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Sworn In

Storie von: arne, am 06.06.2015 ]

Auf ihrem zweiten Album „The Lovers/The Devil“ beschäftigen sich SWORN IN konzeptionell mit Liebesbeziehungen. Stilistisch zwischen Deathcore und MetalCore angesiedelt, stellt das Quintett aus Grayslake, Illinois vor allem auf die irrationale, aufgewühlte Gefühlswelt von Ungeliebten ab. Entsprechend herb und wütend stellt sich der überwiegende Teil des Materials dar. Die Tracks sind vor allem durch Verzweiflung, Ohnmacht und Wut geprägt.

 
„Meiner Ansicht nach repräsentieren die Songs düstere, tief sitzende und depressive menschliche Emotionen,“ äußert Schlagzeuger Chris George. „Wir überführen sie lediglich in ein akustisches Gewand. Dabei streben wir danach, ein insgesamt einheitliches Bild abzugeben, was die Ideologie, Texte und Sprachbilder, aber auch den Einsatz der Instrumente und unseren Sound ganz allgemein, anbelangt. Alles steht miteinander in Verbindung und bildet eine Einheit.“ Der zweite Longplayer der Gruppe bietet zudem auch (fast) friedfertige Momente mit (wenig) Clean-Gesang. Das ist allerdings nicht gemeint, wenn SWORN IN ihr Spiel als emotional bezeichnen, wie es im facebook-Profil der Band nachzulesen ist:

„Wenn wir davon sprechen, emotionale Musik zu spielen, meinen wir damit, dass wir nicht mit Kategorien wie Metal, MetalCore oder Hardcore zu fassen sind,“ erläutert Chris. „Wir erschaffen einen Sound, der all die negativen Gefühle in Beziehungsfragen repräsentiert, die wir in unseren Leben bislang erfahren haben. Musikalisch sind wir dabei aber ganz gewiss nicht als Emo zu bezeichnen. Damit verbinden die Leute den Emo-Sound der frühen 1990er Jahre. Das ist nicht die Art emotionaler Musik, auf die wir uns beziehen.“ Das soeben Gesagte wird verdeutlicht, wenn der Drummer auf seine musikalische Sozialisation zurück blickt: „Es hat etliche Bands gegeben, die mich dazu veranlasst haben, zunächst ein Instrument zu erlernen und später eine eigene Gruppe zu gründen. Hervorzuheben sind in dieser Hinsicht insbesondere Avenged Sevenfold, August Burns Red und Between The Buried And Me. Sie haben mich meine gesamte Teenager-Zeit über begleitet und sind bis heute wichtige Einflüsse für mich.“

Die Umsetzung von großen Konzepten, wie „The Lovers/The Devil“ eines darstellt, überrascht da nicht


mehr; die stimmige Umsetzung und die reife Musikalität ebenso wenig. Chris George und seine Mitstreiter haben die Genre-Ikonen genau studiert und eifern ihnen mit SWORN IN nach: „Bei uns passiert kaum etwas zufällig. Schon beim Schreiben der Songs habe ich darauf hingewirkt, einen Sound zu erschaffen, der den Hörern das Gefühl vermittelt, auf einem bösen Trip zu sein. Diese Wirkung wollte ich unbedingt hervor rufen, doch es ist schwer, das zu erreichen. Mit Worten ist das kaum möglich, also haben wir alles daran gesetzt, es über die Musik zu bewerkstelligen.“

Genauso wichtig ist es, dass der Fünfer aus Grayslake ganzheitlich agiert und sein Liebe-Hass-Konzept konsequent auf allen Ebenen adressiert: „Musik und Texte zielen bei uns in dieselbe Richtung und gehören zusammen“, bekräftigt der Schlagzeuger. „Alle Aspekte greifen ineinander und stehen nicht einfach zusammenhangslos im Raum. Das hört und spürt man. Die Basis unseres Sounds sind rohe, ungeschönte Emotionen, doch wir achten darauf, sie mit Präzision und Nachdruck umzusetzen.“ Für eine Band, deren Mitglieder ein Durchschnittsalter von 21 Jahren mitbringen, ist eine solch reife Einstellung nicht selbstverständlich, und auch handwerklich präsentieren sich SWORN IN versiert und selbstbewusst:

„Es ist uns wichtig gewesen, dass jeder einzelne Song seine eigene Entwicklung durchläuft, das Album aber auch in seiner Gesamtheit beständig wächst; es gemeinsam mit dem konzeptionellen Ansatz voran schreitet. Die Stücke schweifen mental und emotional bisweilen ab, doch jedes von ihnen besitzt nun einmal seinen eigenen Charakter und Sound.“ Als Abhandlung über destruktive Liebesbeziehungen ist „The Lovers/The Devil“ im Ergebnis fast zwangsweise ein intensives Hörererlebnis für Fans zwischen Deathcore und MetalCore.

 
 Links:
  facebook.com/swornin
 
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