Aber das empfindet jeder Einzelne gerne mal anders, als der Rest. Unsere Schnittmenge liegt im MeloDeath schwedischer Gangart. Wir stehen auf melodische Double-Lead-Gitarren, genauso wie auf brachial-groovigen Shit, auf thrashige Nackenbrecher wie auf Riffs, die einfach nur straight rocken. Eigentlich ist es doch so: man merkt relativ schnell, ob einen ein Song packt. Und wenn er überzeugt, dann wird er so gemacht.“

 
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